Hufrehe beim Pferd
Ursachen, Symptome und ganzheitliche Begleitung – über 26 Jahre Praxiserfahrung
Hufrehe (Laminitis) ist keine eigenständige Krankheit, sondern das Endstadium eines Strukturversagens im Huf. Es gibt drei Grundursachen, die einzeln oder kombiniert auftreten:
1. Mechanische Hufrehe – Überlastung oder Trauma, ausgelöst durch fehlerhafte Hufbearbeitung oder einseitige Belastung.
2. Biochemische Hufrehe – eine systemische Schieflage aus Darm, Leber und Insulinstoffwechsel, die zum Strukturversagen im Hufbeinträger führt.
3. Intoxikationsrehe – Toxine oder Medikamente lösen im Huf gewebeabbauende Enzyme aus.
Was im Huf passiert: Der Hufbeinträger – der „biologische Klettverschluss" zwischen Hufbein und Hornkapsel – verliert seine Funktion. Folgen können Hufbeinrotation oder Hufbeinsenkung sein. Das Tierheilkundezentrum Nehls begleitet Hufrehe-Pferde seit über 26 Jahren ganzheitlich – ergänzend zur tierärztlichen Behandlung.
Ausführliche Erklärung der drei Ursachen → weiter unten in der Infobox.
- Hufrehe ist schmerzhaft und gehört immer zu den Situationen, in denen man nicht „erst einmal abwartet", sondern sofort handelt.
- Typische Zeichen: fühliger Gang auf hartem Boden, deutlicher Wendeschmerz, verstärkte Pulsation an den Zehenarterien, Sägebockstellung, vermehrtes Hinlegen oder sichtbares „Nicht laufen wollen".
- Sofortmaßnahmen bis zum Tierarzt: weicher Untergrund (dick eingestreute Box), Weidegang und Kraftfutter sofort stoppen, Stress und Wege vermeiden, Raufutter in angepasster Menge anbieten, umgehend tierärztlich abklären lassen.
- Der häufigste Irrtum aus unserer Sicht: Rehe sei ein Problem dicker Ponys auf fetter Weide. Wir sehen sie regelmäßig bei normalgewichtigen Pferden ohne Weidegang.
- Eine Hufbeinrotation ist kein Urteil. Die Hornkapsel wächst neu – und unter den richtigen Bedingungen wächst sie in der richtigen Ausrichtung.
- Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Wer nur das Symptom behandelt und nicht die Ursache, erlebt Schub für Schub.
Wir machen das bewusst einfach. Am Telefon merken wir jedes Mal: Sobald ein Fütterungskonzept mehr als drei Sätze braucht, wird es im Stallalltag nicht umgesetzt. Also drei Regeln:
1. Surf and Turf Basic Mineral läuft immer mit. Ganzjährig, als tägliche Mineralbasis aus marinen und pflanzlichen Quellen. Für Pferde, bei denen auf Hefezellwände verzichtet werden soll, gibt es die Sensitive-Variante.
2. Entero Clean Liquid oder Powder – immer zusammen mit Entero Clean Basic. Flüssig oder Pulver ist reine Geschmacksfrage des Pferdes. Basic gehört in beiden Fällen dazu. Wer es als fertiges Set will: das Entero Clean Duo Aktiv enthält Basic und Liquid zusammen.
3. Metabo Rapid – immer zusammen mit Entero Clean Basic. Das ist die Regel, bei der wir am wenigsten Spielraum lassen. Metabo Rapid bringt im Stoffwechsel etwas in Bewegung. Basic bindet im Darm, was dabei anfällt. Mobilisieren ohne Auffangen ergibt keinen Sinn – deshalb nie das eine ohne das andere. Wer sich das Zusammensuchen sparen will: im Metabo Rapid Duo Aktiv sind beide zusammengefasst.
Als Dauerbasis darunter: ein stärkearmes, stoffwechselschonendes Pferdefutter für stoffwechselempfindliche Pferde. Was beim akuten Reheschub anders läuft und womit wir rund um den Huf selbst arbeiten – weiter unten im Abschnitt „Was bei Hufrehe hilft".
Was ist Hufrehe beim Pferd – und warum sie so ernst ist
Was ist Hufrehe – und warum ist sie so ernst?
Was wir im Tierheilkundezentrum Nehls aber täglich sehen: Hufrehe ist kein Schicksal. Wir sehen regelmäßig Röntgenbilder, auf denen eine Rotation nach konsequenter ganzheitlicher Begleitung vollständig verschwunden ist – das Hufbein wieder parallel zur Hornkapselwand steht. Die Hornkapsel wächst neu – in der richtigen Ausrichtung, wenn Fütterung, Stoffwechsel und Hufbearbeitung stimmen.
Hufrehe erkennen: Symptome, Warnsignale und Stadien
Warum Hufrehe so oft zu spät erkannt wird
- Schwellungen über und um die Augen
- Fettpolster im Lendenwirbelsäulenbereich und an der Schulter
- Fester, speckiger Mähnenkamm
- Darmentzündungen, Kotwasser
- Vorderhufe fühlen sich wärmer an als die Hinterhufe; verstärkte, pochende Pulsation an der Zehenarterie (seitlich am Fesselkopf tastbar)
- Pferd gibt Hufe widerwilliger als sonst oder lehnt sich beim Aufheben an
- Verkürzter, gebundener Schritt – besonders auf hartem Boden und in engen Wendungen
- Nach langen Standphasen braucht das Pferd mehr Zeit um „in Gang zu kommen"
- Ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder leichte Gereiztheit
Kein einzelnes Zeichen beweist Hufrehe. Mehrere Zeichen zusammen – besonders bei bekanntem Risikofaktor – immer tierärztlich abklären lassen.
In unserer täglichen Praxis scheitert das frühe Erkennen von Hufrehe selten daran, dass die Symptome unklar wären. Es scheitert daran, dass Menschen die Zeichen falsch einordnen.
Das Bild „Rehe = zu dickes Pony auf fetter Weide" ist so dominant, dass eine unklare Lahmheit eher als Gelenkproblem eingeordnet wird. Ein normalgewichtiges Pferd gilt als unverdächtig. Ein Pferd, das nur etwas vorsichtiger läuft oder ungern Hufe gibt, erscheint vielen noch nicht als Notfall.
Hinzu kommt: Bei Pferden entwickelt sich Hufrehe oft über Wochen schleichend, bevor es zur offensichtlichen Krise kommt. Diese Pferde sind dauerhaft etwas fühlig, nie ganz frisch – und genau dieser schleichende Verlauf wird lange toleriert.
Wer lernt, die frühen, leisen Zeichen zu lesen, kann frühzeitig handeln und seinem Pferd viel Schmerz ersparen. Das ist oft der ganze Unterschied. Nicht das teure Präparat, nicht die eine Wunderkur – sondern das rechtzeitige Hinschauen.
Die drei Stadien der Hufrehe
Stadium 1: Das Vorläuferstadium
Das schwierigste Stadium – weil es so unspektakulär ist. Ponys fallen dabei oft noch weniger auf als Großpferde.
- Schwellungen, Fettpolster oder Kotwasser
- Leichte, aber spürbare Pulsation an der Zehenarterie (seitlich am Fesselkopf)
- Pferd gibt die Hufe widerwilliger als gewohnt
- Verkürzter, gebundener Schritt auf hartem Boden, besonders in engen Wendungen
- Nach langen Standphasen braucht das Pferd mehr Zeit, um „warm zu werden"
- Unkooperativer beim Hufschmied als sonst
- Leichte Gereiztheit oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit
Wichtig: Die Hufzangenprobe ist im Vorläuferstadium oft nicht aussagekräftig. Viele Pferde mit beginnender Hufrehe reagieren auf Zangendruck kaum.
Stadium 2: Der akute Reheschub
Typische Zeichen:
- Deutliche Lahmheit, oft an beiden Vorderhufen gleichzeitig
- Starker Wendeschmerz – das Pferd dreht sich nur noch ungern im Kreis
- Vorderhufe sind heiß, Pulsation ist klar spürbar und pochend
- Klassische Sägebockstellung: Vorderbeine weit nach vorne gestreckt, Hinterbeine weit unter den Körper genommen
- Pferd liegt deutlich häufiger als gewohnt oder will sich gar nicht aufraffen
- Verweigerung des Hufgebens
- Manche Pferde zeigen kolikähnliches Verhalten – Unruhe, Schwitzen, Wälzen
- Pferd auf weichen, tiefen Untergrund bringen (dick eingestreute Box, Sand, Späne)
- Weidegang und Kraftfutter sofort stoppen
- Raufutter in angepasster Menge weiter anbieten – keine Nahrungskarenz
- Unsere Empfehlung siehe unten: „Was wir beim akuten Schub zur Unterstützung zusammenstellen"
- Keine unnötigen Wege – jeder Schritt ist jetzt schmerzhaft
Stadium 3: „Chronische" Hufrehe
„Chronische" Hufrehe entsteht, wenn der akute Schub nicht rechtzeitig behoben wird. Im Röntgenbild zeigt sich oft eine Veränderung an der Hufbeinspitze, die so genannte Hutkrempe.
- Hufe sind jetzt häufig kalt, weil die Durchblutung nachlässt
- Reheringe an der Hufwand – horizontale Rillen als Zeichen vergangener Schübe
- Die weiße Linie an der Hufsohle verbreitert sich sichtbar
- Die Zehenwand verläuft konkav statt gerade – typische „Reheknolle"
- Im Röntgenbild: Hufbein rotiert oder abgesenkt
- Im schwersten Fall: Hufbeindurchbruch durch die Sohle
Wir erleben regelmäßig Röntgenbilder, bei denen sich eine Rotation im Verlauf einer konsequenten ganzheitlichen Begleitung vollständig normalisiert hat. „Chronische" Hufrehe bedeutet nicht automatisch ein Leben als Pflegepferd. Sie ist wiederkehrend, aber aus unserer Sicht nicht chronisch wie z.B. COPD.
So tasten Sie die Pulsation – praktische Anleitung
Die Pulsation an der Zehenarterie ist eines der verlässlichsten frühen Zeichen. So tasten Sie sie:
- Stellen Sie sich seitlich neben das Pferd, halten Sie die Fessel locker in einer Hand
- Legen Sie Zeige- und Mittelfinger seitlich an den Fesselkopf, leicht unterhalb des Fesselgelenks
- Beim gesunden Pferd ist die Pulsation kaum oder gar nicht spürbar
- Eine deutliche, pochende Pulsation – wie ein kleiner Herzschlag unter den Fingern – ist ein Warnsignal
- Immer beide Vorderhufe miteinander und mit den Hinterhufen vergleichen
Tipp: Üben Sie diese Untersuchung regelmäßig am gesunden Pferd. Nur wer weiß, wie sich „normal" anfühlt, erkennt die Abweichung rechtzeitig.
Ursachen der Hufrehe – warum Standardantworten zu kurz greifen
Die drei Grundursachen im Detail
1. Die mechanische Hufrehe (Überbelastung/Trauma)
Hierbei wird die Lederhaut durch physikalische Kräfte direkt geschädigt.
- Ursachen: fehlerhafte Hufbearbeitung (falsche Hebel), extreme einseitige Überlastung eines Beins
- Folge: Die mechanische Reizung führt zur Entzündung und zum Funktionsverlust der Verbindungsschicht (Lamellenschicht) im Huf – dem Hufbeinträger
2. Die biochemische Hufrehe (systemische Kommunikationsstörung)
Diese Form der Rehe ist kein einfaches Ernährungsproblem oder Bewegungsmangelproblem, sondern das Resultat einer massiven Schieflage im gesamten Organismus.
- Die Ursache in Darm und Leber: Durch eine Dysbalance im Darm-Mikrobiom und eine Überlastung der Leber fehlen dem Körper essenzielle Botenstoffe.
- Die Blockade der Muskelzellen: Ohne diese Botenstoffe können die Muskelzellen die Glukose nicht mehr aufnehmen – sie machen dicht. Das Blut wird daraufhin mit Zucker überschwemmt, der nirgendwo im Körper verwertet werden kann.
- Die Insulin-Überproduktion: Der Körper registriert den hohen Zuckergehalt und den Energiemangel der Zellen. Er reagiert mit einer massiven Überproduktion von Insulin, um die Blockade im restlichen Körper zu durchbrechen.
- Die Glukose-Aufnahme im Huf (insulinunabhängig): Hier liegt das eigentliche Problem, denn die Lamellenzellen im Huf nehmen Glukose insulinunabhängig auf. Während die Muskelzellen den Zucker aussperren, haben die Zellen im Hufbeinträger keine Barriere. Sie werden von der massiven Zuckerflut im Blut regelrecht überfahren.
- Der Kollaps: Durch die unkontrollierte Aufnahme von Glukose kommt es in den Lamellenzellen zu einem biochemischen Kollaps. Die Zellen schwellen an oder gehen zugrunde. Das Ergebnis ist das sofortige Strukturversagen des Hufbeinträgers.
3. Die Intoxikationsrehe (z.B. durch Medikamente oder nachgeburtliches Geschehen)
Bei der Intoxikationsrehe führen Toxine oder Medikamente zu einer systemischen Entgleisung, die im Huf die Aktivierung gewebeabbauender Enzyme (MMP) auslöst. Diese Enzyme zerstören die Basalmembran der Lamellenschicht, wodurch der Hufbeinträger seine mechanische Bindung verliert.
Sonderformen, die wir in der Praxis ergänzend einordnen:
- Fütterungsrehe: oft nach Futterwechsel, z.B. im Frühjahr beim Gang auf meist ehemalige Kuhweiden ohne jede Kräuter. Es ist aus unserer Erfahrung nicht der Zucker, sondern der Futterwechsel (Heu zu Gras, Gras zu Heu), der im Darm zu massivem Bakteriensterben und damit zur Freisetzung von Toxinen führt.
- Endokrine Rehe: auf dem Boden von EMS (Insulinresistenz) oder PPID (Cushing) – schleichend, oft ohne klaren Auslöser.
In unserer Praxis sehen wir: Hufrehe hat fast immer mehrere Ursachen gleichzeitig. Die Suche nach dem einen Auslöser führt oft in die falsche Richtung.
Die häufigste Antwort im Netz, in Foren und in Gesprächen auf die Frage „Warum hat mein Pferd Hufrehe?" lautet: Falsche Fütterung. Das stimmt manchmal – aber es ist selten die ganze Antwort. Genau hier empfehlen wir unsere Ratgeber und die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" (nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose), um auf das Warum Antworten zu erhalten.
Im Team haben wir viele Pferde gesehen, die seit Jahren kein Gras mehr bekommen, streng getreidefrei gefüttert werden, nur gewässertes Heu erhalten – und trotzdem immer wieder an Hufrehe erkranken. Weil die eigentliche Ursache nicht angegangen wurde: ein entgleister Stoffwechsel, eine chronische Leberbelastung, eine schlechte Hufbearbeitung, eine hormonelle Dysregulation.
Das Nehls-Argument: Hufrehe ist ein Warnsignal des gesamten Organismus. Wenn Darm, Leber oder Niere aus dem Takt sind, ist das die Ursache von sehr vielem – auch von dem, was am Ende im Huf sichtbar wird. Wer nur das Symptom behandelt – den Schmerz stillt, die Weide sperrt, den Huf verbindet – und nicht die Ursache, wird Schub für Schub erleben.
Hufrehe bei EMS und PPID – die heimtückischste Form
Pferde mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing) entwickeln Hufrehe auf einem grundlegend anderen Weg als Pferde mit einer klassischen Fütterungsrehe. Das macht ihre Symptome subtiler und den Verlauf schleichender.
Was bei diesen Pferden typisch ist:
- Wiederkehrende Reheschübe ohne klaren äußeren Auslöser
- Dauerhaft leichte Fühligkeit, die nie ganz verschwindet
- Reaktion auf kleine Grasmengen, die andere Pferde problemlos vertragen
- Fettdepots am Mähnenkamm (Cresty Neck), über den Augen, am Schweifansatz
- Beim PPID-Pferd zusätzlich: verzögerter Fellwechsel, lockiges Langfell, Muskelschwund
Die Verbindung: Ein chronisch erhöhter Insulinspiegel schädigt die feinen Gefäßstrukturen in der Huflederhaut und schwächt die Lamellenverbindung. Das erhöht die Hufrehe-Anfälligkeit dauerhaft – auch wenn Fütterung und Management schon gut sind.
→ EMS beim Pferd – was wirklich dahintersteckt
→ Cushing beim Pferd – Diagnose und was wir wirklich wissen
Welche Pferde sind besonders gefährdet?
- Statistisch gesehen sind besonders leichtfuttrige Rassen (Isländer, Haflinger, Tinker, aber auch Pferde mit Vollblutanteil) gefährdet
- Jedes Pferd bei abruptem Wechsel auf anderes Futter (Anweiden/Abweiden) durch abruptes Bakteriensterben im Darm
- Pferde mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing)
- Übergewichtige Pferde – besonders nach Weidewechsel im Frühjahr
- Pferde nach langer Bewegungspause
- Stuten nach der Geburt – wenn die Nachgeburt nicht vollständig abgeht
- Pferde nach Vergiftungen, Koliken oder Kortison-Behandlungen
- Pferde mit dauerhaft einseitiger Belastung durch Lahmheit
Hufrehe kann aber grundsätzlich jedes Pferd jeder Rasse und jeden Alters treffen – auch normalgewichtige Warmblüter ohne Vorerkrankung.
Was bei Hufrehe hilft – Fütterung, Huf und ganzheitliche Begleitung
Fütterung bei Hufrehe – was wirklich wichtig ist
In nahezu jeder Hufrehe-Beratung spielt Fütterung eine Rolle – nicht weil sie immer die einzige Ursache ist, sondern weil sie einer der wichtigsten Hebel im Alltag ist.
Was wir als zentral erleben:
- Heuqualität vor Heumenge: Heu von überdüngten Hochleistungswiesen mit hohem Zuckergehalt ist problematischer als die reine Menge. Eine Heuanalyse (LUFA) schafft Klarheit – NSC-Gehalt unter 10 % ist das Ziel.
- Keine langen Fresspausen: Das Pferd ist ein Dauerfresser. Lange Pausen erhöhen Stress und Magengeschwür-Risiko – Heunetze verlängern die Fresszeit, ohne die Menge zu erhöhen.
- Weidemanagement statt Weideentzug: Vollständiger Weideentzug ist selten dauerhaft sinnvoll. Kontrollierter Weidegang auf geeigneten Weiden ist besser als monatelange Stallhaltung, wenn der Stoffwechsel im Griff ist.
- Kein Kraftfutter ohne Bedarf: Die meisten Freizeitpferde decken ihren Energiebedarf vollständig mit qualitativem Heu.
- Mineralfutter ohne synthetische Zusätze*
Was uns besonders beschäftigt: Wir sehen viele Pferde, die trotz strenger Diät – kein Gras, kein Obst, gewässertes Heu – immer wieder Hufrehe bekommen. Weil die eigentliche Ursache im Stoffwechsel liegt, nicht im Futter allein.
Nehls Pferdefutter für stoffwechselempfindliche Pferde
Stärkearm, strukturreich, ohne synthetische Zusatzstoffe – als Grundration für Pferde, bei denen der Stoffwechsel das Thema ist.
Wann dieses? Wenn Sie die tägliche Grundration umstellen wollen – die staubarme, stärkereduzierte Basis für leichtfuttrige und stoffwechselempfindliche Pferde, dauerhaft.
→ Mehr zum Pferdefutter für stoffwechselempfindliche PferdeWas wir beim akuten Schub zur Unterstützung zusammenstellen
Beim akuten Reheschub drehen wir die übliche Reihenfolge um. Sonst beginnen wir mit dem Darm. Hier nicht – hier steht die Ausleitung vorn. Nach der tierärztlichen Versorgung stellen wir zusammen:
- VetLine Metabo Rapid Pferd – flüssig, exakt mit der Spritze dosierbar
-
VetLine Entero Clean Basic – der Toxinbinder, gehört zwingend dazu
Beides zusammen und günstiger als einzeln: Metabo Rapid Duo Aktiv - VetLine ReMove Rapid Pferd – die Mischung, wenn es im Bewegungsapparat klemmt
- Nehls Koriandersamen-Presskuchen – 100 % kaltgepresst, aromatisch-würzig, ohne Zusätze
- VetLine Surf and Turf Basic Mineral – läuft als Mineralbasis mit
Und danach? Erst wenn die akute Phase vorbei ist, kommt die Darmkur: Entero Clean Liquid oder Powder – wieder zusammen mit Entero Clean Basic, oder als fertiges Set das Entero Clean Duo Aktiv (Basic plus Liquid, sechs Wochen kurweise).
Wann dieses? Wenn Sie nach dem Tierarztbesuch nicht nur abwarten wollen, sondern von der Fütterungsseite her etwas tun möchten. Alle Produkte sind Ergänzungsfuttermittel, kein Heilmittel – sie ersetzen keine tierärztliche Behandlung.
Die Rolle der Hufsituation
Eines der am häufigsten übersehenen Themen: die Hufsituation. Viele Hufrehe-Pferde haben bereits vor dem ersten Schub Hufe, die funktionell nicht optimal stehen. Zu lange Zehen, ungleiche Trachten, fehlender tragfähiger Tragrand – das setzt den Hufbeinträger dauerhaft unter mechanischen Stress.
Nicht selten sehen wir Hufrehe nach einer Korrektur, bei der gut gemeint, aber nicht passend für das individuelle Pferd gearbeitet wurde. Entscheidend ist, dass nicht ein Schema, sondern das Pferd und sein Gangbild den Ausschlag geben.
Hufbeinrotation – kein Urteil, sondern ein Zustand
Regelmäßig hören wir von „Fachleuten", dass eine Rotation des Hufbeins nicht mehr rückgängig zu machen ist – das Pferd bleibe für immer eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund werden Pferde eingeschläfert, obwohl sie noch eine gute Chance hätten. Das ist der Moment, der uns am meisten wehtut. Ein Röntgenbild, ein Satz, eine Entscheidung – und ein Pferd, das noch hätte leben können, ist weg.
Was unsere Röntgenbilder zeigen: Das Gegenteil ist richtig. Bei konsequenter ganzheitlicher Begleitung – richtige Hufbearbeitung, optimierte Fütterung, Stoffwechselbegleitung – normalisiert sich die Stellung des Hufbeins regelmäßig. Oft sogar vollständig.
Das Hufbein bewegt sich nicht selbst zurück. Die Hornkapsel wächst neu – und wenn sie unter den richtigen Bedingungen wächst, wächst sie in der richtigen Ausrichtung. Das dauert unter Umständen viele Monate. Aber es ist möglich.
Es dauert. Punkt. Wer das vorher weiß, hört nicht im dritten Monat auf.
Hier die Röntgenbilder von Islandstute Vordis: Februar 2021 (akuter Reheschub mit Rotation), Juli 2021 (Verlaufskontrolle), Februar 2022 (Rotation nahezu vollständig verschwunden).
Wie wir im Tierheilkundezentrum Nehls bei Hufrehe begleiten
Das Tierheilkundezentrum Nehls begleitet Hufrehe-Pferde seit über 26 Jahren – ergänzend zur tierärztlichen Behandlung. Im Zentrum steht immer die Frage: Was steckt hinter diesem Schub? Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Belastungsfelder sichtbar: Leber, Stoffwechsel, Hormonsystem, Mineralstoffversorgung. Auf dieser Basis entsteht ein individueller Begleitplan aus Kräutermischungen, Homöopathie und Fütterungsempfehlung. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Hufrehe-Pferde brauchen keine Standardlösung – sie brauchen eine Antwort auf die Frage, was ihr System anfällig gemacht hat.
Unsere Begleitung setzt ergänzend zur tierärztlichen Behandlung an.
Ein zentrales Werkzeug ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse". Grundlage ist immer ein sorgfältig ausgefüllter Anamnesebogen, der bei uns intern ausführlich besprochen wird. Ergänzend erfolgt die energetische Analyse der Haarproben, die uns hilft, individuelle Belastungsfelder und mögliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Auf dieser Basis erstellen wir einen individuell abgestimmten Begleitplan aus Kräutermischungen, Homöopathie und Fütterungsberatung.
Nehls Huf-Kombi Set – flüssig oder getrocknet
Für die Begleitung rund um den Huf selbst haben wir Hufelexier, Hufkräuter Spezial und Lauf-Fit zu einem Set gebündelt – aufeinander abgestimmt und günstiger als der Einzelkauf. Das Huf-Kombi Set flüssig für Pferde, die feste Kräuter ablehnen, und das Huf-Kombi Set getrocknet als ergiebige Vorratsmenge für die längerfristige Begleitung.
Wann dieses? Wenn der Fokus auf dem Hufhorn und dem Hufwachstum liegt – die kräuterbasierte Begleitung rund um den Huf selbst, ergänzend zur Stoffwechselarbeit.
Einzeln erhältlich: Hufkräuter Spezial (auch flüssig) und Hufelexier.
Die VetLine-Bausteine für Darm und Stoffwechsel sind weiter oben im Fütterungsabschnitt beschrieben – Surf and Turf als Dauerbasis, Entero Clean Liquid oder Powder immer mit Basic, Metabo Rapid immer mit Basic. Auf dieser Grundlage baut die längerfristige Begleitung auf.
Hufrehe vorbeugen – was wirklich schützt
Vorbeugung ist kein starres Regelwerk, sondern ein wachsendes Hinschauen im Alltag. Was aus unserer Sicht am meisten bringt:
- Rasse kennen und Fütterung entsprechend anpassen – nicht jedes Pferd braucht dasselbe
- Heuqualität regelmäßig überprüfen lassen
- Regelmäßige Hufpflege durch einen erfahrenen Hufpfleger – kurze Intervalle statt lange Abstände
- Ausreichend Bewegung – täglich, nicht nur zweimal wöchentlich
- Weidemanagement statt Weideentzug – angepasst an Jahreszeit, Witterung und Pferd
- Gewicht im Auge behalten – besonders bei leichtfuttrigen Rassen
- EMS und PPID als mögliche Hintergrundfaktoren berücksichtigen
Vertiefende Ratgeber zum Thema:
- → Anweiden: Wie Weidestart sicher gelingt
- → Winterrehe: die unterschätzte Rehezeit
- → Hufrehe vorbeugen – ausführlich
Hintergrundwissen für alle, die es genau wissen wollen
* Unser Kernthema seit Jahrzehnten: Was künstliche Vitamine und Antioxidantien damit zu tun haben
Isolierte, konzentrierte und meist synthetische antioxidative Vitamine wie Vitamin E (in Pferdefutter meist als synthetisches „all-rac-alpha-Tocopherolacetat"), Vitamin C ebenso als Isolat und Selen in hochdosierten anorganischen oder chelatierten Verbindungen sind in nahezu jedem kommerziellen Mineralfutter und auch den allermeisten Krippenfuttern sowie vielen Ergänzungsfuttermitteln für Pferde enthalten.
Sie fangen die kleinen ROS-Signale ab, bevor sie den AMPK-Einschalter erreichen. Der Einschalter bleibt aus. Die Insulinsensitivierung der Zellen bleibt aus. Mehr Insulin wird produziert – und das dauerhaft, solange dieser Weg blockiert ist.
In kontrollierten Studien an Menschen (Ristow et al. 2009, Paulsen et al. 2014) verhinderten synthetische Antioxidantien die trainingsbedingte Insulinsensitivierung vollständig. Da der AMPK-Signalweg bei allen Säugetieren identisch ist, gilt dieser Mechanismus auch für das Pferd.
Ironie der Geschichte: Viele Spezialfutter für Rehepferde enthalten besonders hohe Mengen dieser synthetischen Vitamine, da man sich von ihrer antioxidativen Wirkung Entzündungshemmung und in Folge eine Verbesserung der Situation im Huf verspricht. Über den oben beschriebenen Mechanismus bewirken sie aber das Gegenteil.
Der Darm und die Leber – die Verbindung, die oft vergessen wird
Chronisch erhöhtes Insulin hat beim Pferd oft noch eine zweite Ursache, und diese liegt in seiner sekundären Gärkammer: den hinteren Darmabschnitten, also Blind- und Dickdarm. Das Pferd als sogenannter Hinterdarm-Fermentierer gewinnt etwa 70 % seiner Energie aus der Fermentation von Strukturfutter wie Gras und Heu durch Darmbakterien.
Wenn dieses Bakterien-Ökosystem gestört ist – durch antibiotisch wirkende Futterbestandteile wie Glyphosatrückstände und synthetische Mineralsalze (z.B. anorganische Zink- und Kupferverbindungen) oder auch durch zu viel unverdaute Stärke, die den Dickdarm erreicht – hat das direkte Auswirkungen auf den Insulinstoffwechsel.
Was passiert, wenn fibrolytische Bakterien absterben:
- Weniger Butyrat entsteht – Butyrat aktiviert ebenfalls AMPK und unterstützt die Insulinsensitivierung.
- LPS (Lipopolysaccharide) – bakterielle Endotoxine aus den abgestorbenen Bakterien gelangen aus dem geschädigten Darm in die Leber und verursachen dort chronische Entzündung. Die Leber wird insulinresistent und kompensiert mit mehr Insulinproduktion.
- LPS aktivieren auch im Lamellargewebe des Hufbeinträgers Entzündungsrezeptoren (TLR4) und verstärken so die Schädigung synergistisch – das ist der früher vorwiegend angenommene „Endotoxin-Weg" der Hufrehe, der jetzt im Gesamtkontext als einer von mehreren Faktoren erklärbar ist.
Häufige Fragen zu Hufrehe beim Pferd
Was Pferdehalter berichten – Erfahrungsberichte aus der Praxis
Erfahrungen einzelner Pferde sind individuell und nicht garantiert übertragbar. Was bei einem Pferd wirkt, hilft dem anderen nicht. Genau deshalb arbeiten wir individuell – die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" zeigt uns die Hintergründe des einzelnen Tieres. Bei jedem Hufrehe-Schub gilt: zuerst Tierarzt verständigen. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
„In Lissys Augen brannte trotz aller Qualen noch ein Feuer. Auch alle Tierärzte waren mit ihrem Latein am Ende – Erlösung stand im Raum. Ich konnte sie so nicht gehen lassen. Heute, nach der Nehls-Begleitung, ist Lissy wieder sie selbst."
Pony Lissy, massiver Reheschub auf allen 4 Hufen · Vollständigen Bericht lesen →
„Nach dem akuten Hufreheschub wandten wir uns an das Tierheilkundezentrum Nehls. Die Umsetzung der individuellen Vorschläge über sechs Monate – mit beeindruckendem Ergebnis."
Fjordpferd Kajue, Hufrehe erfolgreich begleitet · Vorher-Nachher-Bilder ansehen →
„Die Haaranalyse gab uns Orientierung. Schritt für Schritt wurde Maylas Gang freier – die Lebensfreude kehrte langsam zurück."
Tinker Mayla, Hufrehe mit Rückschlägen und stabiler Begleitung · Vollständigen Bericht lesen →
→ Alle Hufrehe-Erfahrungsberichte ansehen
Immer wieder Hufrehe – trotz Diät und Weideentzug?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Wenn die Rehe trotz Diät und Weideentzug wiederkommt, liegt die Ursache oft tiefer: Stoffwechsel, Leber, Hormonsystem. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht sichtbar, was wirklich dahintersteckt – individuell ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- → Fütterung bei Hufrehe – was wirklich hilft und was nicht
- → Hufrehe-Symptome früh erkennen und richtig einordnen
- → Erfahrungsberichte: Pferde, die wir durch die Hufrehe begleitet haben
Alle weiteren Hufrehe-Themen finden Sie in der Themenübersicht am Seitenanfang.
