Das Pferdefutter muss sich auf den Ursprung & die Natur unserer Pferde beziehen

Meine Praxiserfahrung hat mich immer wieder gelehrt, dass das Opens external link in new windowPferdefutter sowohl der Schlüssel zur Gesundheit unserer Pferde, Ponys & Esel, wie auch die Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Opens external link in new windowhomöopathischen Therapie kranker Pferde ist.

Stört das Opens external link in new windowPferdefutter die Balance des Pferdes, so entwickeln sich aufgrund des falschen Opens external link in new windowPferdefutters mit der Zeit verschiedene Pferde Krankheiten.

Das Konzept einer "richtigen" Opens external link in new windowPferdefütterung ist schlicht und einfach und keine große Wissenschaft, wie uns so oft erzählt wird...

Erinnern wir uns einfach einmal, wie unser vierbeiniger Freund in freier Wildbahn lebte und schon haben wir das Rezept für das richtige Opens external link in new windowPferdefutter! Dieses Rezept muss dann nur noch fein auf die Einzigartigkeit unseres Partners Pferd abgestimmt werden und den speziellen Bedarf des Individums berücksichtigen. Spezieller Bedarf, meint sie jetzt eine Futtermittelbedarfstabelle?

Nein, meint sie nicht! Ich meine den Stoffwechsel, die Verwertung und den Organismus des einzigartigen Pferdes, der tickt jeweils anders und lässt sich keiner Futtermitteltabelle entnehmen!

Pferde benötigen weder die künstliche Vitamin und Mineralstofftablette (die beim Pferd in Form von Pellets daher kommt..), noch das ein oder andere Pülverchen zusätzlich und die meisten Pferde benötigen nicht einmal Getreide im Opens external link in new windowPferdefutter.

Das Konzept, für das ich stehe, ist schlicht und einfach, aber sehr erfolgreich:

Das Pferdefutter im Winter

Bei Kälte, Wind, Frost und eisigen Temperaturen steigt der Opens external link in new windowNährstoffbedarf von Ponys & Pferden an. Aufgrund des empfindlichen Verdauungssystems unserer Pferde und Ponys sollte jedoch die Opens external link in new windowPferdefütterung nicht komplett umgestellt, sondern eine höhere Menge des gewohnten Opens external link in new windowPferdefutters gefüttert werden. Oberste Priorität im ganzen Jahr hat jedoch eine erstklassige Qualität jeglicher Futtermittel, hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um Rauh-, Kraft- oder Ergänzungs- und Saftfutter handelt. Entscheidend bei einer Proteinüberversorgung, welche bei der allgemein praktizierten Opens external link in new windowPferdefütterung die Regel ist, ist das Verhältnis Energie zu Protein. Ein Pferd toleriert eine stark überhöhte Proteinzufuhr, wenn die Energie im richtigen Verhältnis bereitgestellt wird. Ist das Verhältnis Energie zu Eiweiß im Ungleichgewicht, treten denkbar schneller ernste Probleme auf.

Rauhfutter ist das Grundfutter schlechthin und der wichtigste Aspekt einer gesunden und ausgewogenen Opens external link in new windowPferdefütterung:

Als Mindestaufnahmemenge pro Tag und 100 kg Pferdegewicht rechnet man jedoch 1,5 kg Heu plus Stroh zur freien Aufnahme während der Wintermonate. Bei zu mageren und schwerfuttrigen Pferden hat es sich bewährt, nicht nur Stroh, sondern auch Heu zur freien Verfügung zu stellen. Stroh hat übrigens nur knapp 60 % des Energiewertes von Heu und einen Bruchteil des Proteinwertes (im Durchschnitt 1/8). Eine ausreichende Menge Rauhfutter ist wichtig, da der Opens external link in new windowPferdedarm zur Gesunderhaltung und Symbiose (Lebensgemeinschaft der Darmbakterien) zwingend auf die Zuführung von Rohfaser angewiesen ist. Ohne bedarfsgerechte Rohfaserzufuhr verändert sich die Lebensgemeinschaft der Bakterien im Darm zum Ungleichgewicht und es kommt zur Dysbiose. Unter anderem deshalb sollte auch vor der Kraftfuttergabe die Rauhfuttergabe erfolgen.

Die Ration des Kraftfutters kann im Winter bei Eiseskälte um 1/3 bis 1/2 gesteigert werden.

Sehr gute Energielieferanten im Winter sind hochwertige Öle mit ihren essentiellen Fettsäuren. Bewährt hat sich beispielsweise die Mischung Schwarzkümmel/Nachtkerzenöl. Hochwertiges und qualitatives Schwarzkümmelöl und Nachtkerzenöl liefern hohe Anteile an den mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure, auch bekannt als Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Körper diese lebenswichtigen Fettsäuren in entzündungshemmende Gewebshormone umwandelt. Diese entzündungshemmenden Gewebshormone verringern die Ausschüttung von Histaminen. Histamine sind Stoffe, welche im Körper allergische Reaktionen, beispielsweise der Haut - Opens external link in new windowSommerekzem, allergische Dermatitis, Ekzeme, oder der Atemwegsorgane: Husten, Opens external link in new windowBronchitis, Asthma, hervorrufen können. Darüber hinaus sind weitere Allergien bekannt, wie oft bei Headshaking vorkommend eine Sonnen- und Lichtallergie und andere. Bei einer allergischen Reaktion wird körpereigenes Histamin freigesetzt. Jedoch nicht ausschließlich bei allergischen Reaktionen, sondern auch zur Opens external link in new windowUnterstützung des Fellwechsels, bei Haarausfall oder Immunproblemen ist der Einsatz der Mischung Schwarzkümmel/Nachtkerzenöl in der Opens external link in new windowPferdefütterung empfehlenswert. Besonders zur Winterzeit liefern hochwertige kaltgepresste Öle auch zusätzliche Energie, die, wie das Rauhfutter mit der so wichtigen Rohfaser, von innen wärmt. Für besonders schwerfuttrige Pferde und Pferde, die bekanntermaßen im Winter Gewicht abbauen, eignet sich als zusätzliche Energiequelle Opens external link in new windowNehls Mash, Nehls Pferdemüsli Getreide frei "aktiv" oder Nehls Pferdefutter für zu magere Pferde. Auch die Futterergänzung mit Opens external link in new windowhydrothermisch aufgeschlossenen Flocken ist ideal, um einem Gewichtsabbau im Winter vorzubeugen. Oftmals wird auch Mais als zusätzliche Energiequelle beigefüttert. Hier ist wichtig zu beachten, dass ganzer bzw. gebrochener Mais nichts im Futtertrog zu suchen hat: Maiskörner müssen wegen der geringen präzäkalen Stärkeverdaulichkeit vor Fütterung wärmebehandelt werden (hydrothermisch aufgeschlossene Maisflocken).

Ein Opens external link in new windowPferdefutter mit optimalem, das heißt hohem Rohfasergehalt bietet verschiedene Vorteile:

Verstärktes Kauen und bessere Verwertbarkeit, positive Dienste für den sensitiven Pferdedarm sowie ein besseres Sättigungsgefühl.

Bezüglich einer Umstellung der Opens external link in new windowPferdefütterung ist zu beachten, dass Müslis und ähnlich strukturiertes Pferdefutter innerhalb weniger Tage ausgetauscht werden können, indem jeweils ein kleiner Teil des bisherigen Pferdefutters abgezogen und des neuen Pferdefutters hinzugefügt wird. Unter abrupte Änderungen, die dem Pferdedarm schaden können, zählen beispielsweise der Austausch von Heucobs zu getreidehaltigem Pferdefutter oder der Austausch von Luzernen zu Heucobs, Rübenschnitzeln oder Müsli Pferdefutter. Die Struktur ist in erster Linie entscheidend, ob die Umstellung innerhalb weniger Tage anzuraten ist oder in mehreren Wochen durchzuführen ist. Das Prozedere bleibt jedoch das Gleiche. Beim Kraft- und Ergänzungsfutter sollte ganzjährig auf naturbelassene Nährstoffe Wert gelegt werden. Naturbelassenheit erkennt man jedoch weder am guten Geruch (beim Getreide fehlt er gänzlich), noch an der Werbung des Herstellers, sondern einzig und allein an den Inhaltsstoffen. Die Nachfrage nach naturbelassenem Pferdefutter und Müsli steigt stetig, immer wieder werde ich gefragt, wo dieses erhältlich ist. Um diese Lücke zu schließen, habe ich verschiedene natürliche optimal verwertbare Opens external link in new windowPferdefutter und Müslis mit ausgewogenem Nährstoffhaushalt und Rohfaseranteil für die individuelle Pferdefütterung entwickelt.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist nicht zweifelsfrei geklärt, welche Menge Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe unser Pferd zur bedarfsgerechten Versorgung benötigt. Durch eine überhöhte Gabe werden die Entgiftungsorgane (Leber, Nieren, Darm) durch den Abbau der nicht benötigten Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, welche im Übermaß zugeführt wurden, überlastet. Dies führt lang- bzw. je nach Überschuss auch kurzfristig zu ernsten Erkrankungen. Auch werden synthetisch zugesetzte Vitamine im Darm zwangsabsorbiert. So kann es einerseits zur Hypervitaminose (Vitaminüberschuss/Vergiftung), andererseits zur sekundären Hypovitaminose (Vitaminmangel)  kommen aufgrund Imbalancen der einzelnen Vitamine. Das Gleiche gilt für Spurenelemente und Mineralstoffe. Die Symptome sind meist unspezifisch, oft wird die Ursache nicht erkannt. Nicht optimale Versorgung führt zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen, welche sich in Opens external link in new windowStoffwechselproblemen, Opens external link in new windowAllergien, Opens external link in new windowLahmheiten, Knochenschädigungen, Nierenschädigungen, Leberschädigungen und Opens external link in new windowDarmproblemen äußern können. Oft wird der Fehler gemacht, weitere synthetische Ergänzungsfuttermittel mit dem Ziel zu füttern, Mangelerscheinungen auszugleichen, obwohl schon ein Überschuss besteht. Weiterhin stehen synthetisch zugesetzte Stoffe in Verdacht, vorhandene Erkrankungen bzw. Dispositionen zu Erkrankungen weiter zu verstärken.

Schaut man sich Pferde vor der Domestikation an, so wird schnell klar, dass die Opens external link in new windowErnährung des Pferdes von Urzeiten her immer naturgemäß war: statt synthetischer Stoffe wurden Kräuter und Pflanzen gefressen bei Bedarf. Unsere Böden sind heute leider verarmt an natürlichen Kräutern und Pflanzen, daher sollte hier die naturgemäße Zufütterung von Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen ansetzen. Bedenken, dass sich über eine naturgemäße Versorgung hinausgehende positive Eigenschaften des jeweiligen Krautes bei Dauerfütterung nicht aufrechterhalten lassen, kann ich aus der Praxis nicht bestätigen. Kräuter enthalten viele natürliche Mineralstoffe und Spurenelemente und wirken im Organismus basisch. Sie gleichen Übersäuerungszustände aus und tragen zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei. Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Ursache bzw. Mitursache zahlreicher Erkrankungen unserer Pferde.  Viele Kräuter wirken zusätzlich entgiftend und helfen das körpereigene Schutzsystem aufzubauen und im Gleichgewicht zu halten. Sie enthalten Vitamin C als natürliches Antioxidant, Kieselsäure, natürliches Biotin, Zink und die sekundären Pflanzenstoffe sowie Mikronährstoffe, deren positive Wirkungen zwar nicht bewiesen, jedoch vorhanden sein müssen, da synthetisch nachgeahmte Pflanzenstoffe nicht deren volle Wirksamkeit erzielen.

Um die bedarfsgerechte Deckung des Opens external link in new windowMineralstoffhaushalts mit einer Kräutermischung zu praktizieren, muss jedoch einiges beachtet werden: Die Kräuter müssen so gewählt werden, dass der Bedarf entsprechend durch die Einzelkräuter gedeckt werden kann. So gilt es genau zu schauen, welche Mineralstoffe in welcher Menge jeweils im Einzelkraut enthalten sind und dann eine möglichst vielfältige, auf den individuellen Bedarf abgestimmte Mischung zusammen zu stellen, indem dann noch die Mengenanteile genau berechnet und im richtigen Verhältnis zueinander stehend, abgestimmt werden. Erst dann erhält man die perfekte Mischung und somit ein optimales Mineralfutter. Wenn einfach wahllos Kräuter in nicht passender Mengenberechnung zusammengestellt werden, lässt sich der Mineralstoffbedarf eines Pferdes, Ponys oder Esels nicht durch Kräuter decken. Es gehört daher schon ein bißchen Fachwissen dazu, Kräuter als Opens external link in new windownatürliches Mineralfutter zu füttern, wenn es wirklich passen soll und der Bedarf natürlich gedeckt werden soll!

Artikel von mir für verschiedene Pferdezeitschriften 2009

Das Pferdefutter bei Weidegang

Generell zu beachten ist, dass unsere Böden mineralstoffarm geworden sind und Kräuter in der Regel gänzlich fehlen, die die Pferde mit natürlichen Mineralstoffen, Spurenelementen & Vitaminen versorgen könnten. Vor diesem Hintergrund ist ohne Ausnahme bei allen Pferden, Ponys & Eseln auch während der Weidesaison eine natürliche Mineralstoffversorgung (beispielsweise mit Nehls Opens external link in new windowHorse Allround Kräuter-Fit) von Nöten.

Die optimale Fütterung bei Weidegang hängt indes von zwei Faktoren ab:

1. Der Beschaffenheit der Weide:
Ist die Weide grün und saftig, möglicherweise noch mit Weidelgrasbewuchs (ein sogenanntes Mastgras für Kühe) ist eine Zufütterung sowohl von Heu wie auch von Kraftfutter nicht von Nöten. Diese Grasbeschaffenheit reicht auch bei schwerfuttrigen und zu mageren Pferden bei 24-Stunden-Weidehaltung völlig als alleinige Fütterung aus und eine darüber hinausgehende Opens external link in new windowPferdefütterung wird damit überflüssig. Diese Weidebeschaffenheit ist jedoch keineswegs für gut im Futter stehende bzw. zur Fülligkeit neigende Ponys & Pferde anzuraten, da sie hiermit einfach zu "fett" werden.

Die saftige grüne Weide in Ganztagesbeweidung oder 24-Stunden Weidehaltung eignet sich daher keineswegs für jedes Pferd und sollte dem eher schwerfuttrigen, zu magerem Pferd oder dem in Leistung stehenden Pferd vorbehalten bleiben.
Ein karger spärlicher Grasbewuchs hingegen, beispielsweise auf felsigen und steinigen Böden anzutreffen, eignet sich grundsätzlich für alle Pferde, Ponys & Esel. Die Weidezeiten sind jedoch auch bei eher spärlichem Bewuchs, überständigen braunen Gräsern oder kurzen beige-bräunlich gewordenen Gräsern nach dem Futterzustand zu gestalten. Unserem zu dick geratenen Opens external link in new windowHaflinger kann auch diese Weide bei Ganztages- bzw. 24-Stunden-Beweidung zum Verhängnis werden, wenn dieser dort verfettet. Auch bei spärlichem Gras ist grundsätzlich der Futterzustand des einzelnen Pferdes ausschlaggebend für die jeweilige Weidezeit. Grundsätzlich sind diese Weiden jedoch erst einmal auch für unseren leichtfuttrigen Pferdefreund geeignet.

2.
Dem einzelnen Pferd, der Arbeitsleistung sowie dem Futterzustand:
Generell ist zu beachten, dass jedes Pferd einen ganz unterschiedlichen, ihm eigenen Stoffwechsel besitzt, der u. a. die Futterverwertung beeinflusst. Daher gilt insbesondere auch bei Weidegang, dass der Futterzustand sowohl die Weidezeiten, wie auch die Beschaffenheit der Weide und die darüber hinausgehende Fütterung bestimmen sollte. Ein weiterer Faktor ist die Leistung, die das einzelne Pferd erbringt. Da durch Bewegung und die Erbringung von Leistungen mehr Futter bzw. mehr Kalorien verwertet werden, hat das in Leistung stehende Pony & Pferd grundsätzlich einen höheren Bedarf, der durch mehr Futter gedeckt werden muss. Aber auch hier verrät uns der Futterzustand, inwieweit die Menge herauf- bzw. heruntergesetzt werden muss.

In der Praxis erlebe ich häufig, dass kaum Abschläge an Kraftfutter und Rauhfutter bei Weidehaltung gemacht werden und die Beweidung kaum in die Fütterung mit einfließt. Bedenkt man, dass Pferde sich Natur gemäß ausschließlich von Gras ernährten, wirkt dies schon fast paradox.
Die Pferde verfetten zusehends, weil die Grasfütterung nicht entsprechend berücksichtigt wird. Abschläge müssen insgesamt bei Kraftfutter erfolgen und (wir haben wieder den Futterzustand im Auge...) ggf. auch bei der Heufütterung. Letztlich zählt grundsätzlich das „Auge des Herrn“, was täglich geschärft werden sollte, da die Fütterung ständig überdacht und auf die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden muss. Während der Vegetation sieht man beispielsweise täglich eine Gewichtszunahme, während heißer Sommer eher eine Abnahme des Gewichts bei Weidehaltung, da die Nährstoffe im Gras ebenfalls ständig den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Artikel von mir für Pferde Regional 2012

 
 Du suchst das passende Futter für Dein Pferd? Opens external link in new windowKlick hier!