Fütterung bei Hufrehe – was wirklich hilft und was nicht
Heu, Fruktan, Kraftfutter, Mineralstoffe – und warum trotz strenger Diät Schübe kommen
Im akuten Schub kommen Weide und Kraftfutter sofort aus der Ration. Das Heu bleibt – in angepasster Menge, ohne Hungerpausen. Langfristig zählt die Heuqualität mehr als die Heumenge: Ziel ist ein Heu mit weniger als 10 % Zucker, Stärke und Fruktan zusammen (NSC).[1]
Und wenn Sie das alles längst tun und der nächste Schub trotzdem kommt: Dann liegt die Ursache meist tiefer als im Trog – im Stoffwechsel.
- Im akuten Schub: Weide und Kraftfutter stoppen, Heu weiter anbieten – kein Nahrungsentzug.
- Heu analysieren lassen, Ziel: NSC unter 10 %. Zu zuckerreiches Heu lieber mit Futterstroh oder Timotheeheu strecken als wässern.
- Mineralfutter gehört in jede Rehe-Ration: Diät bedeutet Energiereduktion, nicht Nährstoffentzug.
- Schübe trotz strenger Diät sehen wir in der Beratung täglich. Dann sitzt die Ursache im Stoffwechsel – Darm, Leber, Hormonsystem.
Wenn Sie streng füttern und der Schub trotzdem wiederkommt. Dann suchen wir zuerst die Ursache. Wo wir bei Ihrem Pferd anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt für einen Begleitplan – ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Wenn Ihr Pferd gerade einen akuten Schub hat und der Tierarzt da war. Dann setzen wir fütterungsseitig beim Stoffwechsel an, mit dem VetLine Metabo Rapid Duo Aktiv – Metabo Rapid und Entero Clean Basic in einem Set, sechs bis acht Wochen am Stück. Was wir dazu zusammenstellen, steht im Hauptratgeber unter „akuter Schub".
Wenn Ihr Pferd stabil ist und Sie den Trog neu aufstellen wollen. Mineralische Dauerbasis ist VetLine Surf and Turf Basic Mineral – mit 1 kg starten, ein mittleres Pferd bekommt 30 g täglich. Als Krippenfutter dazu das Nehls Pferdefutter für stoffwechselempfindliche Pferde: 10-kg-Sack, 200 bis 600 g täglich je nach Größe.
Wenn der Schub vorbei ist und es um den Huf geht. Dann begleiten die Nehls Hufkräuter Spezial flüssig die tägliche Fütterung. Mit 100 ml testen Sie, ob Ihr Pferd sie annimmt; empfohlen sind mindestens sechs Wochen, besser drei Monate.
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei akutem Reheschub gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.
Warum Fütterung bei Hufrehe mehr ist als Diät
„Kein Gras, kein Getreide, nur Heu." Diese Formel hören Sie nach dem ersten Schub von allen Seiten. Sie stimmt – und sie reicht oft nicht. Einen entgleisten Stoffwechsel bringt Fütterung allein nicht zurück ins Gleichgewicht.
Hufrehe hat fast immer mehrere Ursachen. Die häufigste Form hängt mit einem dauerhaft zu hohen Insulinspiegel zusammen – dahinter stehen oft Darm, Leber und Fütterung. Andere Formen entstehen durch Überlastung am Huf oder durch Giftstoffe, etwa nach einem abrupten Futterwechsel. Mehr dazu in Hufrehe – mehr als Zucker und Gras.
Akuter Schub: Was sofort aus dem Trog muss – und was bleibt
- Tierarzt rufen – Hufrehe ist ein Notfall
- Weidegang, Kraftfutter, Müsli, Mash, Brot, Obst und Leckerlis streichen
- Heu in angepasster Menge weiter anbieten – kein Nahrungsentzug
- Mineralfutter weitergeben
Das Pferd ist ein Dauerfresser: Frei lebende Pferde fressen im Schnitt rund zwölf Stunden am Tag.[2] Erzwungene Fresspausen bedeuten Stress und belasten den Magen. Bei Shetlandponys, Miniaturrassen und Eseln kann eine zu stark gekürzte Ration außerdem den Fettstoffwechsel entgleisen lassen (Hyperlipämie). Die europäische Fachgesellschaft der Pferde-Internisten (ECEIM) rät, bei einer Abnehm-Diät die Blutfettwerte kontrollieren zu lassen.[1] Abnehmen ja – langsam und mit dem Tierarzt abgestimmt.
Heu – das Fundament der Rehe-Ration
Heuqualität: NSC unter 10 %
Heu von intensiv geführten Wiesen mit Hochleistungsgräsern wie Deutschem Weidelgras bringt deutlich mehr Zucker und Fruktan mit als Heu von extensiven Wiesen. Die Heuanalyse bei der LUFA ist für uns deshalb die Grundlage jeder Rehe-Ration. Zielwert: NSC unter 10 %, so auch die ECEIM.[1] Engmaschige Heunetze verlängern die Fresszeit, ohne die Menge zu erhöhen.
Heu wässern – warum wir es anders sehen
Wässern senkt den wasserlöslichen Zucker tatsächlich: Die ECEIM nennt 24 bis 43 % bei 7 bis 16 Stunden im Wasser.[1] Dasselbe Wasser nimmt aber Mineralstoffe mit – Natrium, Kalium und Phosphor schon nach 30 Minuten, später auch Magnesium.[3] Dazu kommt das Keimrisiko bei langem Wässern in der Wärme.[1]
Unser Weg: zuerst ein passendes Heu suchen. Ist es zu zuckerreich, strecken wir es mit bis zu 30 % Timotheeheu oder gutem Futterstroh, möglichst ohne Halmverkürzer gespritzt. Stroh schrittweise einführen und den Kotabsatz im Blick behalten – zu viel auf einmal kann verstopfen.[1] Wer trotzdem wässert, gleicht die Mineralstoffe aus.
Gras und Fruktan – kurz gefasst
„Kein Gras" ist als Dauerregel zu grob. Für Pferde mit gestörter Insulinregulation empfiehlt die ECEIM, in den ersten 6 bis 12 Wochen der Diät ganz auf Weide zu verzichten.[1] Danach kommt es auf Pferd, Jahreszeit und Weide an:
- Tageszeit: Nach Frostnächten im Frühjahr und Herbst sind die Fruktanwerte morgens am höchsten – dann ist nachmittags weiden sicherer. In der warmen Jahreszeit ohne Frost ist es umgekehrt: frühmorgens und nachts weiden.
- Kurze, abgefressene Weiden: Die Pflanze verlagert ihre Reserven in die Wurzeln, oberirdisch steht oft sogar weniger Zucker. Das Risiko kurzer Weiden heißt Hungerstress, Schlingen und Sandaufnahme.
Anweideplan und Risikoprofil stehen in Anweiden im Frühjahr und Hufrehe vorbeugen.
Was aus dem Trog muss – Getreide, Obst, Brot, Leckerlis
Getreide und Kraftfutter
Im Schub gehört Kraftfutter vollständig aus der Ration. Gerste und Mais bringen viel Stärke mit; was der Dünndarm nicht schafft, landet im Dickdarm und stört dort die Darmflora. Bei ganzem Mais werden nur etwa 30 % der Stärke im Dünndarm verdaut, bei Hafer rund 80 bis 90 %.[4] Darmverträglich heißt aber nicht insulinneutral: Im Schub, bei EMS und bei PPID bleibt auch Hafer draußen – die ECEIM rät bei gestörter Insulinregulation, Getreide ganz zu streichen.[1] Bei stabilen Pferden ohne Insulinproblem halten wir eine Frauenhand voll Hafer aus unserer Erfahrung für vertretbar.
Die meisten Freizeitpferde brauchen bei gutem Heu kein Kraftfutter. Wer Mineralfutter oder Kräuter untermischen will, nimmt ein Häckselfutter ohne Melasse wie das Nehls Pferdefutter für stoffwechselempfindliche Pferde.
Karotten, Äpfel, Brot, Leckerlis
Obst und Karotten bringen Zucker in die Ration, getrocknete Leckerlis in konzentrierter Form. Im Schub streichen wir alles davon. Bei stabilen Pferden sind ein bis zwei Karotten am Tag vertretbar, bei EMS oder PPID bleiben wir streng. Brot gehört gar nicht in den Trog: viel Stärke, dazu Salz und Backzutaten. Bei Futter mit dem Aufdruck „für Rehepferde geeignet" zählt die Deklaration: Zucker und Stärke zusammen unter 10 %, keine Melasse.
EMS und PPID: gleiche Regeln, weniger Spielraum
Diese Pferde können einen Schub bekommen, obwohl die Fütterung stimmt – das Hormonsystem spielt nicht mit. Für sie gelten dieselben Regeln ohne Ausnahmen. Diagnose und Blutwerte gehören zum Tierarzt.
→ EMS beim Pferd
→ Cushing beim Pferd (PPID)
Mineralstoffe: Diät darf kein Mangel werden
Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: Das Rehepferd bekommt monatelang nur Heu und Stroh – und kein Mineralfutter. Die Begründung klingt logisch: „Wir wollen den Stoffwechsel nicht belasten." Das Gegenteil ist richtig. Nach einem Schub bildet der Huf neues Horn, und dafür braucht der Organismus Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch die ECEIM verlangt bei jeder Diät einen Ausgleich von Mineralstoffen und Vitaminen.[1]
Wir setzen auf natürliche Quellen, ohne Melasse und ohne Getreide als Träger. Unsere Dauerbasis ist VetLine Surf and Turf Basic Mineral, entwickelt von Tierärztin Katrin Knecht. Bei der Umstellung von einem aromatisierten Mineralfutter kann es einige Wochen dauern, bis Ihr Pferd es zuverlässig frisst.
Warum trotz strenger Diät immer wieder Schübe kommen
„Ich habe doch alles richtig gemacht" – den Satz hören wir am Telefon immer wieder. Kein Gras, analysiertes Heu, kein Kraftfutter, keine Leckerlis. Und trotzdem der nächste Schub. Meistens stimmt der Satz: Die Fütterung war in Ordnung, die Ursache lag woanders:
- ein Stoffwechsel, der dauerhaft aus dem Gleichgewicht ist – Darm, Leber, Nieren
- eine Hufsituation, die den Hufbeinträger mechanisch dauerbelastet
- EMS oder PPID, tierärztlich noch nicht abgeklärt
- Dauerstress in Haltung oder Herde
- ein Mineralfutter, das nicht zum Pferd passt
Das Nehls-Argument: Wenn Darm, Leber oder Niere aus dem Takt sind, ist das die Ursache von sehr vielem – auch von dem, was am Ende im Huf sichtbar wird. Eine noch strengere Diät ändert daran nichts.
Wie wir Darm und Stoffwechsel fütterungsseitig begleiten, steht im Hauptratgeber unter den drei VetLine-Regeln. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie bei der Ration Ihres Pferdes anfangen sollen: Rufen Sie an unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr, oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen zur Fütterung bei Hufrehe
Immer wieder Schübe – trotz strenger Diät?
Am Telefon hören wir oft, mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich. Wenn die Fütterung stimmt und die Rehe trotzdem wiederkommt, suchen wir tiefer. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" gibt uns Hinweise auf individuelle Belastungsfelder und ist die Grundlage für den Begleitplan aus Fütterungsempfehlung, Kräutermischung und Homöopathie – ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. Für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Wer lieber zuerst reden will: kostenloses Erstgespräch, telefonisch unter 05642 988 8826.
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- → Hufrehe beim Pferd: Hauptratgeber mit Notfallhilfe und Akut-Zusammenstellung
- → Hufrehe – mehr als Zucker und Gras: Insulin, Darm und Leber
- → Hufrehe vorbeugen – das Risikoprofil des einzelnen Pferdes
- → Anweiden im Frühjahr – Fruktan und Anweideplan
- → Hufrehe im Winter – die unterschätzte Rehezeit
Alle weiteren Hufrehe-Themen finden Sie in der Themenübersicht am Seitenanfang.
- Durham AE, Frank N, McGowan CM, Menzies-Gow NJ, Roelfsema E, Vervuert I, Feige K, Fey K (2019): ECEIM consensus statement on equine metabolic syndrome. Journal of Veterinary Internal Medicine 33(2), 335–349. doi.org/10.1111/jvim.15423
- Harris PA, Ellis AD, Fradinho MJ, Jansson A, Julliand V, Luthersson N, Santos AS, Vervuert I (2017): Review: Feeding conserved forage to horses – recent advances and recommendations. Animal 11(6), 958–967. doi.org/10.1017/S1751731116002469
- Moore-Colyer MJS (1996): Effects of soaking hay fodder for horses on dust and mineral content. Animal Science 63(2), 337–342. doi.org/10.1017/S1357729800014892
- Harris PA (1998): Developments in equine nutrition: comparing the beginning and end of this century. The Journal of Nutrition 128(12 Suppl), 2698S–2703S. doi.org/10.1093/jn/128.12.2698S
