Hufrehe bei trächtigen und laktierenden Stuten
Was Trächtigkeit und Geburt mit dem Huf zu tun haben – Geburtsrehe, Risiken und eine Fütterung, die die Stute in dieser Phase trägt.
Ihre Stute ist hochtragend, sie liegt mehr als sonst, läuft auf dem Hofpflaster vorsichtiger – und Sie fragen sich, ob das nur der dicke Bauch ist. Trächtigkeit schützt nicht vor Hufrehe. Manche Stuten erleben in dieser Phase sogar ihren ersten Schub. Eine besondere Form ist die Geburtsrehe: Bleibt die Nachgeburt ganz oder teilweise in der Gebärmutter, drohen Endotoxämie und eine Hufrehe, die tödlich verlaufen kann.[1] Ist die Nachgeburt drei Stunden nach der Geburt nicht vollständig abgegangen, rufen Sie den Tierarzt.[2]
Die THZ-Sicht: Strukturreich und gleichmäßig füttern, nie hungern lassen, die Hufe in kurzen Abständen pflegen. Die Diagnose stellt der Tierarzt. Womit Sie anfangen ↓
- Die Nachgeburt sollte innerhalb von drei Stunden vollständig abgehen; danach gilt sie als verhalten.[1] Ziehen Sie nie selbst daran.[2]
- Trächtigkeit und Laktation erhöhen den Energiebedarf. Vor allem Ponystuten können dabei in eine gefährliche Fettstoffwechselentgleisung (Hyperlipämie) rutschen.[3]
- Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: eine rehegefährdete Stute in der Spätträchtigkeit auf Radikaldiät setzen.
- Den Gesamtüberblick über Ursachen, Notfall und Fütterung gibt der Hufrehe-Hauptratgeber.
Lage: Die Nachgeburt ist nach drei Stunden nicht vollständig abgegangen – oder die Stute zeigt nach der Geburt warme Hufe. Tierarzt rufen – und uns gleich mit. Was im Notfall bis zum Eintreffen zählt, steht im Hufrehe-Ratgeber.
Lage: Ihre Stute ist tragend oder säugend und neigt zu Hufrehe. Welche Begleitung in dieser Phase passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – immer in Abstimmung mit dem betreuenden Tierarzt. Für die tägliche Hufbegleitung nutzen wir gern Nehls Hufkräuter Spezial flüssig, eine flüssige Kräuterergänzung für Pferde, die Trockenkräuter ablehnen; in der Trächtigkeit nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt.
Lage: Es kommt immer wieder, und keiner weiß, warum. Rufen Sie uns an unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse": Sie macht energetische Belastungsfelder sichtbar und ist unser Werkzeug – der Ausgangspunkt für einen Fütterungs-Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Schützt Trächtigkeit vor Hufrehe? Das hartnäckige Missverständnis
Unter Pferdehaltern hält sich die Annahme, eine trächtige Stute sei vor Hufrehe geschützt. Das stimmt nicht. Trächtige Stuten und Stuten kurz nach dem Fohlen begegnen uns in der Beratung regelmäßig, manche mit ihrem allerersten Schub.
Die Ursachen sind grundsätzlich dieselben wie bei anderen Pferden: Fütterungsfehler, Stoffwechselbelastungen, eine ungünstige Hufsituation, Stress oder eine bestehende hormonelle Dysregulation. Trächtigkeit und Laktation schützen nicht – sie sind aber auch nicht die eigentliche Ursache. Sie sind Phasen, in denen der Organismus besonders gefordert ist.
- Stuten mit bekannter Hufrehe-Vorgeschichte
- Leichtfuttrige Rassen und Ponystuten
- Ältere Stuten, die zum ersten Mal fohlen
- Stuten mit EMS, PPID oder Insulindysregulation
- Stuten nach komplikationsreicher Geburt oder Nachgeburtsverhaltung
Die Geburtsrehe – ein klarer Notfall
Normalerweise geht die Nachgeburt innerhalb von drei Stunden ab. Bleibt sie ganz oder teilweise in der Gebärmutter, drohen Gebärmutterentzündung, Endotoxämie und eine Hufrehe, die tödlich verlaufen kann.[1] Da gleichzeitig das Fohlen auf die Mutter angewiesen ist, ist schnelles Handeln doppelt wichtig.
- Nachgeburt nach drei Stunden nicht vollständig abgegangen: Tierarzt rufen – und uns gleich mit.[2]
- Nie selbst an der Nachgeburt ziehen.[2]
- Die abgegangene Nachgeburt aufheben und auf Vollständigkeit prüfen lassen. Sie hat die Form einer Hose mit zwei Beinen; fehlt die Spitze eines der beiden Hörner, ist ein Rest zurückgeblieben – meist am nicht tragenden Horn.[1]
- In den Tagen danach: warme Hufe, pochende Pulsation, Entlastungshaltung? Sofort den Tierarzt.
Bekommt Ihre Stute Schmerzmittel, halten Sie sie in strenger Boxenruhe auf weicher Einstreu: Sie merkt den Schmerz nicht mehr und tritt wieder normal auf.
Hufrehe bei der trächtigen Stute erkennen
Die Zeichen unterscheiden sich nicht von denen anderer Pferde. Was sich ändert: Leise Frühzeichen werden in dieser Lebensphase leichter übersehen, weil die Stute ohnehin langsamer läuft, schwerer ist und sich weniger bewegt. Das liegt nicht an Ihnen.
- Vorderhufe fühlen sich wärmer an als die Hinterhufe
- Verstärkte, pochende Pulsation an der Zehenarterie
- Vorsichtiger, klammer Gang – besonders auf hartem Boden
- Widerwilligkeit beim Hufgeben, Gewicht auf die Hinterhand verlagert
- Die Stute liegt deutlich öfter als gewohnt
Jedes dieser Zeichen gehört abgeklärt, auch wenn eine harmlosere Ursache naheliegt. Alle Frühzeichen im Überblick →
Fütterung bei trächtigen und laktierenden Stuten
In den letzten Trächtigkeitsmonaten und in der Laktation steigt der Energiebedarf deutlich. Gerade jetzt braucht die Stute eine strukturreiche Basis mit hochwertigem Raufutter und möglichst gleichmäßiger Energieversorgung. Abrupte Futterumstellungen vermeiden Sie.
- Heu als Basis – strukturreich, auf Zucker analysiert, keine Hochleistungswiesen.
- Keine langen Fresspausen – Heunetze verlangsamen die Aufnahme ohne Restriktion.
- Keine Radikaldiät. Trächtigkeit, Laktation und knappes Futter können vor allem bei Ponys und übergewichtigen Stuten eine Hyperlipämie auslösen.[3]
- Mineralstoffversorgung sichern – ohne künstliche Vitamine und ohne Zusatzzucker; auch Johannisbrot ist stark zuckerhaltig.
- Kraftfutter nur bei echtem Bedarf – ohne synthetische Zusätze. Hafer ist aus unserer Erfahrung als THP oft gut verträglich.
Trächtige und laktierende Stuten sind schwerer zu begleiten, weil viele Medikamente und manche Kräuter in dieser Zeit nicht oder nur eingeschränkt infrage kommen. Das ist viel Abstimmung, wir wissen das. Wie wir das Rehepferd insgesamt füttern, steht im Ratgeber Fütterung bei Hufrehe.
Hufpflege: auch in der Trächtigkeit in kurzen Abständen
Was uns in der Praxis besonders wichtig ist: Die Hufsituation darf auch bei der trächtigen Stute nicht aus dem Blick geraten. Regelmäßige Hufpflege in kurzen Intervallen ist in der Trächtigkeit möglich und wichtig. Eine schlechte Hufsituation setzt den Hufbeinträger dauerhaft unter Druck – und dieser Stress wächst mit jedem Kilo Gewichtszunahme.
Unsicher, was Ihre Stute in dieser Phase braucht? Sprechen Sie mit uns im kostenlosen Erstgespräch oder telefonisch unter 05642 988 8826.
Häufige Fragen zu Hufrehe bei trächtigen und laktierenden Stuten
Ein erster Schub in der Trächtigkeit – oder es kommt immer wieder?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich will nichts riskieren." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse", seit 2021 rund 3.300-mal gemacht. Sie macht energetische Belastungsfelder sichtbar und ist unser Werkzeug; Tatjana Siebert und unser Team besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus den Fütterungs-Begleitplan ab. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Sertich PL (2021, aktualisiert 2024): Examination of the Fetal Membranes in Horses. MSD Veterinary Manual.
- Gilbert RO (2019, aktualisiert 2024): Retained Placenta in Horses. Merck Veterinary Manual, Ausgabe für Pferdehalter.
- Foreman JH (2023): Hyperlipemia and Hepatic Lipidosis in Large Animals. MSD Veterinary Manual.
