Ingwer grießförmig/pulverisiert Bio-Qualität für Pferde
Ingwer in der Pferdefütterung
KbA (Kontrollierter biologischer Anbau, DE-021-Öko-Kontrollstelle).
Fütterungsempfehlung:
Pferd: 3 - 5 g je 100 KG Pferdegewicht.
Hier einige Auszüge aus der Pferdeglueck Seite, der "Mutter aller Internetseiten zum Thema Ingwer":
Ingwer ist ein Gewürz, dem heilende/lindernde Wirkung seit Tausenden von Jahren zugeschrieben wird. Mehr als 500 (!) BIO-Stoffe sind im Ingwer enthalten und können bei Mensch wie Tier heilungsfördernde, konstitutionsverbessernde Wirkungen entfalten. Jedoch gibt es keine seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen, die exakt Wirkung X bei Dosierung Y belegen. Zumal es nicht den Ingwer gibt, sondern Ingwer unterschiedlicher Qualität. Schon deshalb sind Dosierungs-Empfehlungen reine Richtwerte. Hier heißt es: Ausprobieren! 3 g je 100 kg Pferdegewicht sind ein guter Ansatz bei vielen Beschwerden, aber bei manchem Pferd und mit mancher Ingwersorte können erst 5 g je 100 kg Körpergewicht und noch mehr die erwünschte Wirkung zeigen!
Ersetzt Ingwer Schmerzmittel?
Manche Pferdehalter fragen, ob Ingwer eventuell Schmerzen so stark bekämpft, dass Pferde trotz Gelenkserkrankung etc. zu Belastungen verleitet werden, die letztlich nur zu weiteren Schäden führen würden. Wer so fragt, hat die wirkliche Ursache des Schmerzes (siehe oben) nicht endgültig abgeklärt. Der weiß also gar nicht zuverlässig, warum das Pferd die Schmerzen hat. Schmerz ist ohnehin nicht gleich Schmerz. Wenn ein akuter Schmerz vorliegt, der eine schwere akute Erkrankung signalisiert, ist nicht Ingwer, sondern erst einmal der Tierarzt dringend vonnöten.
Aber es gibt zahllose Pferde, die aufgrund von (Alters-)Verschleiß, chronischer Entzündungen etc. unter dauerhaften Schmerzen leiden und ohne Schmerzmittel nicht mehr effektiv behandelbar sind. Hier ist es dann wirklich kein Unterschied mehr, ob nun das Schmerzmittel des Arztes die Schmerzfreiheit vorgaukelt oder eventuell der Ingwer. Nur: Ingwer kostet deutlich weniger und hat offenbar keine Nebenwirkungen. Wenn also in der Anfangsphase einer chronischen Erkrankung Ingwer in der Lage ist, durch seine entzündungshemmende Wirkung Schmerzen so zu lindern, dass es dem Pferd sichtbar gut geht, warum dann Medikamente? Auch hier muss jeder die Probe auf’s Exempel machen! Im Allgemeinen wird die schmerzhemmende Wirkung des Ingwers auch überschätzt: Je nach Beschwerden setzt, wenn überhaupt, eine deutlich schmerzhemmende Wirkung erst im Bereich hoher täglicher Ingwerdosen ein. In einigen Fällen musste dazu sogar bisweilen die 100 g-Marke täglich überschritten werden.
Ingwer auch für gesunde Pferde?
Ja, natürlich! Es ist sehr unwahrscheinlich, dass all die Pferdehalter, welche bei ihren Tieren durch die Ingwer-Fütterung eine deutliche Vitalitäts-Steigerung feststellen, unter Halluzinationen leiden. Es braucht da auch gar keiner Laboruntersuchungen in Sachen Blut- und Leberwerte. Das Pferd signalisiert schon nach kurzer Zeit optisch dem (aufmerksamen) Pferdehalter, ob und wann Ingwer zu wirken beginnt! Was also an "Beweisen" will der Skeptiker da noch mehr? Geradezu als ein "Jungbrunnen" kann sich Ingwer an alte Pferde verfüttert erweisen.
Ist Ingwer Doping?
Seit pferdeglueck.de 2002 das Thema "Pferd und Ingwer" erstmals fundiert und kritisch redaktionell ins Internet lancierte, erfreut sich eine bestimmte Frage einer schönen Regelmäßigkeit: "Ist Ingwer Doping?" wollen passionierte Turnierreiter besorgt wissen. Entwachsen ist diese leidige Diskussion dem Umstand, dass man dem Ingwer in den letzten Jahren – neben vielen anderen Mythen und wundersamen Eigenschaften – auch nachsagte, er würde in einigen Rennställen als gezielt zur Leistungssteigerung verabreichtes Zusatzfuttermittel bei den Rennbahn-Vollblut-Protagonisten wahre Wunder bewirken. Belegt ist das, wie vieles andere aus dem Umfeld des allgemeinen Ingwer-Hypes, bis heute in keinem einzigen neutral und wissenschaftlich dokumentierten Fall. Auch oben erwähnte Turnierreiter, die sich um das Thema "Doping" sorgten, konnten bis heute auf unsere Anfragen in keinem einzigen Fall bestätigen, die Ingwergabe habe ihnen nachweislich eine bessere Erfolgsquote beschert. Weitere Leistungstests eines Trabrennfahrers aus Bad Segeberg mit seinen beiden Traberhengsten ergaben ebenfalls bislang keine signifikante Leistungssteigerung.
Sogar schon auf offizieller Ebene diskutiert man das Thema "Ingwer und Doping", doch wer hier journalistisch nachhakt, stößt fast immer auf große Unsicherheit, die nicht selten mit unverbindlichen Allgemeinplätzen kaschiert wird. Ein wenig konkreter antwortete auf Anfrage ein renommiertes Dopinglabor: "Die systematische Anwendung von Ingwer bei Wettkampfpferden, insbesondere die hochdosierte Gabe von Futterergänzungsmitteln ist verboten. Zur Zeit wird die Anwendung von Ingwer bei Sportpferden wegen seiner antiphlogistischen Wirkung unter Pferdesportverbänden international diskutiert. Eine Empfehlung lautet: Die Gabe von Ingwer soll mindestens 48 Stunden vor einem Wettkampf gestoppt werden", so Dr. Marc Machnik (Institut für Biochemie und IOC akkreditiertes Labor für Dopinganalytik in Köln) in seiner Stellungnahme (Stand: Mai 2008).
Und Dr. Machnik verriet noch weitere Details. So soll laut Dr. Marc Machnik Ingwer noch nicht auf der Dopingliste der Rennverbände stehen, – was nach wie vor mit dem Umstand zu tun haben dürfte, dass man generell bei der Frage, warum neben vielen anderen gesunden Futterzusatzmittel ausgerechnet der Ingwer in Doping-Nähe gerückt werde, bislang nur wenig plausible Argumente aufbieten kann. Zumal die Wirkkraft des Ingwers sich nicht generalisieren lässt und von Dosis, Qualität und Verabreichungsform abhängt. Zwar könne man die Gingerole, so Dr. Machnik, nachweisen und das sei auch bei den Dopingproben inzwischen üblich. Fraglich bleibt allerdings, wie man diesen Werten unanfechtbar "Doping-Potenzial" zuweisen wolle und ob diese Bewertungen einer wirklich ernsthaften juristischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Beweisführung standhalten würden.
Wohl auch deshalb bleibt man in offiziellen Kreisen noch eher zurückhaltend. Im Moment diskutiere man Ingwer zwar emsig als dopingrelevantes Mittel, so gestand Dr. Machnik zu, jedoch bislang ohne konkrete Resultate. Bei der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V.) heißt es unterdessen, bei Dopingproben dürften keine Gingerole nachweisbar sein, wobei wohl auch hier die Offiziellen eher nur mit ihren Wortmuskeln spielen und es in der Turnierpraxis anders aussehen dürfte. Im Umfeld der Traber hingegen beruft man sich, so Dr. Örs Katona vom HVT (Traberorganisation), pauschal auf die allgemeine Trabrennordnung mit der klaren Vorgabe: "Unabhängig von dem generellen Verbot der Verabreichung von Substanzen oder Mitteln dürfen Pferde innerhalb von 72 Stunden vor Beginn des Rennens keine Injektionen, Infusionen, Intubationen, Inhalationen oder oralen Applikationen erhalten. Die natürliche Futteraufnahme ist hiervon ausgenommen." Auch hier geht man erst einmal pauschal auf "Nummer Sicher" und rückt etwaige Gingerol-Nachweise aus Doping-Proben in die Nähe von Doping.
Ingwer: Alles eitel Sonnenschein?
Leider nein! Die Nachteile des Ingwers liegen nicht am Ingwer selber, sondern an der inflationären Vermehrung der "Ingwer-Spezialisten", die manchmal mit haarsträubender Leichtfüßigkeit Pferde voll Ingwer pumpen und dann über Zwischenfälle anstatt Erfolgserlebnisse staunen. Es liegen uns zahlreiche Beispiele vor, wo schon eine Verbesserung bei Haltung und Fütterung dem Pferd geholfen hätten. Doch hier wollte man durch eine "schnelle Ladung Ingwer" das Pferd mit wenig Aufwand "in Schuss bringen". Und selbst wo sich Ingwer-Erfolge erst einstellten, machte man dies durch Haltungs- und Fütterungsfehler teilweise wieder zunichte.
Ein Tierarzt aus dem Ruhrgebiet, prinzipiell ein Verfechter der Ingwer-Idee, meinte unlängst drastisch-deftig zu uns: "Die reißen oft mit dem Arsch wieder ein, was sich langsam an Erfolgen aufgebaut hatte!" In Kliniken und auch bei Tierärzten warnt man indes vor Koliken bei sensiblen Pferden und vor Magengeschwüren. Bewiesen und belegt ist nichts davon. Das heißt aber nicht, dass die Gefahr damit vom Tisch ist. Es könnte auch daran liegen, dass Tierärzte schlichtweg keine Lust mehr haben auf endlose Debatten in den Ställen und notgedrungen die "Ingwerianer" auf eigene Gefahr herumfuhrwerken lassen. Der selbe Tierarzt bestätigt: "Die bombardieren mich bisweilen mit ihrem geballten Halb- und Unwissen z. B. aus den einschlägigen Forums-Kaffeekränzchen bei Pferd-aktuell. Da nimmst Du halt Deine Tasche und gehst."