Mein Pferdealtenheim...

 

Gnadenbrotpferde...

Was unterscheidet eigentlich das alte Pferd zum Pferd "in den besten Jahren"?

Probleme bereiten alten Pferden beispielsweise eine Verlangsamung aller Stoffwechselprozesse, welche sich in jeder Zelle nachweisen lässt und den Organismus in seiner Gesamtheit betrifft. Die altersbedingt zunehmende Einschränkung der Zellaktivität äußert sich u. a. darin, dass Futter weniger gut aufgeschlossen, genutzt und verdaut werden kann. Die Anfälligkeit für Erkrankungen nimmt einerseits zu, andererseits benötigt das alternde Pferd eine längere Regenerationsphase. Der Senior benötigt mehr Nährstoffe, als zu besten Zeiten. Darüber hinaus muss das Futter so beschaffen sein, dass es gut aufgeschlossen und verwertet werden kann. Auch die Haltung muss den Änderungen der Lebensvorgänge angepasst werden.

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So kann es unverantwortlich sein, Opens external link in new windowalte Pferde in der Herde im Offenstall zu halten, da diese oft das schwächste Mitglied der Herde sind in allen Konsequenzen, was bedeutet, dass sie vom Futter weg getrieben werden und stark abmagern. Andererseits ist ständige langsame Bewegung gerade im Alter wichtig, was wiederum eine Boxenhaltung ausschließt. Das Sprichwort "wer rastet, der rostet" gewinnt gerade bei alten Pferden große Bedeutung. Bei Senioren bestehen in der Regel mehrere Erkrankungen gleichzeitig. So bestehen Opens external link in new windowStörungen des Bewegungsapparates durch nachlassende Funktionalität, die Beweglichkeit der Gelenke nimmt ab, die Zellaktivität ist eingeschränkt und der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr reibungslos. Pferde, welche schon früher an Opens external link in new windowAtemwegserkrankungen litten, kämpfen im Alter verstärkt mit diesen. Der Organismus erholt sich langsamer von bestehenden Erkrankungen, die Zellregeneration lässt nach. So gut wie immer machen alten Pferden die Zähne Probleme, denn auch das Gebiss wird alt. Wir Menschen bekommen Prothesen, bei alten Pferden ist ein neues Gebiss (bisher...) nicht möglich. Das alte muss daher so gut wie nur eben möglich erhalten bleiben, was regelmäßige Zahnbehandlungen nötig macht. Mindestens 1 x jährlich, besser 2 x jährlich muss das alte Pferd einem Pferdezahnarzt vorgestellt werden, damit die Zähne bestmöglich in ihrer Funktion unterstützt werden.

Die Bedürfnisse von Pferden nehmen mit steigendem Alter insgesamt zu, was für den betreuenden Menschen mithin ein größeres Maß an Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen fordert. Neben einem höheren Zeitaufwand entstehen auch zwangsläufig höhere Kosten durch die im Laufe des Pferdelebens entstandenen Problematiken, den höheren Anspruch an die Ernährung sowie den gesteigerten Grundumsatz und den zwangsläufig eingetretenen Verschleiß. Schön vergleichbar ist die Situation alter Pferde mit derer alter Menschen: der Zahn der Zeit nagt halt überall...

Für uns Menschen gibt es Altenheime, warum also nicht auch für Pferde?

Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, ein solches Altenheim für Pferde zu führen, weil ich ganz fest davon überzeugt bin, dass auch Opens external link in new windowalte Pferde ein Recht auf einen glücklichen, artgerechten und so weit wie eben möglich gesunden Lebensabend verdient haben!

Ein ganzheitliches Vorgehen - nicht Symptome bekämpfen - unter Einbeziehung des gesamten Pferdealltags ist wichtig!

Priorität bei alten und/oder unreitbaren Pferden hat grundsätzlich eine dem jeweiligen Individuum angepasste Haltung und Opens external link in new windowFütterung. Theoretisch kein Problem, leider sieht die Praxis anders aus: Jedem Pferd/Pony mit gesundheitlichen Problemen müssen Haltungsbedingungen geschaffen werden, die ein pferdegerechtes Leben ermöglichen, den besonderen Bedingungen an Opens external link in new windowFütterung und Haltung muss Rechnung getragen werden. So benötigen alte und Opens external link in new windowkranke Pferde Ruhe, Erholung und eine Herde, die ihnen freie Entfaltungsmöglichkeiten der Persönlichkeit bietet: Dies ist eine langjährig bestehende Herde (= Familie), negativ zu beurteilen ist eine hohe Fluktuation, wie sie an der Tagesordnung bei Reitbetrieben ist. Positiv zu beurteilen ist eine scharfe Beobachtungsgabe, welche Schwachstellen, wie z. B. eine völlige Unterwürfigkeit des geschwächten Pferdes, welche sich in Angst, Panik und Problemen in der Futter- sowie Wasseraufnahme zeigt, unmittelbar aufdeckt und ausgerichtet auf die tatsächlichen Verhältnisse in der Lage ist, diese zu unterbinden. Alte oder erkrankungsbedingt gehandikapte Pferde und Ponys benötigen in erster Linie ein kompetentes Stallmanagement, welches Sorge für eine freie Entfaltung der Persönlichkeit des geschwächten Individuums trägt, Haltungsbedingungen immer den tatsächlichen Gegebenheiten anpasst und so ein pferdegerechtes Leben sicherstellt.

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Es müssen Bedingungen geschaffen werden, in denen jedes einzelne Pferd sich rundum wohl fühlt, Futter- und Wasseraufnahme dürfen nicht durch Angst gegenüber anderen Pferden erschwert oder sogar unmöglich gemacht werden. Ausschlaggebend zum pferdegerechten Leben sind einerseits die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort, was die Weideflächen, Stallgebäude, Herdenzusammensetzung, Fluktuation etc. betrifft, andererseits auch die Kompetenz, Zeit, der Pferdeverstand, die Liebe zum Pferd, das Einfühlungsvermögen sowie Management und Organisation des Stallbetreibers. Gerade bei alten und erkrankten Pferden sollte Qualität, nicht Quantität der Maßstab sein! Ganz klar muss hier gesagt werden: Alte und erkrankte, Opens external link in new windowunreitbare Pferde können nicht "billig" abgeschoben werden. Zeitaufwand, Pflege, Versorgung, besondere Ansprüche an die Fütterung und Haltung, Kontrollen und medizinische Versorgung fordern hier ihr Attribut. Der Irrglaube, ein Pferd, welches nicht mehr reitbar ist, billig einzustellen, muss relativiert werden durch Anerkennung der Tatsachen. Ein normaler Einstellbetrieb mit durchschnittlichen Einstellpreisen kann aus wirtschaftlichen Gründen diesen Service nicht bieten. Alte und unreitbare Pferde erfordern Zeit: Zeit ist Geld! Schließlich muss auch ein Reitbetrieb leben, so lässt sich ein billiges Abstellen nicht mit einer individuell pferdegerechten Haltung, Fütterung, Betreuung, Pflege und medizinischen Versorgung vereinbaren. Letztlich ist ein pferdegerechtes Zuhause jedoch langfristig die günstigere Alternative, da durch Umsicht, Weitsicht und verantwortlichem Handeln mit Pferdeverstand Folgekosten eingespart werden und unnötige Tierarztkosten gar nicht erst entstehen. Und - das ist wohl der wichtigste Aspekt - ein noch langes und vor allem lebenswertes Leben des geschwächten/alten und unreitbaren Pferdes ermöglichen!

Und genau aus diesem Grund gibt es mein Altenheim für Pferde... sozusagen den Gnadenhof de Luxé für alte Pferde und Ponys

Der Aufgabe alten und unreitbaren Pferden ein rundum glückliches und artgerechtes Leben zu ermöglichen, stellt sich das Opens external link in new windowTierheilkundezentrum unter meiner tierheilkundlichen Leitung gerne. Symptome werden nicht bekämpft, sondern die Grunderkrankung durch Anregung der Selbstheilungskräfte therapiert und der gesamte Pferdealltag in die Therapie einbezogen. Der Senior kann seinen Lebensabend pferdegerecht und glücklich unter besten Bedingungen verbringen, da auf wachsende Bedürfnisse altersbedingt hinreichend Rücksicht genommen wird. So hat sich das Tierheilkundezentrum zum Ziel gesetzt ein Paradies für Senioren und Seniorinnen zu bieten. Es stehen für die Pferdesenioren einige Plätze in liebevoller Atmosphäre mit ganztägiger und familiärer Betreuung zur Verfügung.

Da auch ein Altenheim für Pferde ganz individuell auf das einzelne Pferd eingehen muss, um wirklich die besten Bedingungen für dieses eine Pferd zu bieten, gibt es bei uns ganz verschiedene Haltungsformen. Generell gilt jedoch, dass die ansässigen Pferde ganzjährig Weidegang genießen können und so viel Auslauf, wie eben möglich. Wann immer möglich, wird dem Senior daher Offenstallhaltung mit ganzjährigem Zugang zu insgesamt 11 Hektar Weideflächen geboten. Es stehen aber auch sehr großzügige Boxen zur Verfügung, die beispielsweise über Nacht bezogen werden können oder auch bei entsprechenden Krankheiten bzw. dann, wenn der Senior oder die Seniorin sich in der eigenen Box einfach wohler fühlt, als in der Offenstallgruppe.

Sowohl die bestmögliche bzw. gewünschte Haltungsform, wie auch die individuelle Fütterung, Beschäftigung, Pflege und medizinische Versorgung werden selbstverständlich vor Aufnahme detailliert mit dem Pferdebesitzer erörtert. Wir bieten ein All-inklusive-Paket, welches alle wichtigen Faktoren berücksichtigt. Hierzu gehören auch die medizinische (homöopathisch, ganzheitlich) Betreuung, Wurmkuren, Pflegemaßnahmen, Hufkorrekturen, Beschäftigung (beispielsweise Bodenarbeit, Gelassenheitstraining, Spaziergänge usw.) wie auch die individuelle Haltungsform und Fütterung des Seniors. Außerdem bieten wir Familienleben, sowohl was die pferdische Familie anbelangt (die Pferde leben in Familien, die fester Bestandteil ihres Alltags sind) sowie auch menschlicher Familienanschluss: die ansässigen Pferde werden so betüddelt und versorgt, als wären es unsere eigenen Pferde. 

Da jeder Platz im Pferdealtenheim individuell abgesprochen wird, ist auch der Preis ganz individuell. Ich kann daher hier keinen "Einheitspreis" nennen, diesen kann ich Ihnen jedoch gerne bei einem Erstgespräch nennen. Hintergrund ist, dass jedes Pferd andere Ansprüche hat und dass es beispielsweise einen Unterschied macht, ob wir ein gesundes altes Pferd oder ein altes krankes Pferd aufnehmen, da das kranke Pferd zusätzliche medizinische Betreuung benötigt, welche dann auch im Vorfeld abgesprochen wird. Hier gäbe es dann noch die Wahl zwischen "all inklusive" oder der Extraberechnung von Therapien und Medikamenten. Wichtig ist mir, dass alle Ansprüche des jeweiligen Pferdes abgedeckt werden, so, dass eine höchstmögliche Lebensqualität Priorität hat und dies kann nur gelingen, wenn alle Faktoren bedacht werden. Nur so kann ein fairer Preis für das individuelle Pferd gestaltet werden.

 

 

 Opens external link in new windowImpressionen des Altenheims im Tierheilkundezentrum klick hier!