Hufrehe Fachartikel 2011
Die naturheilkundliche Therapie der Hufrehe Erkrankung
Der Schwerpunkt der Therapie des Tierheilkundezentrums liegt seit vielen Jahren in der naturheilkundlichen Behandlung der Hufrehe Erkrankung. Meist beginnt die Behandlung durch das Tierheilkundezentrum dann, wenn der Tierarzt keine Behandlungsmöglichkeiten mehr sieht und den Pferdebesitzern nahe legt, das von Hufrehe betroffene Pferd zu erlösen. Manchmal wird jedoch auch die naturheilkundliche Behandlung parallel zur veterinärmedizinischen Therapie begonnen, sofern diese erfolglos blieb und der Zustand des an Hufrehe leidenden Pferdes sich nicht verbessert. Eine in Kombination stattfindende tierärztliche und naturheilkundliche Therapie ist durchführbar und widerspricht sich nicht.
Wie erfolgreich die naturheilkundliche Behandlung der Hufrehe durch das Tierheilkundezentrum ist, lässt sich anhand von zahlreichen Erfahrungsberichten nachvollziehen. Auch bei bereits aufgegebenen Pferden konnte die Hufrehe binnen weniger Wochen vollständig reguliert werden. Vor diesem Hintergrund ist in jedem auch noch so massivem Hufrehefall eine naturheilkundliche Therapie eine echte Chance und sollte unbedingt ergriffen werden. Eine homöopathische Therapie durch das Tierheilkundezentrum wird individuell aufgrund der Biofeld-Haaranalyse in jedem Einzelfalle ausgearbeitet und überregional durchgeführt. Die ausgewählten homöopathischen Mittel kann der Pferdebesitzer in jeder Apotheke bestellen und nach Empfehlung der Haaranalyse selbst verabreichen.
Die homöopathische Therapie
Homöopathische Mittel wirken über Information. Informationen werden im Wege von Selbstheilungskräften, welche vorhanden sein müssen, verarbeitet. Oft fehlt es an Selbstheilungskräften im Zuge lebensbedrohlicher Erkrankungen, daher setzen wir homöopathische Mittel ausschließlich ergänzend ein. Homöopathische Mittel sind selten in der Lage, eine Hufrehe zu regulieren; sind jedoch geeignete Mittel, eine Therapie erfolgreich zu ergänzen und zu unterstützen.
Welche Mittel verordnet werden, hängt ganz individuell vom Einzelfall ab. Ausschlaggebend ist die Ursache; so werden bei einer Fütterungsrehe andere Mittel zum Einsatz gebracht, als beispielsweise bei einer hormonell bedingten Rehe, einer Vergiftungsrehe, einer Geburtsrehe oder einer Belastungsrehe.
Es gibt auch in der Homöopathie nicht das Allheilmittel; daher sollte eine Therapie bei einer Hufrehe, wie auch bei jeder anderen Erkrankung, die Ursachen und die Symptome miteinbeziehen.
Oft wird bei Hufrehe Nux vomica verordnet, welches das passende Mittel bei einer Plünderung der Hafertonne wäre, welche sich auch durch Blähungen und Verdauungsprobleme zeigt, jedoch keinerlei Wirkung, beispielsweise bei einer Belastungsrehe erzielen kann.
Homöopathische Mittel sollten daher gut und den Einzelfall betrachtend ausgewählt werden, um einen Erfolg überhaupt erzielen zu können.
Im Wege der Haaranalyse werden die passenden Mittel ausgetestet und eine homöopathische Therapie kann auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt erfolgen.
Die phytotherapeutische Therapie
Im Tierheilkundezentrum setzen wir verschiedene Pflanzen und Kräuter in Deutscher Arzneibuch-Qualität ein, welche sich bestens bewährt haben in der Therapie der Hufrehe Erkrankung.
Leider besagt unsere Erfahrung, dass sich Pferdebesitzer meist erst dann an uns wenden, wenn die gängigen Therapiemöglichkeiten versagt haben und der Tierarzt bereits zur Erlösung des betroffenen Pferdes rät.
Dies ist sehr schade, da oft Wochen und Monate vergehen, in denen es den Pferden immer schlechter geht bzw. keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eintritt.
Ein Hufrehe Schub sollte möglichst innerhalb von 3 Wochen reguliert sein. Oftmals vergehen jedoch mehrere Monate, ohne, dass sich ein Erfolg einstellt. Je länger wiederum eine Hufrehe Erkrankung besteht, desto schlechter sind die Aussichten auf eine Heilung und Regulation.
Wenn sämtliche anderen Therapiemöglichkeiten bereits versagt haben, war es fast immer möglich, mit Kräutern und Pflanzen einen Hufrehe Schub auszukurieren und infolge eine wirksame Prophylaxe vor erneuten Hufrehe Schüben zu betreiben, was, schaut man sich die Folgejahre eines einmal an Hufrehe erkrankten Pferdes an, essentiell wichtig ist.
Nach Erfahrung des Tierheilkundezentrums erkranken annähernd 90 % aller einmal an Hufrehe erkrankten Pferde im Laufe der kommenden 5 Jahre erneut an einem akuten Hufrehe Schub, sofern keine wirksame Prophylaxe betrieben wird.
Vorbeugung einer Hufrehe im Wege der Fütterung
Vorbeugungsmaßnahmen finden im Wege der Ernährung des erkrankten Pferdes statt. In der Regel sollte diese extensiv und karg sowie immer so natürlich wie nur eben möglich gestaltet werden.
Aber es gibt auch immer mehr Ausnahmefälle:
Immer mehr schlanke Pferde erkranken an Hufrehe; diese dürfen nicht karg und extensiv ernährt werden, weil sie so weiter an Gewicht verlieren würden; hier ist auf die Zusammensetzung der einzelnen Nährstoffe und auf die Natürlichkeit der Futtermittel abzustellen; hier macht`s die Kombination der einzelnen Nährstoffe sowie die Natürlichkeit aus, ob eine wirksame Vorbeugung stattfindet oder nicht.
Die Kombination der Ergänzungsfuttermittel Nehls Rehe-Ex, der flüssigen Pflanzenzubereitung Hufelexier und des Nehls Pferdefutter Rehe bzw. des komplett Getreide freien Nehls Pony Futters hat sich in der Fütterung des an Hufrehe erkrankten bzw. zur Hufrehe disponierten Pferdes, Ponys oder Esels bestens bewährt.
Weidegang ja oder nein?
Während des akuten Hufrehe Schubes ein ganz klares Nein.
Nach Ausheilung des akuten Hufrehe Schubes gilt folgendes:
Es erkranken mittlerweile ebenso viele Pferde an Hufrehe mit wie auch ohne Weidegang. Grundsätzlich kommt ein ja oder nein bezüglich Weidegang bzw. auch ein stundenweiser Weidegang auch auf die Vegetation, die Gräserzusammenstellung, die Düngung, den Pestizideinsatz, die Flächenverhältnisse, das Weidemanagment usw. an; so dass man generell weder ein ja noch ein nein und auch keinen stundenweisen Weidegang empfehlen kann. Auch der Futterzustand des betroffenen Pferdes ist ein wesentlicher Indikator. Die Frage nach dem Maulkorb ist ebenfalls individuell zu beantworten und auszuprobieren; nicht jedes Pferd akzeptiert einen Maulkorb, so stellt sich die Frage auch bei manchen Pferden erst gar nicht.
Abgesehen von den o. g. Faktoren ist die sonstige Fütterung essentiell. Oftmals wird der Fehler begangen, dass Pferde ganzjährig das gleiche Futter in gleicher Menge gefüttert bekommen und der Weidegang zusätzlich gewährt wird. Dass dies nur zur Verfettung und zu einem erhöhten Hufrehe Risiko führen kann, liegt auf der Hand.
Insgesamt ist sowohl bei der Fütterung als auch bei der Weidehaltung nach dem akuten Hufrehe Schub auf den Einzelfall abzustellen.
Das Tierheilkundezentrum empfiehlt folgende Maßnahmen bei akutem Hufrehe Schub umgehend einzuleiten:
Pferd von der Weide nehmen und keinerlei Gras fressen lassen.
Pferd separieren von anderen Pferden, um unkontrollierte Fluchtbewegungen auszuschalten.
Haltung möglichst in Box mit Paddock, damit das betroffene Pferd selbst entscheiden kann, ob es sich bewegen mag oder nicht. Kein Zwang zur Bewegung, jedoch auch kein Zwang zu keiner noch so gearteten Bewegung, beispielsweise durch tagelanges Einsperren in kleiner Pferdebox. Das von Hufrehe betroffene Pferd sollte grundsätzlich frei entscheiden können, ob es sich bewegen möchte oder nicht, ohne Rangkämpfe mit anderen Pferden. Daher ist eine Einzelbox mit angeschlossenem Paddock die beste Alternative.
Pferd weich stellen: Einstreu reichlich.
Hufe jeweils mindestens 5 Minuten täglich kühlen (Eimer, Bach, Abspritzen).
Wenn praktizierbar: Trockenen Verband anlegen, Sohle weich mit Polstermaterial auspolstern. Ein Verband nimmt einiges vom Schmerz der Hufrehe durch die schützend gepolsterte Sohle. Bei Verbandanlegung reicht das Kühlen alle paar Tage, wenn der Verband gewechselt wird.
Fütterung im akuten Hufrehe-Schub:
Gutes Heu nach Futterzustand, d. h. ca. 1 KG pro 100 KG Pferdegewicht; Abschläge bei zu dicken Pferden bzw. Zuschläge bei zu dünnen Pferden bzw. Heu zur freien Verfügung bei abgemagerten Pferden. Darüber hinaus als Ergänzungsfuttermittel: Nehls Rehe-Ex flüssig (10 ml) oder getrocknet (50 g), Nehls Hufelexier (10,6 ml) und (bei Bedarf bzw. zum Untermischen der Ergänzungen) Nehls Pony Futter bzw. Nehls Pferdefutter Rehe je nach Akzeptanz und Geschmack. Beide Pferdefuttersorten sind aufgrund ihres angepassten und problemorientierten Nährstoffgehaltes für Pferde mit Hufrehe geeignet (tägliche Fütterungsmenge 100 – 250 g). Grundsätzlich kann auf Pferdefutter, mit Ausnahme von Heu, Rehe-Ex & Hufelexier, verzichtet werden. Pony Futter und Pferdefutter Rehe schaden jedoch nicht und eignen sich beispielsweise zum Untermischen der getrockneten Rehe-Ex Mischung oder/und von Medikamenten. Sowohl Pferdefutter Rehe wie auch Pony Futter sind als Kraftfutterersatz, also als Krippenfutter zu betrachten, fördern jedoch nicht die Heilung der Hufrehe. Jedoch freut sich auch das von Hufrehe betroffene Pferd, wenn es etwas Leckeres in der Krippe hat und muss nicht zuschauen, wenn andere Pferde ihre Ration erhalten.
Die Fütterung sollte lebenslang beibehalten werden. Bei erfolgreicher Hufrehe Therapie, die in wenigen Wochen zur Symptomfreiheit, das heißt, unbeschwertem Gangverhalten ohne Fühligkeit bzw. Lahmheit oder Wendungsschmerz führt, können Hufrehe Patienten unter lebenslanger Einhaltung der Fütterungsempfehlung nach Erfahrung des Tierheilkundezentrums wieder langsam angeweidet werden. Nach einigen Monaten vorsichtigem Anweidens auf möglichst kargen und überständigen Weideflächen ist auch erfahrungsgemäß wieder ein Weidegang ohne Einschränkungen praktizierbar.
Die oben genannten Maßnahmen sind im Tierheilkundezentrum Claudia Nehls seit Jahren bewährt und haben in vielen massiven Hufrehe Fällen zur Symptomfreiheit geführt.
Artikel von 2011 der Tierheilpraktikerin Claudia Nehls für den Pferdeanzeiger, Pferde Regional, Friesen-Journal und Fell & Pfote