Pferdehimmel...

Auch Pferde müssen sterben...

Diese traurige Erfahrung machte ich zum Ende des Jahres 2004 schmerzlich selbst durch.

Mein geliebtes Pony Bubi, was mich seit über 25 Jahren - fast mein ganzes Leben - begleitete musste am 28.11.2004 für mich völlig unerwartet aus dem Leben scheiden.

Sag mir, dass Du mich nicht verlassen wirst! Das kann ich leider nicht versprechen!

Aber wenn Du an mich denkst, wirst Du mich sehen, einen kurzen Moment in der Ferne..

Auf dem Weg nach einem Ort voller Licht und Liebe..

Der erste Verdacht einer Krebserkrankung wurde von meiner damaligen Tierärztin bereits 1997 geäußert. In den folgenden Jahren entwickelten sich verschiedene Tumore an Hals und Kehlkopfregion. Später dann sogenannte Plattenephitelkarzinome am Schlauch, welche sich zwar langsam, jedoch stetig vermehrten. Entfernen ließ ich diese nicht, da meine Erfahrung besagt, dass Karzinome umso schneller "wuchern", wenn diese entfernt werden.

Bis zum letzten Abend merkte man Bubi seine Erkrankung nicht an, er war munter und bei altersentsprechend gutem Allgemein- und Wohlbefinden. Morgens dann lag er im Stall, ich weiß nicht, ob es eine Eingebung oder was auch immer war: Den Abend vor seinem Tod brachte ich ihn in eine Box mit zwei anderen Pferden im Stall, üblicherweise wohnte er in seinem vor 2 Monaten eigens für ihn erbauten Offenstall. Im Offenstall wohnte er alleine, da der Kontakt mit anderen Pferden im Laufe der Jahre schwierig geworden war.

Bubi hatte sich zu einem Einzelgänger entwickelt und andere Pferde machten ihm häufig Angst. Ein ängstliches Pferd war er schon immer und in einer größeren Herde auch regelmäßig Rangletzter. In seinem ganzen Leben habe ich ihn nie ein anderes Pferd beißen oder treten sehen. Er war das liebste und sensibelste Pferd, was ich je kennen lernen durfte. Ja, so verbrachte er durch meine Eingebung die letzte Nacht nicht alleine, sondern in Gesellschaft zweier Pferde, die er gerne mochte und mit denen er vormals enge Kontakte über den Weidezaun pflegte.

Mein erster Gedanke, als ich ihn morgens im Stall liegend sah und er nicht mehr aufstehen konnte war, dass er sich festgelegt hatte. Gleichzeitig schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass sein Leben heute zu Ende gehen würde. Nachdem ich den Tierarzt angerufen hatte, was sich Sonntagmorgens als recht schwierig erwies und ich wieder zu ihm in den Stall eilte, sah ich Blutspuren an den Wänden des Stalls. 

Es dämmerte mir, dass es sich hier nicht um ein Festliegen handelte, sondern, dass er erst blutete und sich dann hinlegte, wohl aus Schwäche und Schmerzen. Ich vermute, dass sich mittlerweile Metastasen im Organismus gebildet hatten oder/und ein Tumor auf die Nerven drückte oder aufgebrochen war. In diesen Momenten wurde mir klar, dass es wohl die Krebserkrankung war, die ihn eingeholt hatte..

Der Tierarzt kam und gab Schmerzmittel und Cortison.  Ich gab zusätzlich Opens external link in new windowhomöopathische Mittel. Alle Aufstehversuche mit unserer Unterstützung scheiterten: Bubi konnte nicht mehr aufstehen! Der TA meinte, er käme in zwei Stunden wieder und wir würden es dann erneut probieren.  Mein Mann organisierte Helfer und ich saß im Stall bei Bubi, der seinen Kopf in meinen Schoß legte und redete mit ihm. Ich erzählte ihm aus unserem gemeinsamen Leben und vorübergehend machte er den Eindruck, als würde er sich doch noch einmal erholen.

Er fraß im Liegen mit gutem Appetit und machte einen völlig zufriedenen Eindruck. Danach legte er den Kopf in meinen Schoß und war sehr schwach und müde. Immer wieder versuchte er aufzustehen: Er war eben ein Kämpfer!

Ich kam zu dem sehr schweren Entschluss, dass ich ihn erlösen müsse, weil ich ihn liebe und nicht aus falscher Tierliebe sein Dasein verlängern dürfe! Oft hatte ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt, was wäre wenn? Jetzt musste ich handeln: Ich rief erneut den Tierarzt an und bat ihn, Bubi einzuschläfern! Bubi schlief ganz ruhig und ich hatte den Eindruck, wirklich zufrieden, in meinen Armen ein..

Was nun?

Unsere Helfer, die eigentlich die Aufstehversuche unterstützen wollten, kamen nach ca. 1 Stunde und wir trugen Bubi vorsichtig zu einer Stelle unseres Hofes, welche den Pferden die Möglichkeit gab, sich von Bubi zu verabschieden und den Tod ihres geliebten Opas zu begreifen.

Bubi zum Abdecker zu geben kam für mich unter keinen Umständen in Frage!

Vor Jahren hatte ich einer Kundin durch Recherchen im Internet die Tierbestattung Berthold Beyers (Tierfriedhof Oberhausen: Bockersend 136, 41066 Mönchengladbach oder Melmstr. 30, 47647 Kerken, Tel.: 02833/57 25 25, Mobil: 0172/939 78 71, www.pferdebestattungen.de, Bbeyers@t-online.de) empfohlen.

Das Pferd war damals nicht mehr therapierbar, wurde eingeschläfert und dann mit Hilfe von Herrn Beyers eingeäschert. Meine Patientenhalterin war sehr zufrieden mit dem gesamten Ablauf und schwärmte von dem Einfühlungsvermögen des Herrn Beyers. 

Ich rief Herrn Beyers an und wir vereinbarten gleich einen Termin für den nächsten Tag. Mir war dies sehr recht: Die Pferde mussten sich von Bubi verabschieden und es war weder zuwenig noch zuviel Zeit zur Verabschiedung, gerade passend.. 

Meine anderen Pferde versammelten sich bei Bubi und nahmen traurig Abschied. Sina, meine Haflingerstute leidete unsagbar, sie war 1995 als Absetzer zu uns gekommen und mit Bubi sehr eng verbunden. 

Am nächsten Mittag kam Herr Beyers, welcher mit seiner netten Art sehr sympathisch ist. Er transportierte Bubi ganz vorsichtig in seinen Hänger und Bubis Reise zum Krematorium konnte beginnen, nachdem ich mich von Bubi für immer verabschiedete.  

Eine Woche später kam er wieder: in Asche..

Regenbogenbrücke

An einer Stelle in der Ewigkeit gibt es einen Platz, den man Regenbogenbrücke nennt.

Wenn ein Tier stirbt, das eng mit jemanden zusammengelebt hat, begibt es sich zu dieser         Regenbogenbrücke.

Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere speziellen Freunde, damit sie laufen und zusammen spielen können. Es gibt eine Menge Futter und Wasser und Sonnenschein, und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden.

Alle Tiere, die einmal krank und alt waren, sind wiederhergestellt - gesund und vital. Die, die verletzt oder schwach waren, sind wieder heil und stark, so, wie wir uns an sie in unseren Träumen erinnern, wenn die Zeit vergeht. 

Die Tiere sind glücklich und haben alles, außer einem kleinen bisschen: sie vermissen jemanden bestimmtes, jemanden, den sie zurückgelassen haben.  

Sie laufen und spielen, aber der Tag kommt, an dem eines sein Spiel plötzlich unterbricht und in die Ferne schaut.

Die hellen Augen sind aufmerksam, der Körper ist unruhig. Plötzlich trennt es sich von der Gruppe, fliegt förmlich über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller.

Noch bist DU ein Punkt in der Unendlichkeit, doch wenn du und dein Freund sich endlich treffen, gibt es nur noch Wiedersehensfreude, die nicht enden will.

Die glücklichen Küsse regnen über dein Gesicht, deine Hände streicheln wieder über den geliebten Kopf, und du siehst einmal mehr in die treuen Augen deines Tieres, die du lange nicht mehr gesehen, die du aber niemals aus deinem Herzen gelassen hast.

Dann geht ihr zusammen über die Regenbogenbrücke...

BubiObwohl alles sehr sehr schmerzlich für mich war, bin ich ganz sicher, es war so, wie es war, genau richtig, schöner - sofern man in diesem Zusammenhang von "schön" sprechen kann - konnte der Tod und alles, was danach kommt, nicht sein!

Ein großes Problem bereitete mir die Aufbewahrung der Asche:

Es sollte etwas ganz Besonderes sein und nicht irgendetwas "von der Stange"...

Bubi: 02.05.1974 - 28.11.2004...

Mein Leben war glücklich, meine Fohlenzeit schlecht, gezeichnet von schlechtesten Erfahrungen fand ich meinen Menschen und war ihr unsagbar treu, tat alles für diesen einen Menschen, nur für sie, sie gab mir alles, tat alles und doch, irgendwann war mein Dasein vorbei.. 

Wir gingen zusammen durch Himmel und Hölle, erlebten gut und böse in unseren über 25 gemeinsamen Jahren, wir waren das Team und konnten uns auf uns verlassen, verstanden ohne Worte, ausnahmslos.. Selbst im Tod stand sie mir bei, in ihren Armen fand ich Erlösung, als nichts mehr ging in wenigen Stunden, da gab sie mich frei..

Bubi und ich 1979, als ich ihn bekam...

 

Bubi, ich und Silvia auf einem Turnier

 

Anfang der 80er auf einem Turnier in Haßlinghausen

 

Wir Zwei kurz nach Ankunft von Bubi

 

Im Oktober 1979 einen Tag nach Ankunft bei mir

Was ist Leben?

Es leuchtet auf wie ein Glühwürmchen in der Nacht. Es vergeht wie der Hauch eines Pferdes im Winter. Es ist wie der kurze Schatten, der über das Gras huscht Und sich im Sonnenuntergang verliert..

Bubi und ich in den 90ern

 

Bubi & seine beste Freundin Sina als Baby

Bubi im Sommer vor seinem Tod

Diese Seite ist auch meinem geliebten Kater Nero gewidmet, der im Alter von 17 Jahren am 28.08.2004 erlöst wurde. Auch Nero wurde eingeschläfert, da er nicht leiden sollte..

Ebenso meiner Katze Lina, die uns in der Weihnachtszeit 2005 ganz plötzlich und unerwartet verließ..

Sie schlief friedlich ein..

Und inzwischen vielen weiteren Tieren, die ich verloren habe... und werden Tiere noch so alt, in der Regel überleben wir sie alle...

Gerne verschweigen wir das Thema Tod, bei geliebten Menschen ebenso wie bei geliebten Tieren!

Es ist unsagbar hilfreich, sich zu Lebzeiten bereits mit dem Tod unserer Tiere auseinander zu setzen, der Tod verliert ein wenig von dem Schrecken, den er uns einjagt, wenn wir uns gedanklich zuvor auseinandergesetzt haben!

Nero Lina