Tierheilkundezentrum

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Tierheilpraktikerin Claudia Nehls

Am Buchholz 3

33014 Bad Driburg-Dringenberg

Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334

Mobil: 0173/51 57 633

E-Mail: tierheilpraxis1(at)t-online.de

Kolik Pferd
Kolik bei Pferden
 

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Grundsätzlich ein Notfall: Kolik beim Pferd!

Kolik heißt daher auch immer: Alarmstufe rot:

Unser Pferd befindet sich in einer lebensbedrohlichen Situation! Jeder Pferdebesitzer ist gehalten, bei den ersten Anzeichen einer Kolik sofort einen Tierarzt zu verständigen. Grundsätzlich ist der Tierarzt bzw. eine tierärztliche Klinik der Ansprechpartner und Behandler einer akuten Kolik. Ein Tierheilpraktiker kann sowohl zur Vorsorge, wie auch zur Nachsorge der Kolik zu Rate gezogen werden, jedoch niemals im akuten Kolik Geschehen. Eine Notfallmedikation ist ausschließlich durch Veterinärmediziner einzuleiten, da dem Tierheilpraktiker hier die Hände gebunden sind, was einerseits die Medikation bei Kolik und andererseits auch die geeigneten Untersuchungsmethoden der Kolik und Diagnosen anbelangt. Ein Tierheilpraktiker kann jedoch zur Nachsorge und weiteren Regulation einer Kolik bei Pferden gute Dienste leisten, in der Form, dass eine homöopathische Therapie als Unterstützung der Funktionsfähigkeit des Magen & Darms eingeleitet werden kann, welche in aller Regel erfolgversprechend ist. Ich arbeite beispielsweise mittels Haaranalyse einen homöopathischen Therapieplan für Pferde aus, welche zur Kolik neigen bzw. immer wieder an Koliken erkranken. Die Therapien der Nachsorge bei Kolik verlaufen in aller Regel sehr erfolgreich und weitere Koliken treten nicht auf, selbst bei Pferden, die als Koliker gelten, da sie häufiger eine Kolik im Vorfeld der Therapie entwickelten. In erster Linie ist dies der ganzheitlichen Betrachtung einer Kolik zu verdanken. Nicht die Kolik steht im Vordergrund des Geschehens, sondern das gesamte Pferd mit all seinen Facetten, in seiner alltäglichen Umgebung, mit der stattfindenden Fütterung und dem täglichen Arbeitseinsatz. Nicht ausschließlich der Magen und Darm des Pferdes wird beleuchtet, sondern grundsätzlich das Pferd!

Auch die Ernährung spielt im Vorfeld bzw. zur Prophylaxe der Kolik eine essentielle Rolle.

Für Pferde, die zur Kolik neigen, entwickelte ich eine spezielle Kräutermischung als Ergänzungsfuttermittel, die Magen & Darm betroffener Pferde unterstützt und sich seit Jahren in der Fütterung bei zu Kolik neigenden Pferden bestens bewährt hat.

Auch bei artgerechter Haltung und Fütterung können Probleme, wie Durchfall, Kotwasser oder Verstopfung und Kolik in dem so sensitiven Magen- und Darmsystem des Pferdes entstehen:

So entstand Attis & Sunnys Magen & Darm Fit aus der Diarrhoe (= Durchfall) und dem Kotwasser meiner Ponys Atti & Sunny.

Später dann hatte die Kolikanfälligkeit mancher meiner vierbeinigen Patienten Einfluss auf die Weiterentwicklung von Attis & Sunnys Magen & Darm Fit.

Auch bei Pferden und Ponys, die zur Verstopfung neigen, hat sich im Wege der Fütterung Attis & Sunnys Magen & Darm Fit bestens bewährt, da Attis & Sunnys Magen & Darm Fit eine Unterstützung bei der Regulation im Wege der Fütterung herbeiführt und somit regulativ ist.

Auch die Grundfütterung sollte problemorientiert gestaltet werden.

Bei zur Kolik neigenden Pferden empfehle ich spezielle Futtermittel, welche den so sensitiven Magen & Darmtrakt des Pferdes berücksichtigen.

Futtermittel Kolik

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Eine Hilfsmöglichkeit für zur Kolik neigende Pferde stellt die Biofeld-Haaranalyse dar, auf deren Grundlage eine ursächliche und homöopathische Therapie ausgearbeitet werden kann.

Oft liegen die Ursachen in Faktoren, die dem Pferdebesitzer selbst nicht bewusst sind, da dieser diese vielleicht nicht richtig einschätzen und interpretieren kann. In einem solchen Falle hat sich ein telefonisches Beratungsgespräch als sehr hilfreich herausgestellt, da ich die Erkrankung unter einem anderen Blickwinkel beurteilen kann, wie der involvierte Pferdebesitzer selbst. Manche Information kann so dazu beitragen, der Ursache auf den Grund zu gehen und diese schnellstmöglich abstellen zu können.

Auch können im telefonischen Beratungsgespräch Untersuchungsmethoden vorgestellt werden, sowie die Haltung und Fütterung allgemein beleuchtet und optimiert werden.

Zum Beratungsgespräch schauen Sie bitte unter: Beratung.

Eine Kolik stellt gerade für Pferde mit ihrem empfindlichen und sehr komplizierten Verdauungssystem eine absolute Notfallsituation mit nicht selten tödlichem Ausgang dar.

Kolik heißt daher auch immer: Alarmstufe rot:

Unser Pferd befindet sich in einer lebensbedrohlichen Situation!

Die Ernährung spielt im Vorfeld bzw. zur Prophylaxe von Kolik eine essentielle Rolle. 

 Traurige Erfahrungsberichte zum Thema Kolik...

Kolik bei Pferden von Camilla:

Montag Abend, der 22.10.07:

Bevor ich fahre, warte ich bei Kat auf Dr. S. Ich bitte ihn eindringlich, dass er mich anruft, wenn sich Kats Zustand verschlimmert. Sie steht in der Ecke, wirkt abwesend. Ich streichle sie und fahre. Ich wünschte, ich wäre da geblieben.

Wir wollten um 22.00 Uhr noch mal telefonieren, Dr. S. und ich, wegen der Blutwerte. Meine Freundin und ich verquatschen uns am Telefon, ich rufe die Klinik erst 23.15 Uhr an, 2 Mal, ich erreiche niemanden mehr. Ich liege nachts wach und frage mich, wie es Kat geht, ob sie es schafft. Ich versuche, zuversichtlich zu sein.

Dienstag Früh, der 23.10.07:

7.15 Uhr: Wieder erreiche ich in der Klinik niemanden. Erst um 8.00 Uhr Frau A., die gerade zum Dienst kommt. Sie will mir nach der Visite Bescheid geben, Kat stände in ihrer Box, mehr könne sie mir nicht sagen. Ich fahre 8.45 Uhr zum Dienst, ich habe ein Hilfeplangespräch im Jugendamt. Alle anderen Termine habe ich für heute abgesagt. Warum bin ich bloß zu diesem Termin gefahren?

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Warum habe ich das bloß getan? Warum bin ich nicht gleich zu Kat? Wie konnte ich so gedankenlos sein? Ich bin so schlecht. Ich war nicht für sie da. Während des Gesprächs im Jugendamt ruft Frau A. mich an: Es sähe nicht gut aus, der Dünndarm arbeitet nicht. Es gibt eine Chance, Kat noch mal abzulegen, den Darm zu massieren, so dass er in Gang kommt. Sie können sie am Leben erhalten, den Darm immer wieder leeren, weil der Inhalt in den Magen zurückgespült wird, aber das ist keine Lösung. Vom Kreislauf sei Kat stabiler als vor der ersten OP. Die Blutung im Bauchraum habe aufgehört. Sie gibt mir eine halbe Stunde Bedenkzeit, Kat stände schon im Vorraum zum OP.

Warum habe ich im Jugendamt nicht gesagt, dass ich sofort los muss?

Warum habe ich Frau A. nicht gebeten, auf mich zu warten?

10.30 Uhr: Ich gebe Frau A. meine Einwilligung, fahre los.

Als ich in der Klinik bin, kommt mir eine Assistentin entgegen - obwohl sie nichts sagt, weiß ich, dass es schlecht aussieht. Ich gebe Bescheid, dass ich auf dem Klinikgelände bin.

Ich sitze im Auto und warte. Während der Fahrt und jetzt, wo ich warte, habe ich nur an Kat gedacht. Ich habe fest gehofft, dass sie es schafft. Ich hatte kein schlechtes Gefühl.

Während ich mit Frau G. telefoniere, hat die Klinik mehrmals versucht, mich zu erreichen. Ich springe aus dem Auto und renne hin. Schon alleine die Ansage auf meiner Mobilbox - ich weiß, es sieht schlecht aus.

Eine Ärztin im Stall meint, ich soll schnell zum OP, 2 Assistenten kommen mir entgegen, ob ich reinkommen könnte, die Operateurin wolle mit mir sprechen. Ich nicke. Kat hängt in der Maschine, mit grünen Tüchern zugedeckt, ihr Bauch ist offen, ich sehe alle Därme, auf dem Boden läuft blutiges Wasser. Der Raum ist voller Menschen, ich sehe die Operateurin und Frau A. in ihren Kitteln über Kat.

Die Operateurin erklärt mir, es gäbe keine Chance mehr, der Darm sei tot, arbeitet nicht mehr, nicht mehr nur ein kleines Stück. Sie hält die Därme hoch. Sie hätten den Dünndarm leer geräumt. Es gäbe keine Peristaltik mehr, das Pferd würde innerlich ertrinken, zulaufen. Das Herz und die Atmung, alles würde funktionieren, aber nicht der Darm. Es wäre Quälerei, Kat noch mal wach werden, sie aufstehen zulassen. Sie könnten nichts mehr tun. Sie hätten jede kleine Chance genutzt. Hinter mir stehen zwei Assistenten, ich starre auf Kat, ich sehe Frau A. an, sie schüttelt den Kopf. Ich fange an zu weinen, ich frage, ob wirklich nichts mehr getan werden kann. Die Operateurin erklärt noch mal. Ihr Rat ist Kat jetzt, während sie in der Narkose schläft, einzuschläfern.

Die Frau an Kats Kopf, die ihre Atmung kontrolliert, winkt mich zu sich. Ich kann kaum hinsehen. Kats Zunge hängt raus. Ihre Vorderbeine sind befestigt. Ihre Augen sind halb geöffnet. "Fassen Sie sie an, sie ist ganz warm. Schläfern Sie sie ein. Sie ersparen ihr damit unnötiges Leid. Sie bekommt eine Spritze und schläft ein."

Ich gehe dicht an Kats Kopf, halte ihren Kopf an beiden Seiten, es schüttelt mich. Der Arzt hinter mir meint, ich soll rausgehen, wenn sie die Spritze bekommt: "Nein, ich gehe nicht raus." "Dann bleiben Sie hier. Es kann sein, dass sie Schnappatmung bekommt."

Die Frau meint, sie müsste an Kats Hals, ich muss rücken, lasse meine Hand an ihrem Fell, sehe aus den Augenwinkeln, wie Kat die Spritze in ihre Kehle bekommt. Die Geräte laufen noch kurz. "Es ist vorbei.", sagt die Frau. Ich lasse Kat nicht los, weine stark. Der Arzt hinter mir meint, ich könne hier nicht ewig stehen, sie bräuchten den Platz für die nächste OP.

Er will mich wegschieben, aber ich lasse Kat nicht los. "Sie will das Pferd nicht loslassen." Die Operateurin zieht ihre sterile Kleidung aus. "Kommen Sie, wir gehen gemeinsam raus und ich erkläre Ihnen noch mal."

Ich streiche über Kats Hals und gehe mit der Frau in den Flur.

Kat wird auf eine andere Platte gerollt, mit einer Plane abgedeckt und später von einem LKW zur Tierkörperverwertung abtransportiert und dort verbrannt. Frau A. hat sie zugenäht. Das habe ich noch gesehen. Ich habe nichts von Kat mitnehmen können.

Die Operateurin und Frau A. sitzen mit mir auf dem Flur, wollen mir erklären, dass ich richtig gehandelt habe. Ich sage zu beiden "Ich war morgens nicht da." Sie meinen, Kat wäre sehr in sich gekehrt gewesen, wahrscheinlich hätte sie mich nicht mehr wahrgenommen. Ich glaube das nicht. Ich habe sie alleine gelassen. Frau A. rät mir zu warten bis Kat rausgeschafft wurde, ich soll nicht unter die Plane sehen. Ich kann sie jederzeit anrufen, wenn Fragen auftauchen.

Am Samstag bin ich noch mit Kat im Wald gelaufen. Sie hat Müsli mit Bananen gefressen. Als ich sie auf die Wiese gelassen habe, ist sie gleich fröhlich losgelaufen. Samstag Abend war ich mit meiner Schwester in Berlin zum Ballett, wir kamen erst um 0.30 Uhr ins Bett - lag Kat zu der Zeit schon? Wie lange hatte sie Schmerzen? Wie sehr hat sie sich alleine gefühlt? Wie lange hat es sich für sie angefühlt bis sie morgens um halb 8 gefunden wurde? Ich war Sonntag früh wach, bevor der Anruf kam, Kat stände nicht mehr auf.

Mit drei Tierärzten habe ich telefoniert, Frau F. meinte, sie könne vor 9.00 Uhr nicht da sein. Ich dachte, es hätte etwas mit ihrem entzündeten Zeckenbiss zu tun. Kat hatte die ganzen Jahre nur 2 leichte Koliken gehabt.

Als ich im Stall ankam, hatten sie Kat in eine Box gebracht. Sie sah elend aus. Klatschnass, am Zittern, mit hängendem Kopf. Ich habe mich sehr erschrocken. Rannte, um ihre Decke zu holen. Bin mit ihr auf den Platz zum Führen, sie wollte nicht laufen, die Sonne kam raus.

Als Frau F. kam, hat sie Kat rektal untersucht: Sie sei verstopft, Sandkolik. Nasenbremse drauf, Sonde bis in den Magen geschoben, Wasser/Paraffinöllösung, damit die Verstopfung sich auflöst. Kat bekam 2 Spritzen gegen die Schmerzen.

2,5 h bin ich mit ihr draußen spazieren gegangen - ich dachte, ich muss mit ihr laufen bis sie äppeln kann. Was muss sie für Schmerzen gehabt haben? Warum habe ich nicht früher gehandelt? Warum wusste ich so wenig?

Wir stehen in der Halle, inzwischen ist es 11.30 Uhr. Kat steht, lässt den Kopf hängen, kann sich nicht hinlegen, sie macht Geräusche, als müsste sie gleich brechen - das war der übervolle Magen. Und ich wusste das nicht. Er hätte platzen können und Kat wäre gestorben.

Ich weiß nicht, ob ich von mir aus Frau F. mittags angerufen hätte, vielleicht hätte ich abgewartet - ich habe zu spät, zu wenig gehandelt, war zu passiv, habe mich nicht genügend eingesetzt.

Eine andere Einstellerin kommt in die Halle, drängt mich die Tierärztin anzurufen, ihre Stute sei an Sandkolik verstorben. Frau F. kann nicht vor 14.00 Uhr da sein. Sie rät zur Klinik, nachdem die Einstellerin ihr Kats Symptome geschildert hat, nicht ich.

Ich renne los, begreife langsam, wie ernst es ist.

Frage mich durch, stehe bei den Stallbesitzern in der Küche, telefoniere wegen eines Hängers. Die Einsteller, die Kat von unserem früheren Stall abgeholt haben, erklären sich widerwillig bereit. "Wieder am Sonntag. Wir sind kein Fuhrunternehmen. Das sind aber dieses Mal 80 ?. Wir müssen erst tanken."

Zwei Kliniken rufe ich an - wir müssen nach Z., die andere operiert keine Koliken. Z. bedeutet eine knappe Stunde Hängerfahrt. Ich weiß nicht, wie Kat das durchgestanden hat.

Irgendwann ist der Hänger da, wir schieben Kat auf den Hänger - ich hoffe, sie äppelt wie sonst auch wegen der Aufregung, aber nichts passiert. Mit Herrn S. fahre ich hinter Kat her. Die Klinik habe ich informiert. Ich sehe Kat im Hänger schwanken, habe Angst, dass sie umkippt und sich festlegt. Was muss sie für Schmerzen gehabt haben. Seit nachts. Und ich bin noch mit ihr durch den Wald gegangen und habe sie kurz angetrabt, da ich hoffte, sie könnte äppeln. Habe ich dadurch alles verschlimmert?

Wenn ich sie früher auf Diät gesetzt hätte, hätte sie dann keine Fettgeschwülste bekommen?

In der Klinik. Ich führe Kat vom Hänger. Während der Fahrt vor den roten Ampeln habe ich sie gerufen und sie hat in Panik wiehernd geantwortet. Ich führe sie in den Untersuchungsraum. Mindestens 5 Frauen wuseln um uns herum. Die aufnehmende Ärztin ist Frau A.

Kat kommt in den Ständer - rundherum zu, breite Bänder über ihre Schultern, damit sie nicht steigen kann. Ich stehe an ihrem Kopf und halte sie. Ich denke, das kann nur ein Alptraum sein.

Kat wird rektal untersucht. Frau A. kann ihre Milz nicht finden. Der Sand wäre zweitrangig, das Problem wäre etwas anderes. Kat wird rasiert, am Hals und unterm Bauch. Sie bekommt die Nasenbremse drauf, während ihr in den Hals ein Zugang gelegt wird. Sie hat Panik in den Augen. Ihr wird Blut abgenommen. Ihr Kreislauf ist schlecht. Die Schleimhäute sind blass. Ihr wird wieder eine Sonde in den Magen geschoben, die liegen bleibt. 5 Eimer laufen voll mit Mist, der in den Magen zurückgelaufen ist. Es stinkt.

Frau A. bereitet mich darauf vor, dass wahrscheinlich nur eine OP helfen kann. Rund 2000 ?. Sie schallt Kats Bauch. Dann punktiert sie den Bauch. Es soll nur etwas Flüssigkeit kommen, bernsteinfarben. Bei Kat läuft es raus, blutvermischt. Ganz schlecht.

Ich willige zur OP ein, Frau A. telefoniert, es soll in 30 min losgehen. Ich stehe an Kats Kopf, gebe noch meine Nummer durch, dann sackt mir der Kreislauf weg. Man setzt mich auf einen Stuhl 2 m von Kat entfernt, ob ich nicht raus will an die Luft, ich schüttel den Kopf und sehe Kat an, wie sie in dem Ständer steht. Ich kann jetzt nicht schwach sein. Nachdem ich etwas getrunken habe, stehe ich wieder auf und gehe zu ihr.

Der OP Saal ist vorbereit. 2 x frage ich, ob ich bei Kat bleiben darf bis sie schläft, aber ich werde abgewiesen. Eine Helferin führt Kat an ihrem Strick in den OP, ich stehe davor, sehe mein Pferd und kann nicht bei ihr sein. Frau A. schließt die OP-Tür. Ich stehe draußen, zittere, mir ist so kalt. Ich weine.

Meine Schwester und Herr S. warten draußen. Ich möchte nicht vom Klinikgelände. Wir warten.

Ich werde gerufen. Ob ich reinkommen könnte, aber ich müsste nicht, wenn ich es nicht sehen könnte. Ich möchte rein.

Kat auf dem Rücken, hängt, ihr Bauch ist weit geöffnet, ich sehe den Darm arbeiten. Die Operateurin erklärt, hält ein Stück roten Darm hoch, der tot sei und rausgeschnitten werden müsste. Kat hätte 2 Fettgeschwüre, die hängen an einem dehnbaren Stiel und einer davon hat sich Samstag Nacht um den Darm gewickelt, ihn abgeschnürt. Deswegen sei im Dickdarm alles vertrocknet und sie hätte nicht äppeln können. Die Chance ist, das Stück Dünndarm rauszuschneiden - Kosten 4000 ? mit 14-tägiger Nachsorge in der Klinik. Ich nicke und gehe raus. Frau A. meint, die OP dauert noch 3 h, ich soll fahren, sie meldet sich.

Auf der Rückfahrt bekomme ich Migräne, muss brechen, die anderen sitzen in meiner Küche und essen. Ich liege im Bett und friere trotz Wärmflache und Decke, denke an Kat. Abends ruft Frau A. an: Kat stände. Pferde würden sich oft nach der Narkose verletzen, da sie in Panik davonrennen wollten. Kat hätte sehr getobt, sich gerollt, dabei ihr Auge verletzt, aber mehr nicht. Die OP wäre gut verlaufen, Kats Kreislauf hätte es geschafft, eine Tendenz könne sie mir nicht sagen. Wenn ich möchte, kann ich vorbeikommen.

Um 22.00 Uhr fährt Herr S. mich, ich will zu Kat. Frau A. und 3 weitere sitzen an ihrer Box. Sie sieht schlimm aus. Aus ihrem Bauch tropft Blut. Ich kann erst nicht hinsehen. Es ist eine Blutung aufgetreten, die sie nicht einschätzen können. Es gibt 4 Probleme: Der verstopfte Dickdarm, der Dünndarm muss anlaufen, die Blutung und Kats Kreislauf. Kat steht immer noch mit Schmerzen, leidet still vor sich hin. Ich kann nichts tun. Hätte ich bei ihr bleiben sollen?

Wie hat sie das bloß getragen?

Montag früh - ich telefoniere mit Frau A. Kat hätte noch 2 h nachdem ich gefahren sei gekolikt, dann hätten die Schmerzmittel endlich gewirkt. Ich kann ab 10.00 Uhr kommen. Kat macht einen fast munteren Eindruck, blubbert und bettelt um Futter. Sie sieht wach aus und fast wie immer.

Ich bleibe mit Unterbrechung bis 20.30 Uhr. Mittags bekommt sie ein sedierendes Medikament, damit die Blutung aufhört. Die Assistentin hat den Abfluss geöffnet und Kats Blut aus dem Bauchraum läuft in den Eimer. Kat schwankt von dem Medikament, ich habe Angst, dass sie umfällt, werde weggeschickt, damit Kat vollkommen Ruhe hat. Ich wäre lieber bei ihr geblieben.

Nachmittags ist Arztwechsel - beide Männer gefallen mir nicht. Frau A. erklärt mir viel, den beiden Ärzten muss ich alles aus der Nase ziehen. Nachmittags ging es Kat schlechter. Der Dünndarm ist nicht zu hören, sie bekommt mehre Infusionen, das Gerät läuft. Kat fängt an zu schwitzen. Ihre Hinterhand zittert. Das Medikament wird wieder abgesetzt.

Warum bin ich nach Hause gefahren? Ich hätte bei ihr bleiben müssen. Ich habe sie alleine gelassen...

Oft habe ich Camillas Bericht gelesen und jedes Mal kamen mir die Tränen.. Nein, Camilla muss sich keinen Vorwurf machen, nein, niemand weiß in dieser Situation, dass sie so ausgehen könnte und nein: Niemand rechnet damit, dass diese so ausgeht! Es gibt auch andere Berichte "meiner Tierhalter", welche zeigen: Man weiß nie, wie eine Situation ausgeht: Ganz harmlose Dinge können zu Horrorszenarien motieren: Niemand weiß, was kommt..

 

Eine ganz andere Ursache einer tödlich verlaufenden Kolik beim Pferd schildert Steffi:

Liebe Frau Nehls,

vielleicht erinnern sie sich noch an unser Beratungsgespräch hinsichtlich meines Pferdes Asterix, der damals mit Koliksymptomen noch am selben Abend von uns in die Klink gebracht wurde und dem letztlich dort auch nicht mehr geholfen werden konnte, so, dass ich ihn unter vielen, vielen Tränen einschläfern lassen musste? Es hat mich zerrissen, ihn für immer gehen zu lassen.. Es war für mich das Schlimmste, was ich bisher je erlebt habe! Was mich aber im Nachhinein so wahnsinnig wütend macht, ist die Sinnlosigkeit seines Todes. Hätte man mich von tierärztlicher Sicht mehr aufgeklärt, dann würde er heute noch leben. Mittlerweile wissen wir nämlich, woran er gestorben ist und ich bin so erschüttert: Sie hatten mich damals hinsichtlich der Entwurmungen befragt. Ich konnte eine regelmäßige Entwurmung bejahen. Sie wiesen mich damals aber schon darauf hin, dass es bedeutsam wäre, auch speziell gegen Bandwürmer zu entwurmen. Ich war eigentlich der Meinung, dass mit den Wurmkuren Asterix ausreichend geschützt sei, zumal ich gar nicht wusste und auch nie von meinen Tierärzten darauf hingewiesen wurde, dass man auch gegen Bandwürmer entwurmen sollte. Aber nein: Es wurden über ¾ Jahr hinweg zahlreiche Bluttests, Schilddrüsentests, Spezialfutter etc. verordnet und nichts half. Heute wissen wir warum: Das Kuriose, was mir meine Tierärztin mitteilte, war, dass es einen Wert im Blutbild gibt, der bei einem Wurmbefall erhöht sein müsse, was aber letztlich laut Laborbefund nicht der Fall war (Anmerkung C. Nehls: dies sind die Eosinophilen).

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Das Ende vom Lied war, dass Asterix massiv von Bandwürmern befallen war, daher auch am Ende diese Koliksymptomatik. Die Bandwürmer haben die Darmwand so stark geschädigt, dass die natürliche Barriere zur Abwehr von Keimen und Bakterien nicht mehr gegeben war. Sämtliche Organe (Leber, Milz, Darm, ZNS) wiesen eine Infektion mit Streptokokken auf. Am Montag hatte er dann kurz vor seinem Tod zwei Krampfanfälle, die aussahen, wie Epilepsie. Grund dafür war aber schon eine Entzündung der Hirnhäute. Der Kliniktierarzt bekam ihn zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr stabil und Asterix Aufstehversuche verliefen unkontrolliert und erfolglos, so dass er immer wieder stürzte und er war gar nicht mehr ansprechbar und es war auch kein Ohrenspiel mehr zu erkennen. Das war für mich so schlimm, dass ich den Boxenbereich verlassen musste, weil ich es nicht ertragen konnte, wie er immer wieder hinfiel. Am Ende hatte er einfach keine Kraft mehr und er sah so wahnsinnig dünn und geschunden aus und er hatte sich wirklich genug gequält. Aber es war eine unsagbar schwere Entscheidung und ein so schmervoller Abschied, der mich lange Zeit kosten wird, um das alles zu verarbeiten, weil ich ihn so sehr vermisse. Er war einfach für mich das tollste Pferd und es gab nichts, was ich jemals an ihm hätte ändern wollen.

Was ich so unglaublich finde, muss es denn sein, dass ein Pferd in der heutigen Zeit aus den o. g. Gründen stirbt? In meinen Augen haben die Tierärzte hier gründlich versagt. Wenn ich gewusst hätte, dass ihm mit einem so einfachen Mittel wie einer speziellen Wurmkur geholfen werden kann, wäre es doch für mich die selbstverständlichste Sache der Welt gewesen, ihm diese zu geben und es wäre nie so weit gekommen. Ich wusste immer, da stimmt etwas nicht; doch kein Tierarzt konnte mir sagen, was.. Ein Befall mit Bandwürmern wird laut Kliniktierarzt immer als allerletztes in Betracht gezogen, wenn überhaupt. Daran wird so gut wie gar nicht gedacht und dieser wird auch kaum in Erwägung gezogen.

Was mich so sehr ärgert ist, dass Sie, ohne jemals das Pferd gesehen zu haben, nur aufgrund meiner geschilderten Symptomatik aus Ihren Erfahrungen heraus, diese Möglichkeit mit Bandwurmbefall in Erwägung gezogen haben, denn letztlich waren ja etliche Organe betroffen, so dass diese nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten konnten und sich daraus sein trauriges Erscheinungsbild ergab. Aber die Tierärzte, die ihn regelmäßig behandelten, kamen nicht annähernd auf diese Idee und das ist es, was mich so unendlich wütend macht!

Asterix ist ja für mich nicht nur ein herber materieller Verlust, wo jetzt noch ca. 900,00 Euro Klinikkosten für mich hinzukommen. Emotional kann man diesen Verlust nicht wieder gutmachen.

Ich hatte mich noch auf so viele Jahre mit ihm gefreut, aber:

Sie waren uns leider nicht vergönnt!

Es danken Ihnen herzlich Ihre drei neuen Fans Steffi Hülse 

Steffi schämt sich, den negativen Touch zu besitzen, wenn sie ausspricht, woran Asterix gestorben ist, nämlich letztlich an einem massiven Bandwurmbefall. Nein Steffi: Hierfür brauchst Du Dich nicht zu schämen!

Steffis Wunsch ist, dass Asterix ein Zeichen setzt: Ein Zeichen, dass von Seiten der Tierärzte und Pferdebesitzer einfach ein größeres Augenmerk auf den Schutz der Pferde gegen Bandwurmbefall gelegt werden muss und dass ein Tierarzt Ursachen in Erwägung zieht und näher betrachtet. Ich glaube: Asterix wird ein Zeichen setzen!

Mein Wunsch ist, dass der Pferdebesitzer früher auf mich zukommt. Leider konnte ich Asterix nicht mehr helfen, was eine Woche früher ggf. noch gelungen wäre, auch vielen anderen Pferden konnte ich nicht mehr helfen, da es hierfür zu spät war!

Nein: Ich vergesse diese Berichte nicht und Ja: Ich werde ganz bestimmt noch vehementer dafür kämpfen, dass der Pferdebesitzer am anderen Ende des Telefons, dass der Pferdebesitzer, der meine Ergebnisse der Haaranalyse liest, den Ernst der Situation erkennt und Ja: Ich werde mich ganz bestimmt manchmal damit unbeliebt machen, weil ich über eventuelle Gefahren aufkläre, wenn nicht sofort gehandelt wird, da das Handeln manchmal auch unbequem ist.

Mein Resümee ist: Das Leben kann innerhalb weniger Sekunden vorbei sein und das sollte uns Allen sehr bewusst sein! Manchmal gibt es keinen Morgen, manchmal gibt es keine Chance, manchmal müssen wir sofort handeln, manchmal müssen wir Risiken eingehen.. Und eines sollten wir immer: Das Leben schätzen.. Die Gesundheit versuchen zu erhalten.. Wir müssen dankbar sein, wenn unser Pferd eine lebensbedrohliche Erkrankung überlebt und wieder gesund wird; leider wird dies nur allzu oft als selbstverständlich angesehen. Nein: Dies ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein großes Glück, was wir schätzen lernen sollten! Meist wird die lebensbedrohliche Situation nur allzu schnell wieder vergessen und da weiter gemacht, wo die Gesundheit des Pferdes zuvor Grenzen setzte!

Rebecca Braun, mailto:rebecca77(at)gmx.de schrieb zur Kolik bei ihrem Pferd:

Hallo, ich bin eher durch Zufall auf Deine wunderschöne Seite gestoßen. Auch ich musste meine liebe Soly gehen lassen. Am Freitag sind es 4 Wochen. Alles fing so "harmlos" an. Meine Freundin rief am 18.03.2008 bei mir an. Soly hätte eine Kolik. Ich wusste sie ja in guten Händen bei ihr, machte mir keine Gedanken.

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19.03.2008: Sie rief mich wieder an. Der Tierarzt will die Verantwortung nicht mehr tragen, sie sollte in eine Klinik. Immer noch machte ich mir keine Gedanken. Später rief sie wieder an. Es wäre ratsam, sie in die nahe Pferdeklinik zu bringen, da könnte man im Notfall operieren. Ich zögerte, mochte ich diese Pferdeklinik nicht, aber was blieb mir übrig??

20.03.2008: Die Klinik rief mich an. Sie hätten nichts Auffälliges bei der Untersuchung gefunden, Darm würde normal arbeiten. Aber sie würde eben oft liegen, sei apathisch und zeige Schmerzen. 21.03.2008: Karfreitag. Die Klinik rief mich an: Es stünde sehr schlecht um sie, ich müsse mich entscheiden, für oder gegen eine OP. Da es sich um eine rein diagnostische OP handeln sollte und die Gefahr einer chronischen Kolik bestand, lehnte ich ab. Ich wollte nicht, dass man mein Pony auf schneidet und sie letztendlich nur noch mehr leiden würde. Ich bat meinen Freund mit mir hin zu fahren:

Sie machte auf mich einen guten Eindruck. Ich graulte sie, putzte sie, summte ihr ihr Lied vor (Simon And Garfunkle Teh Boxer). Nach 3 Stunden in Eiseskälte fuhren wir wieder heim.

Soly wurde noch an diesem Abend an ein hochdosiertes Schmerzmittel gehangen.

22.03.2008 bis 24.03.2008: Ostern.  Morgens bekam ich den Anruf, alles gut, sie frisst, nicht viel, aber sie frisst und geäppelt hat sie auch. Nachmittags der Anruf, schlecht, apathisch, zeigt deutlich Schmerzen, trotz Schmerzmittel.

Ich wusste, dass ich sie nie wieder sehen werde; also fuhr ich am Ostermontag zu ihr. Ich durfte mit ihr über das Gelände spazieren. Sie war wach, aufmerksam, interessiert. Ich habe es geahnt, aber als ich sie so sah, habe ich es nicht wahr haben wollen. Das war mein letzter Kontakt zu meiner Soly.

25.03.2008: Klinik. Sie wollen eine Magenspiegelung machen. Ich gab mein OK.

3 Stunden später: Ohne Befund. Sie bekommt Darm anregende Medikamente und Abführmittel.  26.03.2008 morgens: Super, sie hat geäppelt und frisst, schaut gut aus. Nachmittags: schwach, liegt, apathisch, schmerzhaft. Noch einmal dasselbe.  Ich wollte dann erst am 28.03.2008 anrufen.

28.03.2008 morgens beim Frühstück: Telefon. Ich ahnte es. Ich ahnte, dass es jetzt soweit war. Mein Freund gab mir das Telefon: Apathisch, Liegen, nicht fressen, nicht geäppelt, Schmerzen trotz Schmerzmittel,

Entscheidung: Ich konnte nur mhm sagen. Und das ich gleich anrufen werde. Ich schickte meinen Freundinnen noch ne SMS. Wollt ihr sie noch mal sehen? Wenn ja, dann jetzt. 10:54 Uhr SMS: Nein, wir können das nicht!

Ich selber bin nicht runter gefahren. Ich bin schwanger und ich hätte das nicht durchgestanden, zumal sie sich mir gegenüber immer topfit gegeben hat.

11:00 Uhr: Mein Freund ruft in der Klinik an, ich schaffe es nicht mehr: Erlöst sie! Ich sitze aufm Sofa, Tränen verbrennen meine Haut. Starre auf die Uhr. Um kurz nach halb zwölf kommt die Sonne raus und scheint mir ins Gesicht. Ich ahnte es. 11:40 Uhr Klinik: Soly ist um 11:33 Uhr friedlichst, ohne Kampf oder Qual eingeschlafen. Da wusste ich, die kleine Schnecke hat mich besucht, hat auf Wiedersehen gesagt und Danke vielleicht auch.  Soly wurde obduziert. Sie hatte etliche Koliken gehabt. Einige Stellen im Darm waren bereits abgestorben. Eine OP, selbst am Karfreitag hätte ihr nicht mehr geholfen:

Sie wurde als Biotonne genutzt. Wir haben schimmeliges Brot und gammelige Möhren auf der Weide gefunden. Laut den TA in der Klinik können die Koliken daher gekommen sein. Am 01.04.2008 musste ich Soly's 2jährige Tochter mit Kolik in die Klinik bringen... wieder fanden wir verschimmeltes Brot.... Aber zum Glück konnte ich sie gesund und munter am 03.04.2008 wieder heim holen. Ja, das war meine Geschichte. Soly ist auf den immergrünen Weiden.... aber vermissen tu ich sie schrecklich. Sie schenkte mir 10 Jahre und 5 Tage, eine wunderschöne Zeit. Sie wäre am 23.05.2008 13 Jahre alt geworden.

Kolikgefahr bei Pferden!

(Artikel von mir für den Pferdeanzeiger 08/2006)

Das Syndrom der Kolik (abgeleitet vom griechischen kolike = Bauschschmerz, vom Grimmdarm (Kolon) herrührender Schmerz) kennt viele Ursachen und Formen.

Die meisten Koliken sind primär auf eine Labilität des vegetativen Nervensystems zurückzuführen, wobei eine Störung der Darmperistaltik bis hin zu Darmkrämpfen eintritt.

Das Pferd zeigt eine Reihe von anatomischen und funktionellen Eigentümlichkeiten des Magen-Darm-Traktes auf:

Ein kleiner Magen, ein sehr fester Kardiaschluss und damit eine Unmöglichkeit des Erbrechens, ein sehr langer, an einem weiten Gekröse aufgehängter Dünndarm, einen sehr großvolumigen Blinddarm, ein nicht fixiertes großes Kolon, eine enge Lumina nach weiten Darmabschnitten und eine große angeborene und erworbene Spaltenbildung. Die mit der vegetativen Labilität verbundenen Koliken werden durch unphysiologische Haltungs-, Arbeits- und Fütterungsweisen stark begünstigt.

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Bei der Kolikauslösung spielt die physiologische Labilität des Pferdes eine wichtige Rolle. Wetterumschwung, meteorologische Einflüsse, die Aufnahme von giftigen Pflanzen oder anderen Giftstoffen, Fehler in der Fütterungstechnik, Qualität und/oder Menge, Haltungsfehler, Überanstrengungen, Stress, Angst, ein gestörtes Verhältnis zwischen Reiter und Pferd, Endoparasiten, sowie in erster Linie eine fehlerhafte Fütterung sind Ursachen von Koliken.

Gegenüber der Futteraufnahme des Wildpferdes wird unser domestiziertes Pferd zwei- bis dreimal täglich gefüttert in der Regel. Ausnahmen sind ein ständiger Zugang zur Weide bzw. zum Rauhfutter. Auch die Übergänge von einer Futterart auf die andere erfolgt beim Wildpferd kontinuierlich (mit der Vegetation), beim "Hauspferd" oft abrupt. Das Pferd benötigt zur vollständigen Verdauung einer Mahlzeit ca. 3 Tage, abrupt hat somit ganz andere Dimensionen, wie wir oftmals denken.

Während das Wildpferd Futter in naturbelassenem Zustand aufnahm, erhalten Pferde heute gehäckseltes, gemahlenes, gequetschtes, erhitztes und mit Zusatzstoffen versetztes Futter. Unsere Pferde erhalten meist viel zu proteinreiches, energiereiches und denaturiertes Futter in zu großer Menge (Kraftfutter), oft noch minderwertiger Qualität (hier ist in erster Linie das Rauhfutter angesprochen).

Aus diesen ungünstigen Faktoren resultieren häufig Passagestörungen im Darmraum des Pferdes. Eine nicht artgerechte Fütterung, wie sie häufig anzutreffen ist, führt zu Dysbiosen (Symbiose = Lebensgemeinschaft der Darmbakterien) mit Veränderung der Zahl, Art und Lokalisation der Darmflora; zu einer Verschiebung des Säure-Basen-Verhältnisses, dieses zu vermehrter Gasbildung und organischen Säuren und der Bildung von Endotoxinen, woraus Peristaltikstörungen mit der Folge von Verlagerungen, Abschnürungen einzelner Darmabschnitte etc. entstehen können.

Frisst das Pferd große Futtermengen in kurzer Zeit, kommt es schnell zu einer Magenüberladung, im Extremfall zu einer Magenruptur, die zum Tod führen kann. Der Dünndarm des Pferdes ist 19 - 30 Meter lang, das lange Dünndarmgekröse lässt dem Darm dabei viel Bewegungsspielraum, so, dass sich dieser unter Umständen selbst strangulieren, invaginieren und verknoten kann, was zum gefürchteten Illeus, der Darmverschlingung führen kann.

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Das 3 - 4 Meter lange Kolon mit seinem Fassungsvermögen von 60 - 130 Litern Inhalt kann sich nach allen Richtungen drehen und wenden und sich zum Beispiel mit dem Milznierenband abschnüren.

Auch durch parasitären Befall werden häufig Koliken ausgelöst. Dabei können Gastrophiluslarven (sogenannte Magendasseln) im Magen oder Strongylidenlarven im Bereich der vorderen Gekrösewurzel schmerzhafte Entzündungen und schwerwiegende Koliken auslösen.

Weitere Gründe für Koliken liegen beispielsweise in entzündlichen Gefäßveränderungen, die eine chronische Durchblutungsmangelsituation auslösen können.

Es gibt unterschiedliche Kolikformen:

beispielsweise die Krampfkolik, die Verstopfungskolik, die Magenüberladung, die Gaskolik, die Sandkolik, die Darmdrehung, Einklemmungen und der Darmverschluss, der meist zum Tod führt. Infolge einer Kolik kann es zu chronischen, häufig auch tödlich endenden Darmentzündungen kommen, zu Rupturen, zu Bauchwandkrämpfen, Lähmungserscheinungen sowie zur Hufrehe. All diese Kolikformen sind durch vagosympathische Störungen des psychischen Gleichgewichts auslösbar und hängen direkt oder auch indirekt mit der Pferdehaltung und Fütterung zusammen.

Pferde, die artgerecht gehalten und naturnah gefüttert werden, regelmäßig wirkungsvoll entwurmt werden und in einer liebevollen, angst- und stressfreien Umgebung leben, sind recht resistent, sofern nicht toxische Faktoren, wie die Aufnahme giftiger Pflanzen, Medikamentenunverträglichkeiten/Überdosierungen oder andere negative Faktoren eine Rolle spielen.

Symptome, die für eine Kolik beim Pferd sprechen, sind folgende:

Wiederholtes Umschauen nach dem Bauch, flehmen, unruhiges Hin- und Hertrippeln, nervöses unruhiges Scharren mit den Vorderbeinen, Schlagen mit den Hinterbeinen, häufiges Niederlegen und Aufstehen, sich niederwerfen und wälzen, schmerzverzerrtes Gesicht, Schweißausbrüche, große Unruhe. Puls und Atmung sind deutlich erhöht.

Manchmal verharrt das Pferd in unphysiologischen Stellungen zur Schmerzverminderung. Plötzliche Schweißausbrüche ohne körperliche Anstrengung, die Pferde dampfen und werden triefend nass, zeigen starke Schmerzen an. Wird dieser Schweiß kalt und tritt eine schnelle Beruhigung ein, kann dies ein Zeichen für eine Magen- oder Darmruptur sein, was einem Todesurteil gleichkommt.

Der Kolikschmerz kann bei glücklichem Verlauf nur ein leichter sein, er kann aber auch unerträglich und furchtbar sein; was auf die Ursachen der Kolik ankommt. Bei Verdacht auf Kolik muss sofort ein Tierarzt herbeigerufen werden!

Im glücklichsten Falle werden krampflösende und kreislaufunterstützende Mittel injiziert und die Kolik wird reguliert. Eine Magenüberladung muss mittels Magensonde entleert werden. Bei einer Gaskolik löst er diese mit Medikamenten und abwechselnden kalten und warmen Einläufen in den Darm. Zum Teil punktiert er auch den betroffenen Darmabschnitt. Eine Verstopfungskolik löst der Tierarzt mit Glaubersalz und Rizinusöl.

In weniger günstigen Fällen muss der Patient umgehend in der Klinik operiert werden. Obwohl eine Kolikoperation nicht zuletzt durch den meist schon geschwächten Kreislauf nicht ganz ungefährlich ist, überleben heute glücklicherweise die meisten Pferde eine Kolik.

Kolik ist immer ein akuter Notfall und eiligstes Handeln wichtigste Voraussetzung! Leider treten nach einer Kolikoperation nicht selten Komplikationen ein, so, dass eine erfolgreich verlaufende OP für den glücklichen Verlauf erst eine Anfangsbeurteilung darstellt.

Während man auf den Tierarzt wartet, kann man das Pferd eindecken, die Wärme entspannt und wirkt krampflösend. Das Pferd darf kein Futter zu sich nehmen; trinken ist jedoch gewünscht und erlaubt.

Oberstes Gebot: ruhig bleiben; beruhigend auf das Pferd einreden, bloß keine Panik, die das Pferd in diesen Momenten noch mehr verunsichern würde und schnell eine dramatische Verschlechterung herbei rufen könnte!

Ein Streitthema ist nach wie vor; darf man das Pferd sich hinlegen lassen oder sollte man dies möglichst verhindern? Als Kind lernte ich, verhindern, wenn möglich und bin damit bisher immer sehr gut gefahren.

Selbstverständlich kommt aber auch dies auf den gesamten Verlauf an und man kann hier keine allgemein gültige Empfehlung geben. Verläuft eine Kolik wirklich dramatisch, wird es überhaupt nicht möglich sein, ein Hinlegen zu verhindern, wenn das Pferd sich legen möchte. Sofern eine Kolik einen weniger dramatischen Verlauf zeigt, empfehle ich, dass Pferd möglichst im Schritt langsam und mit Ruhe zu führen. Hintergrund ist, dass die Bewegung Regulationsmechanismen des Organismus in Gang setzen kann, sofern dies in der derzeitigen Situation möglich ist! Obwohl grundsätzlich alle Pferde ein sehr sensibles und kompliziertes Magen-Darm-System aufweisen, kann man Koliken bestmöglich vermeiden, indem man für ausreichend Bewegung, eine hygienische Haltung, regelmäßige Entwurmungen, optimale Fütterung (an die Natur angelehnt) und Vermeidung unnötigen Stresses und Angst sorgt. Obwohl sich dies so leicht umzusetzen anhört, genießen die meisten Pferde diese Prophylaxe trotz allen Wissens des sensiblen Intestinal- und Digestionstraktes des Pferdes nicht! Koliken sind häufig auftretende Erkrankungen, obwohl wir Pferdehalter wissen, wie wir diese bestmöglich vermeiden könnten mit minimalstem Aufwand.

Ist ein Pferd an Kolik erkrankt, so hilft ausschließlich eine veterinärmedizinische Therapie und ein Tierheilpraktiker ist keineswegs Ansprechpartner für diesen akuten Notfall, der grundsätzlich von einem erfahrenen Pferdefachtierarzt behandelt werden muss. Seine Einschätzung entscheidet über Leben oder Tod des Patienten und nur der Tierarzt ist in der Lage, verschreibungspflichtige Medikamente zu injizieren und notwendige Maßnahmen am Pferd durchzuführen. Er entscheidet in wenigen Augenblicken, ob eine Operation erforderlich ist oder die Kolik so gelagert ist, dass er diese am Stall therapieren kann.

Der Tierheilpraktiker ist der Ansprechpartner im Vorfeld zur Vermeidung von Koliken. Er klärt umfassend und ausführlich über naturgemäße Fütterung und Haltung auf, versucht im individuellen Falle, die bestmöglichen Voraussetzungen in der Umgebung des Pferdes zu realisieren, empfiehlt geeignete Futtermittel, gibt Tipps zum Umgang und informiert prophylaktisch. Ziel des Tierheilpraktikers ist es, telefonisch oder vor Ort durch umsetzbare Veränderungen eine Umgebung für das Pferd realisieren zu können, in der es weniger anfällig für Koliken wird. Dies erfordert grundsätzlich eine individuelle Beratung, da die Lebensbedingungen an jedem Stall ganz andere sind, Fütterungs- und Haltungsfaktoren genau durchleuchtet werden müssen, um Fehler erkennen und vermeiden zu können.

Manche Pferde sind durch verschiedene Faktoren besonders disponiert, an Kolik zu erkranken, dies sind Pferde mit einem sehr empfindlichen Nervenkostüm, Pferde, welche stark verwurmt sind/waren, Pferde, die an Verdauungsproblemen wie Kotwasser, Durchfällen, Blähungen etc. leiden oder auch Pferde, die durch unsachgemäße Fütterung und Haltung besonders disponiert sind.  Bei diesen Pferden können Heilkräuter in der Fütterung prophylaktisch eingesetzt werden, damit Magen und Darm reguliert werden und betroffene Pferde zukünftig weniger anfällig für Koliken werden.

Erkranken Pferde mehrmals an Kolik, obwohl Haltungs- und Fütterungsbedingungen annähernd optimal gestaltet werden, gilt es zwingend, die Ursache heraus zu finden. Ursachen können sowohl psychische wie auch physische sein, eine Abklärung erfolgt entweder vor Ort durch Untersuchung, durch Laboruntersuchungen des Kotes (parasitologisch, mykologisch und bakteriologisch) oder durch eine Haaranalyse.

Nach Diagnostik kann dann eine ganzheitliche und ursächliche Therapie eingeleitet werden.

 Kolik bei Pferden

(Artikel von Claudia Nehls für den Pferdeanzeiger 09/2009)

Ursächlich für eine Kolik beim Pferd ist meist eine unpassende Pferdefütterung:

Während das Wildpferd Futter in naturbelassenem Zustand aufnahm, erhalten Pferde heute gehäckseltes, gemahlenes, gequetschtes, erhitztes und mit Zusatzstoffen versetztes Futter. Unsere Pferde erhalten zu proteinreiches, energiereiches und denaturiertes Futter in großer Menge (Kraftfutter) und minderwertiger Qualität (Rauhfutter). Aus dieser fehlerhaften Fütterung resultieren langfristig Koliken, da der Magen & Darm Trakt chronisch geschädigt wird und hinzukommende weitere Faktoren somit nicht mehr von den Selbstheilungskräften reguliert werden können, sondern ursächlich für eine Kolik bei Pferden werden. Bei chronisch geschädigtem Darmtrakt ist dann beispielsweise ein Wetterwechsel nicht mehr tolerierbar und das Pferd reagiert mit einer Kolik. Auch Aufregung und Stress kann dann zum ausschlaggebenden ? hinzu kommendem ? Faktor zur Auslösung einer Kolik beim Pferd werden. In vielen Fällen ist der Magen & Darmtrakt betroffener Pferde bereits so geschädigt, dass ein weiterer Faktor nicht eintreten muss, um eine Kolik auszulösen; die Schädigung ist bereits so weit fortgeschritten, dass eine Kolik ohne weitere Ursachen auftritt.

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Eine Kolik ist grundsätzlich als Notfall einzustufen:

Eine Kolik stellt gerade für Pferde mit ihrem empfindlichen und sehr komplizierten Verdauungssystem eine absolute Notfallsituation mit nicht selten tödlichem Ausgang dar.

Das Pferd zeigt eine Reihe von anatomischen und funktionellen Eigentümlichkeiten des Magen-Darm-Traktes auf:

Ein kleiner Magen, ein sehr fester Kardiaschluss und damit eine Unmöglichkeit des Erbrechens, ein sehr langer, an einem weiten Gekröse aufgehängter Dünndarm, einen sehr großvolumigen Blinddarm, ein nicht fixiertes großes Kolon, eine enge Lumina nach weiten Darmabschnitten und eine große angeborene und erworbene Spaltenbildung.

Ursachen einer Kolik:

Die mit der vegetativen Labilität verbundenen Koliken werden durch unphysiologische Haltungs-, Arbeits- und Fütterungsweisen stark begünstigt.

Bei der Kolikauslösung spielt die physiologische Labilität des Pferdes eine wichtige Rolle. Wetterumschwung, meteorologische Einflüsse, die Aufnahme von giftigen Pflanzen oder anderen Giftstoffen, Fehler in der Fütterungstechnik, Qualität und/oder Menge, Haltungsfehler, Überanstrengungen, Stress, Angst, ein gestörtes Verhältnis zwischen Reiter und Pferd, Endoparasiten, sowie in erster Linie eine fehlerhafte Fütterung sind Ursachen von Koliken.

Gegenüber der Futteraufnahme des Wildpferdes wird unser domestiziertes Pferd zwei- bis dreimal täglich gefüttert in der Regel. Ausnahmen sind ein ständiger Zugang zur Weide bzw. zum Rauhfutter. Auch die Übergänge von einer Futterart auf die andere erfolgt beim Wildpferd kontinuierlich (mit der Vegetation), beim ?Hauspferd? oft abrupt. Das Pferd benötigt zur vollständigen Verdauung einer Mahlzeit ca. 3 Tage, abrupt hat somit ganz andere Dimensionen, wie wir oftmals denken. 

Aus diesen ungünstigen Faktoren resultieren häufig Passagestörungen im Darmraum des Pferdes. Eine nicht artgerechte Fütterung, wie sie häufig anzutreffen ist, führt zu Dysbiosen (Symbiose = Lebensgemeinschaft der Darmbakterien) mit Veränderung der Zahl, Art und Lokalisation der Darmflora; zu einer Verschiebung des Säure-Basen-Verhältnisses, dieses zu vermehrter Gasbildung und organischen Säuren und der Bildung von Endotoxinen, woraus Peristaltikstörungen mit der Folge von Verlagerungen, Abschnürungen einzelner Darmabschnitte etc. entstehen können. 

Frisst das Pferd große Futtermengen in kurzer Zeit, kommt es schnell zu einer Magenüberladung, im Extremfall zu einer Magenruptur, die zum Tod führen kann. Der Dünndarm des Pferdes ist 19 ? 30 Meter lang, das lange Dünndarmgekröse lässt dem Darm dabei viel Bewegungsspielraum, so, dass sich dieser unter Umständen selbst strangulieren, invaginieren und verknoten kann, was zum gefürchteten Illeus, der Darmverschlingung führen kann.

Das 3 ? 4 Meter lange Kolon mit seinem Fassungsvermögen von 60 ? 130 Litern Inhalt kann sich nach allen Richtungen drehen und wenden und sich zum Beispiel mit dem Milznierenband abschnüren.

Auch durch parasitären Befall werden häufig Koliken ausgelöst. Dabei können Gastrophiluslarven (sogenannte Magendasseln) im Magen oder Strongylidenlarven im Bereich der vorderen Gekrösewurzel schmerzhafte Entzündungen und schwerwiegende Koliken auslösen.

Weitere Gründe für Koliken liegen beispielsweise in entzündlichen Gefäßveränderungen, die eine chronische Durchblutungsmangelsituation auslösen können.

Kolikformen:

Es gibt unterschiedliche Kolikformen: beispielsweise die Krampfkolik, die Verstopfungskolik, die Magenüberladung, die Gaskolik, die Sandkolik, die Darmdrehung, Einklemmungen und der Darmverschluss, der meist zum Tod führt. Infolge einer Kolik kann es zu chronischen, häufig auch tödlich endenden Darmentzündungen kommen, zu Rupturen, zu Bauchwandkrämpfen, Lähmungserscheinungen sowie zur Hufrehe.

All diese Kolikformen sind durch vagosympathische Störungen des psychischen Gleichgewichts auslösbar und hängen direkt oder auch indirekt mit der Pferdehaltung und Fütterung zusammen.

Vorbeugung der Kolik bei Pferden:

Pferde, die artgerecht gehalten und naturnah gefüttert werden, regelmäßig wirkungsvoll entwurmt werden und in einer liebevollen, angst- und stressfreien Umgebung leben, sind recht resistent, sofern nicht toxische Faktoren, wie die Aufnahme giftiger Pflanzen, Medikamentenunverträglichkeiten/Überdosierungen oder andere negative Faktoren eine Rolle spielen.

Der Ernstfall einer Kolik:

Jeder Pferdebesitzer ist gehalten, bei den ersten Anzeichen einer Kolik sofort einen Tierarzt zu verständigen.

Während der Pferdebesitzer auf den Tierarzt wartet, kann er das Pferd eindecken. Die Wärme entspannt und wirkt krampflösend. Das Pferd darf kein Futter zu sich nehmen; trinken ist jedoch gewünscht und erlaubt.

Oberstes Gebot: ruhig bleiben; beruhigend auf das Pferd einreden, bloß keine Panik, die das Pferd in diesen Momenten noch mehr verunsichern würde und schnell eine dramatische Verschlechterung herbei rufen könnte!

Therapie der Kolik:

Grundsätzlich ist der Tierarzt bzw. eine tierärztliche Klinik der Ansprechpartner und Behandler einer akuten Kolik. Ein Tierheilpraktiker kann sowohl zur Vorsorge, wie auch zur Nachsorge zu Rate gezogen werden, jedoch niemals im akuten Kolik Geschehen. Eine Notfallmedikation ist ausschließlich durch Veterinärmediziner einzuleiten, da dem Tierheilpraktiker hier ?die Hände gebunden? sind, was einerseits die Medikation und andererseits auch die geeigneten Untersuchungsmethoden und Diagnosen anbelangt. Ein Tierheilpraktiker kann jedoch zur Nachsorge und weiteren Regulation gute Dienste leisten, in der Form, dass eine homöopathische Therapie als Unterstützung der Funktionsfähigkeit des Magen & Darms eingeleitet werden kann, welche in aller Regel erfolgversprechend ist. Beispielsweise arbeite ich überregional mittels Haaranalysen einen homöopathischen Therapieplan für Pferde aus, welche zur Kolik neigen. Die Therapien verlaufen in aller Regel sehr erfolgreich und weitere Koliken treten nicht auf, selbst bei Pferden, die als Koliker gelten, da sie häufiger eine Kolik im Vorfeld der Therapie entwickelten. In erster Linie ist dies der ganzheitlichen Betrachtung einer Kolik zu verdanken. Nicht die Kolik steht im Vordergrund des Geschehens, sondern das gesamte Pferd mit all seinen Facetten, in seiner alltäglichen Umgebung, mit der stattfindenden Fütterung und dem täglichen Arbeitseinsatz. Nicht ausschließlich der Magen und Darm des Pferdes wird beleuchtet, sondern grundsätzlich das Pferd!

Da die Fütterung eine maßgebliche Rolle spielt, wird die Grundfütterung den Werten entsprechend optimiert. In der Regel setze ich zudem Ergänzungsfuttermittel ein, die Magen & Darm betroffener Pferde unterstützen und sich zudem seit vielen Jahren in der Fütterung bestens bewährt haben. 

Vermeidung einer Kolik:

Obwohl grundsätzlich alle Pferde ein sehr sensibles und kompliziertes Magen-Darm-System aufweisen, kann man Koliken bestmöglich vermeiden, indem man für ausreichend Bewegung, eine hygienische Haltung, regelmäßige Entwurmungen, optimale Fütterung (an die Natur angelehnt) und Vermeidung unnötigen Stresses und Angst sorgt.

Manche Pferde sind durch verschiedene Faktoren besonders disponiert, an Kolik zu erkranken, dies sind Pferde mit einem sehr empfindlichen Nervenkostüm, Pferde, welche stark verwurmt sind/waren, Pferde, die an Verdauungsproblemen wie Kotwasser, Durchfällen, Blähungen etc. leiden oder auch Pferde, die durch unsachgemäße Fütterung und Haltung besonders disponiert sind.  Bei diesen Pferden können Heilkräuter in der Fütterung prophylaktisch eingesetzt werden, damit Magen und Darm reguliert werden und betroffene Pferde zukünftig weniger anfällig für Koliken werden.

Erkranken Pferde mehrmals an Kolik, obwohl Haltungs- und Fütterungsbedingungen annähernd optimal gestaltet werden, gilt es zwingend, die Ursache heraus zu finden. Ursachen können sowohl psychische wie auch physische sein.