Tierheilkundezentrum

cushing pferd

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls

Am Buchholz 3

33014 Bad Driburg-Dringenberg

Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334

Mobil: 0173/51 57 633

E-Mail: tierheilpraxis1(at)t-online.de

Cushing bei Pferden

Das Cushing Syndrom beim Pferd

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Cushing bei Pferden: Vor einigen Jahren beim Pferd kaum
vorkommend oder nicht diagnostiziert?

Nimmt das Cushing Syndrom bei unseren Ponys & Pferden stetig zu

Das Cushing Syndrom von Pferden

Bei Pferden handelt es sich im weitesten Sinne beim Cushing-Syndrom um eine sogenannte Wohlstandserkrankung.

Bei Cushing ist die harmonisierend auf den Hormonhaushalt wirkende Mönchspfeffer Pflanze dafür bekannt, unterstützend im Wege der Fütterung auf eine Regulierung des Hormonhaushalts einzuwirken. Cushing Pferde weisen eine immense Disposition zu Hufrehe Erkrankungen auf. Vor diesem Hintergrund sollte die Fütterung des Cushing Pferdes auch die Disposition zur Hufrehe Erkrankung berücksichtigen. Ein weiteres Problem der Cushing Erkrankung stellt sich in erhöhten Leberwerten dar. Betroffene Pferde weisen oftmals sowohl mit als auch ohne Pergolide Therapie erhöhte Leberwerte auf.

Vor diesem Aspekt unterstützt das Ergänzungsfuttermittel Nehls Cush Pferde und Ponys, die vom Cushing Syndrom betroffen sind, in der Fütterung und berücksichtigt die speziellen Dispositionen und Facetten der Cushing Erkrankung.

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Der Mönchspfeffer (Agnus castus oder auch Keuschlammsamen) wurde in vielen Studien als wirksame Pflanze in der Fütterung der am Cushing Syndrom leidenden Pferde beschrieben. In vielen Fällen konnte man innerhalb von 4 bis 6 Wochen sogar einen Abfall des hohen Blutzuckerspiegels bei an Cushing erkrankten Pferden im Blut beobachten. Mönchspfeffer eignet sich insbesondere zur Unterstützung der Hirnanhangdrüsenfunktion, zur Verbesserung der hormonellen Stoffwechselabläufe und der daraus resultierenden bei Cushingpferden oft beobachteten Reizbarkeit und Unberechenbarkeit. Durch die Gabe von Mönchspfeffer konnte bei betroffenen Pferden ein verbesserter Fellwechsel, weniger Fellprobleme und eine deutlich gesteigerte Vitalität sowie ein gesteigertes Wohlbefinden und eine bessere Kondition beobachtet werden (z.B. Hilary Self, ENUCO 2007 Wien).

Mariendistelfrüchte eignen sich im Besonderen zur Unterstützung der Leberfunktion, Birke unterstützt die Funktion der Nieren, die Weidenrinde hat eine blutverflüssigende Wirkung und Ginkgo regt die Durchblutung an.

Cush-Kräuter bestellen

Futtermittel bei Cushing

Eine Hilfe, eine Chance und eine Alternative für das von Cushing betroffene Pferd kann eine homöopathische Therapie aufgrund der Biofeld-Haaranalyse sein. Eine homöopathische Therapie kann auch zusätzlich zur veterinärmedizinischen Therapie erfolgen.

Informationen zur Haaranalyse entnehmen Sie bitte dem Link Haaranalyse.

In vielen Fällen hat sich zudem ein ausführliches telefonisches Beratungsgespräch bewährt, Näheres hierzu unter Beratung.

Dies vor dem Hintergrund Denkanstöße zu geben, Klarheit in oft gegensätzliche Aussagen zu bringen und Möglichkeiten zur Therapie zu besprechen.

So bestehen oftmals Fragen zur Fütterung und zur medikamentösen Therapie; welche ich aufgreife und über Wirkungen sowie eventuell auftretende Nebenwirkungen aufkläre.

Cushing bei Pferden

Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt.

Veterinärmedizinisch ist das Medikament Pergolid das Mittel der Wahl.

Die Erfahrung der Tierheilpraktikerin besagt jedoch, dass Pergolid nicht vor immer wiederkehrenden akuten und massiv verlaufenden Hufrehe-Schüben schützt.

Zu viele Pferdehalter berichten ihr täglich von akuten Hufrehe-Schüben trotz Pergolidtherapie.

Auch kann es zu negativen Nebenwirkungen kommen, in deren Zuge man über Alternativen nachdenken sollte zu Pergolid.

Da Pergolid bei Pferden erst in den letzten Jahren eingesetzt wird, gibt es stetig neue Erkenntnisse zur Pergolid Therapie.

 

Es gibt homöopathische Alternativen, welche ganz bestimmt einen Versuch wert, da diese nebenwirkungsfrei sind.

 

Eine homöopathische Therapie kann ergänzend zu einer veterinärmedizinischen oder auch alternativ zu einer veterinärmedizinischen Therapie eingeleitet werden.

Ob homöopathische, veterinärmedizinische oder kombinierte Cushing-Therapie:

 

Der wichtigste Faktor neben einer geeigneten Therapie bleibt eine gezielt auf die Erkrankung und das betroffene Pferd abgestimmte Fütterung. Es gibt hier einige allgemeingültige Regeln, jedoch muss die Grundfütterung auf jedes einzelne Pferd in seiner Gesamtheit abgestellt sein, um individuelle Faktoren berücksichtigen zu können, wie beispielsweise den Futterzustand.

Vor diesem Aspekt eignet sich ein ausführliches und telefonisches Beratungsgespräch, um die individuell optimale Fütterung zu besprechen (Link: Beratung).

In der Regel wird die Cushing Erkrankung im Verlaufe einer rezidivierenden Hufrehe Erkrankung diagnostiziert.

 

Die Cushing Erkrankung unserer Ponys & Pferde

Artikel von Claudia Nehls für den Pferdeanzeiger

Allgemeines:
Das Cushing-Syndrom (Überfunktion der Nebennierenrinde)

Definition:
Das Cushing-Syndorm bezeichnet ein Erkrankungsbild, dem ein Überangebot an endogenem (endogen = innerlich) Cortisol oder exogenem (exogen = äußerlich bzw. zugeführtem) Glucocorticoid (= Cortison) zugrunde liegt

Ätiologie:
Ursachen des erhöhten Glucocorticoidspiegels sind beispielsweise:
Nebennierenrinden Adenome und Karzinome (dies ist die primäre Überfunktion),
Nebennierenrinden Hyperplasie als Folge einer verstärkten ACTH-Sekretion der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) von ektopischen ACTH-produzierenden Tumoren oder der Verabreichung hoher Dosen von ACTH (sekundäre Überfunktion) sowie die exogene Zufuhr von Glucocoricoiden (also Cortison)

Symptomatik:
Muskelatrophie und Muskelschwäche, in deren Folge Senkrücken und Hängebauch,
schnelle Ermüdung, ataktischer Gang, Osteoporose, Spontanfrakturen, langes, wellig-zotteliges Fell, dass im Frühjahr nicht abgestoßen wird bzw. schnell übermäßig nachwächst, allgemeine Problematik beim Fellwechsel,
infolge der Immunsuppression sind Pyodermien und häufige Infektionskrankheiten zu beobachten, Wundheilung verzögert, Polydipsie, die durch eine Polyurie verursacht wird, Gewichtsverlust, häufig treffen wir rezidivierende Infekte an, Hufrehe mit immer wiederkehrenden Schüben.

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Momo hat Cushing:
Dieses Foto zeigt das Pony Momo vor Fütterungsumstellung

Diagnostik:
Anamnestische und klinische Befunderhebung geben erste Hinweise für die Diagnose

Laboruntersuchungen:
Feststellbar ist bei Cushing eine Hyperglykämie mit sehr hohen Glucosewerten, eine Glukosurie und eine Hyperinsulinämie, Eosinopenie, Neutrophilie, Lymhopenie sowie manchmal auch eine leichte Anämie, Cortisolspiegel ist dauernd erhöht!

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Pony Momo vor Fütterungsumstellung

Vorsicht:
Der Cortisolspiegel ist auch bei Aufregung (beispielsweise durch die tierärztliche Untersuchung) erhöht, daher ist dieser eine Wert meist nicht genügend aussagekräftig!

Eine Absicherung der Diagnose wird durch den Dexamethason-Hemmtest erreicht ­- da Dexamethason ein Cortison ist,  halte ich diesen Test bezüglich der Auslösung einer Hufrehe-Erkrankung jedoch nicht für ungefährlich -.
Nach neuesten Erkenntnissen sollen jedoch andere Tests nicht eindeutig sein; das heißt, der Pferdebesitzer erhält durch andere Tests nur Hinweise, dass es sich ggf. um Cushing handelt, aber letztlich keinen 100%igen Beweis.

Die Prognose ist ungünstig!

Therapie:
Pergolid (Permax) und Cyproheptadin (Nuran),
weiterhin müssen die Folgekrankheiten therapiert werden,  wie beispielsweise im Verlauf die Hufrehe-Erkrankung und auftretende Infekte;
die Fütterung muss zwingend auf die Erkrankung abgestellt werden, dies gilt insbesondere für den Verzicht auf Glucose im Futter.

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Momo heute:
Dank ausgeglichener Fütterung wieder fitt und gesund

Bei dem Cushing Syndrom von Pferden besteht eine Fehlfunktion der Cortisolproduktion. Die Hirnanhangdrüse"befielt" über das Hormon ACTH zuviel Cortisol. Eine Ursache für Cushing ist beispielsweise eine tumuröse Veränderung der Hirnanhangdrüse, es gibt jedoch auch andere Ursachen, die eine Cushing Erkrankung auslösen, die Verabreichung von Cortisonpräparaten kann ggf. auch zum Auslöser werden. Es entsteht ein andauernd zu hoher Cortisolgehalt, was dann wiederum zu einer Insulinresistenz führen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis über einen letztlich doch noch glücklichen Verlauf dieser schlimmen Erkrankung in Verbindung mit massiver Hufrehe

geschrieben von der Pferdehalterin Frau Ingrid Gödde:

Krankheitsverlauf Cushing mit Reheschub
von August 2004 bis September 2005

Alles fing im letzten August an. Meine Tochter und unsere Reitbeteiligung haben am Sonntag einen ganz normalen 2 Stunden Ausritt gemacht, am Montagabend ist Hexe etwas klamm
aus der Box gekommen. Wir dachten sie hätte evtl. einen Muskelkater oder sie hat wieder etwas Probleme mit ihren Nieren. Sie hat sich dann schnell wieder eingelaufen und war munter wie immer.
Dienstag dann das gleiche Spiel...

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Hexe während der zehrenden Krankheit

11.08.04 Hexe geht heute noch klammer wie gestern. Wir rufen lieber Dr. H. an, er soll sie sich anschauen. Er kommt auch und meint, sie hätte einen Muskelkater und spritzt sie
13.08.04 Hexe geht's immer schlechter, sie mag nicht mehr laufen. Keine heißen Hufe, keine Pulsation an den Hufen, also wieder Dr. H. anrufen.
Wir lassen zusätzlich Blut und Urin abnehmen, vielleicht hat sie wieder Probleme mit den Nieren, weitere 2 Spritzen sind fällig
16.08.04 Jetzt kommt auch noch erhöhte Temperatur dazu, außerdem ist Milch eingeschossen, wir rufen wieder Dr. H. an, dieses Mal kommt Dr. J., okay vielleicht findet der raus, was Hexe fehlt. Inzwischen geht sie nur noch das Notwendigste. Sie bekommt wieder 2 Spritzen! Auf unsere Frage, was es sein könnte: Achselzucken
17.08.04 Morgens und abends sollen wir Hexe abmelken, es tut ihr sichtlich gut, wenn die Milch rauskommt. Wir fangen in einem sauberen Behälter einen Teil auf, wir wollen sie untersuchen lassen. Evtl. findet man dort irgendwas..
18.08.04 Es geht ihr immer schlechter, Dr. J. kommt wieder und gibt ihr eine Spritze. Wir sollen trotz allem versuchen mit ihr ein paar Schritte zu gehen
19.08.04 Wieder sind Spritzen fällig und es wird nicht besser
20.08.04 Es wird einfach nicht besser, wir rätseln immer noch, was es noch sein könnte, sie bekommt wieder ein paar Spritzen, wieder Equipalazone Beutel
21.08.04 Wir haben einen Termin mit Frau Dr. W. vereinbart, sie als führende Homöopathien weiß vielleicht noch einen Rat.
Sie kommt, untersucht Hexe sehr lange, sehr genau und meint, sie hätte irgendeine Infektion und beginnende Hufrehe. Wir sollen die Box von Hexe mit Spänen einstreuen, davon die eine Hälfte unter Wasser setzten, damit sie selber entscheiden kann, ob sie im kühlen, feuchten Einstreu stehen will oder im trockenen, täglich 2-3 mal die Beine mit kaltem Wasser abspritzen. Dann bekommt Hexe eine Akupunktur und wir eine saftige Rechnung. Wir überlegen das erste Mal, ob es nicht besser wäre, Hexe von ihren Leiden zu erlösen ...
23.08.04 Unser Schmied war da, wir haben die alten Eisen runter gemacht, er kann an den Hufen nichts von einer Hufrehe erkennen, sie steht auch auf allen vier Beinen, nur ihr Gang ist sehr steif. Vorsorglich lassen wir ihr einen Rehebeschlag machen
27.08.04 Frau Dr. W. kommt wieder, sie meint, es schaut doch schon besser aus (wir können nichts feststellen, ganz im Gegenteil) und setzt wieder ihre Akupunkturnadeln. Sie nimmt auch noch Blut und möchte daheim einiges austesten. Sie will morgen anrufen, dann kann sie mir schon mehr sagen
28.08.04 Ich fahre zu Frau Dr. W. und hole eine ganze Ladung an Medikamenten. Da ein paar Tröpfchen, da ein paar Globuli, da eine kleine Spritze. Wir machen alles, Hauptsache Hexe ist damit geholfen: nur leider sehen wir überhaupt keine Besserung!
03.09.04 Frau Dr. W. war wieder da, sie sagt es schaut alles schon viel besser aus, Hexe ist auf dem Weg der Besserung. Wir sehen diesbezüglich nichts, nach wie vor steht sie den ganzen Tag in ihrer Box, sie humpelt nur den Weg vom Heu zum Wasser, sie mag auch nicht mehr vom Tränkebecken trinken, lieber aus der großen Tonne. Ich spreche Frau Dr. W gezielt darauf an, wie viel Chance sie Hexe noch gibt, sie sagt, die wird wieder, schauen Sie doch nur, wie sich ihr Gesundheitszustand in den letzten vier Wochen geändert hat (warum sehen wir das nicht ???)

24.09.04

Frau Dr. W. konnte nicht früher kommen, sie war mal wieder unterwegs auf Weiterbildung. Wir haben gewissenhaft alle Medikamente gegeben, die wir bekommen haben, nur von einer für uns sichtbaren Besserung bemerken wir nichts. Frau Doktor dagegen ist sehr mit Hexe zufrieden, wieder werden die Akupunkturnadeln gesetzt, Hexe mag die ganze Piekserei nicht mehr, sie wird richtig unleidig und wir halten wieder Kriegsrat, ob es für Hexe nicht besser wäre, sie zu erlösen ...
25.09.04 Wir forsten das Internet durch, irgendwo hat vielleicht jemand das gleiche Problem mit seinem Pferd wie wir. Wir werden auf ein Tierheilkundezentrum aufmerksam.
Ich nehme per Mail Kontakt mit Fr. Nehls auf. Schildere ihr unser Problem, sie rät uns zur Hufkur und Rehekräutern, gibt uns noch Fütterungsratschläge. Wir beratschlagen wieder mal, ob wir die Kräuter noch probieren sollen, wir entschließen uns, es zu versuchen..
30.09.04 Die Kräuter sind da, wir legen los und haben wieder etwas Hoffnung
08.10.04 Der Schmied war wieder da, an den Hufen kann er nichts feststellen, trotzdem bewegt sich Hexe nur noch, wenn man sie dazu zwingt
10.10.04 Hexe liegt nur noch in der Box, sie steht auch nicht zum Misten auf, trotz allem ist sie von den Augen her munter, die Ohren sind gespitzt, sie blubbert, wenn sie ihr Heu bekommt. Wir beschließen, sie noch röntgen zu lassen, wenn dabei nichts rauskommt, dann darf sie über den Regenbogen galoppieren ...
11.10.04 Wir nehmen Kontakt mit Dr. L auf, er hat ein mobiles Röntgengerät, leider hat er erst in 2 Wochen Zeit. Was sollen wir tun? Können wir Hexe zumuten, solange noch zu leiden?
13.10.04 Hexe steht wieder, entlastet zwar abwechselnd einen Fuß, mal vorne, mal hinten, die Nüstern sind gekräuselt - ein Zeichen, dass sie Schmerzen hat. Sie frisst aber gut, ist auch an ihrer Umwelt interessiert, sie mag sich nur nicht bewegen. Wir zwingen sie auch nicht mehr ...
25.10.04 Dr. L kommt mit seiner Helferin, geht in den Stall, schaut Hexe nur an und sagt: Cushing, Ihre Stute hat Cushing. Das kann aber wohl nicht der Grund für ihre Lahmheit sein ...
Wir schieben, tragen Hexe aus dem Stall zum Röntgen, er schaut sich das Pferd sehr genau an, Hufe nicht heiß, Sehnen in Ordnung. Er nimmt noch Blut ab zum testen auf Cushing. Er sagt, morgen ruft er an, wenn die Bilder entwickelt sind, dann sprechen wir weiter.
Er hat am selben Abend noch angerufen, Hufbeinsenkung auf beiden vorderen Beinen, es sieht nicht gut aus ...
26.10.04 Dr. L kommt, spritzt für den Cushingtest ein Mittel, am Abend noch mal Blutentnahme.
27.10.04 Dr. L ist wieder da, gibt Hexe schmerzstillendes Medikament
28.10.04 Wir machen bei Hexe einen Aderlass - 10 Liter lässt Dr. L ihr raus. Das Laborergebnis ist auch endlich da, es ist Cushing! Wir lassen uns sofort das Rezept für die Pergolidetabletten ausstellen, wir wollen so schnell wie möglich mit der Tablettengabe beginnen, jeder Tag ist kostbar, wir haben sowieso schon sehr viel Zeit verloren ..
Wir versuchen im Internet soviel wie möglich über Cushing zu erfahren, nehmen Kontakt mit anderen Pferdebesitzern auf. Es gibt erstaunlich viele Pferde, die daran erkranken, die aber auch sehr gute Chancen haben, ein langes Leben zu haben, wenn sie regelmäßig, sprich täglich, die Pergolidetabletten bekommen
29.10.04 Dr. L kommt und spritzt Hexe wieder, wir fragen, wie viel Chancen sie denn noch hat, wir möchten sie nicht leiden lassen, es tut uns weh, zu sehen, wie sie sich quält aus dem Stall zu gehen, wenn der Tierarzt kommt. Er sagt, solange sie um ihr Leben kämpft, hat sie eine Chance
30.10.04 Tierarzt und Schmied sind da. Wir haben Teppiche besorgt, Hexe kann auf dem harten Untergrund nicht mehr stehen, sie bekommt eine Leitungsanästhesie, wir können sie sonst nicht mehr beschlagen, sie kann auf keinem vorderen Fuß mehr stehen. Wir sind schockiert, was wir zu sehen bekommen, als die Eisen ab sind. Die weiße Linie ist ca. 1,5 cm breit, es kommt Blutwasser und Eiter raus. Wir schauen uns alle betroffen an, wir fragen Dr. L., ob wir es Hexe zumuten sollen, sie am Leben zulassen, ob es für sie nicht eine Erlösung wäre, sie einzuschläfern. Und wieder sagt er, sie kämpft doch um ihr Leben, wenn sie aufgibt, dann ist es Zeit für den letzten Schritt.
Sie bekommt Hufverbände, die wir täglich erneuern sollen und mit Jod spülen. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir das bewerkstelligen sollen, denn sie kann ja nicht auf einem Bein stehen, aber irgendwie schaffen wir das schon
01.11.04 Wir lassen Hexe scheren, sie schwitzt soviel. Sie ist den ganzen Tag in der Box, also braucht sie noch keine Decke.
Ich kontaktiere wieder Fr. Nehls, schildere ihr, was inzwischen alles passiert ist, ich bekomme sofort Antwort, wir können die Kräuter und Kur geben, können noch Mönchspfeffer dazu geben. Ich bestelle alles wieder ? die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es immer
03.11.04 Dr. L. kommt heute, möchte beim Hufverbandwechsel dabei sein. Eine Tortour für uns alle, am meisten wohl für Hexe. Aber sie ist brav, versucht solange wie möglich auf einem Bein zu stehen, die Sohlen schauen gut aus, es kommt nur noch Blutwasser, kein Eiter mehr. Wir dürfen die Gabe vom Equipalazone erhöhen
06.11.04 Wieder ist Dr. L. da, raspelt tiefe Rillen in die Hufe, nimmt die Spitze bis auf die weiße Linie weg, damit der Druck auf die Zehe nicht so schmerzhaft ist

10.11.04

Hexe möchte fressen, kann aber ihr Heu nicht mehr kauen, knödelt alles. Wir rufen Dr. L., er kommt auch sehr schnell, Narkose für Hexe, Zähne nachschauen. Sie hat sich einen Backenzahn gespalten. Wir wissen zwar nicht wie, aber es ist so. Dr. L. macht sein Möglichstes, raspelt den Zahn ab. Wir hoffen, sie kann wieder fressen
11.11.04 Hexe frisst wieder, zwar sehr vorsichtig, aber es geht wieder. Die täglichen Hufverbände werden zur Routine für uns. Dr. L. kommt nur noch einmal in der Woche zum Hufverbandwechsel und schauen, wie alles aussieht
17.12.04 Jeep: Hexe ist heute allein bis vor die Stalltüre gehumpelt, wir freuen uns, Hoffnung keimt in uns, dass sie es schafft
21.01.05 Rabenschwarzer Freitag für uns alle. Tierarzt und Schmied sind da, Hexe braucht Eisenwechsel. Wir müssen ihr keine Narkose mehr geben, sie kann für kurze Zeit auf einem Vorderbein stehen, Tochter hebt auf - 3 Leute stützen Hexe. Linker Huf schaut nicht schlecht aus, die breite weiße Linie ist noch da, es kommt aber kein Sekret mehr, die Sohle ist trocken. Dann kommt der rechte Huf. Beim Sohlenausschneiden sieht man an zwei Stellen das Hufbein, es subbt. Betretenes Schweigen macht sich breit. Was sollen wir tun? Tierarzt und Schmied beraten sich, Hexe soll die Eisen verkehrt aufgenagelt bekommen, dazu einen Steg und eine Sohle eingelegt. Darüber kommt wieder ein Hufverband, jeden 2-ten Tag wechseln. Die beiden Herren wundert es, wie schnell die Hufe bei Hexe nachwachsen. Wir sagen dazu nichts und freuen uns, das die Hufkräuter so anschlagen
30.01.05 Hexe mag jetzt fast jeden Tag vor den Stall gehen, bisserl Luft schnappen und den anderen Pferden zuschauen. Wir freuen uns darüber und loben sie natürlich. Dr. L. kommt nur noch selten, immer, wenn er am Stall vorbei fährt, schaut er kurz rein und macht uns Mut
14.02.05 Michaela und Helene sind mit anderen Pferden ausgeritten, ich beschäftige mich mit Hexe, sie schiebt mich auf die Seite und humpelt raus. Als sie merkt, dass die anderen nicht da sind, humpelt sie Richtung Tor, sie will raus. Also lasse ich sie raus, sie geht noch bis zum Maibaum, da wartet sie auf die anderen. Es gibt eine große Begrüßung und dann geht's im Schneckentempo wieder zurück zum Stall. Wir haben für eine Strecke von insgesamt 100 Meter gute 45 Minuten gebraucht. Wir sind unendlich stolz auf Hexe und sie ist unendlich müde
  Täglich geht es mit dem Laufen bei Hexe besser, täglich müssen wir den Hufverband wechseln, weil sie ihn durchgelaufen hat.
07.03.05 Schmied und Tierarzt sind wieder da. Eisenwechsel steht wieder an. Sie wundern sich wieder, das soviel Horn nachgewachsen ist. Die Löcher auf der rechten Seite sind wieder fast zu, die Sohle ist verhältnismäßig hart, die Lamellenbreite hat sich verschmälert. Wir erzählen auch, das Hexe wieder spazieren gehen mag, beide Herren begrüßen es und sagen, wir dürfen soviel mit ihr tun, wie sie es will. Die Eisen kommen wieder verkehrt herum drauf, also die geschlossene Seite zum Strahl, die Zehe schwebend vorne offen. Auf den Hufverband können wir verzichten, der Schnee würde gut tun und den Huf säubern
  Wir gehen täglich mit Hexe spazieren, sie wird immer frecher, ihr Gang immer klarer, sie fängt zu steigen an, wenn ihr was nicht passt, wir telefonieren mit Dr. L. und fragen, ob wir Hexe als Handpferd kurze Strecken mitnehmen dürfen, zu Fuß ist sie nur noch schwer zu händeln, vom Pferd aus leichter (denken wir). Die ersten Male geht auch alles gut, dann fängt sie auch als Handpferd zu buckeln und steigen an. Als meine Tochter sie rügen will, haut sie gewaltig aus und trifft meine Tochter am Oberschenkel. Jetzt wissen wir, das sie wieder gesund wird ...
29.04.05 Hexe braucht wieder einen Beschlag: Schmied und Dr. L. sind wieder da. Sie sind sehr zufrieden mit den Hufen. Die Sohle ist komplett zugewachsen, es kommt gesundes Horn nach, nach wie vor wundern sie sich, wie schnell bei Hexe das Horn wächst. Dr. L. schreibt Hexe vom Standpunkt Tierarzt gesund, wir dürfen soviel mit ihr tun, wie sie möchte
16.05.05 Helene reitet seit August 2004 das erste Mal wieder auf Hexe in der Bahn. Scherzhaft sagen wir zu Helene, wir sind froh, dass sie Ohren hat, sonst würde sie ringsum lachen. Es ist schön, Hexe wieder als Reitpferd zu sehen
25.06.05 Unser Schmied ist wieder da, er ist mit dem Hufwachstum mehr als zufrieden. Die weiße Linie wird immer schmäler.
  Hexe geht's von Tag zu Tag besser, nach wie vor bekommt sie die Hufkur, die wollen wir ihr solange geben, bis die Hufe normal (?) sind.
02.08.05 Nächster Termin beim Schmied steht an. Alles schaut gut aus, die Linie wird zunehmend schmäler, Hexe bekommt runde Eisen mit Steg verpasst. Sie läuft gut damit, außerdem ist sie sehr frech geworden, wir müssen wieder durchgreifen, sonst tanzt sie uns auf der Nase rum
  Hexe freut sich täglich auf ihr Paddock gehen zu dürfen, gibt es doch dort immer ein paar Heucobs, außerdem kann sie schnell im Vorbeigehen ein Maul Gras fressen. Es geht ihr gut, sie ist gut auf die Pergolidetabletten eingestellt, wir haben die ¾ Tablette auf zwei Portionen gelegt, so verträgt sie sie besser. Die Hufkur haben wir auf eine Gabe (4 ml Kur, 1,3 ml Therapie) reduziert, die Reitzeit auf eine Stunde gesteigert
23.09.05 Schmiedtermin für Hexe: Es schaut sehr, sehr gut aus, sie wird Seitens des Schmiedes auch für Gesund erklärt. Wir dürfen mit ihr wieder lange Ausritte unternehmen, auch einen Wanderritt, nur mit dem Springen sollen wir noch etwas wart

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Hexe auf dem Weg der Genesung..

Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie glücklich wir sind. Wir haben unserem Pferd die Chance gegeben, weiterzuleben, weil sie leben wollte. Sie war in dem ganzen Krankheitsverlauf immer aufmerksam und wach und hat gekämpft - gekämpft um ihr Leben!
Wir haben so manches mal gedacht, wir geben auf, aber dann waren da immer unser Schmied
(Franz vielen, vielen Dank) und unser Tierarzt mit seiner sehr netten Assistentin die uns Mut gemacht haben.

Wir wissen, das wir immer ein Problempferd haben werden, dass wir immer mit der Fütterung, der Weidehaltung und der Bewegung aufpassen müssen, trotzdem bereuen wir nichts.

Nicht zu vergessen ist auch die Huftherapie von Frau Nehls. Wir sind der festen Überzeugung, ohne dieses Mittel hätte es Hexe nicht so schnell geschafft, man konnte zuschauen, wie das Hufhorn nachgewachsen ist, wie es immer härter wurde. Wir können guten Gewissens die Huftherapie weiter empfehlen.

Wir sagen Allen Danke - Danke für alles was Ihr für Hexe getan habt.
Erfahrungsbericht von Ingrid Gödde, E-Mail:  goedingr(at)gmx.de