Tierheilkundezentrum

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Am Buchholz 3
33014 Bad Driburg-Dringenberg
Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334
Mobil: 0173/51 57 633
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Arthrose-Hufrolle-Kissing Spines-Sehnen-Muskeln Pferd
Sehnenschäden, Sehnen Pferd, Sehnenentzündungen Pferd Bewegungsapparat Pferd, Muskulatur und Muskeln Pferd
Arthrose bei Pferden
Hufrollenentzündung bei Pferden, Kissing Spines bei Pferden
Lahmheiten bei Pferden

Arthrose Pferd?
Nein, Samoun wäre ohne uneingeschränkte
Bewegungsmöglichkeit ein unglückliches Pferd
Probleme im Bewegungsapparat unserer Pferde wie Arthrose, Hufrollenentzündung, Erkrankungen der Sehnen bei Pferden oder Kissing Spines entstehen in der Regel durch falsche Haltung, fehlerhafte Hufkorrekturen bzw. Beschläge, unpassende Sättel, Traumen und Unfälle, genetische Dispositionen, zu hohen oder auch zu frühen Arbeitseinsatz, zu schwere Reiter und falscher Fütterung.
Oft liegen auch Mängel im Gebäude vor, welche zu spät erkannt oder nicht ausreichend beachtet werden. Auch bringen manche Pferde genetisch keinen fehlerlosen Körperbau mit sich und sind so bereits durch eine genetische Disposition, beispielsweise durch Fehlstellungen der Extremitäten, für verschiedene Krankheiten des Bewegungsapparates, wie beispielsweise Arthrose, Hufrollenentzündung, Erkrankungen der Sehnen bei Pferden oder Kissing Spines disponiert.
So bilden sich Arthrosen, Spat, Hufrollenentzündungen, Kissing Spines, Sehnenerkrankungen und Lahmheiten im weitesten Sinne aus verschiedenen Faktoren bzw. oftmals auch mehreren zusammenkommenden Faktoren aus. Rückenprobleme entstehen nicht nur durch nicht passende Sättel, zu hohes Reitergewicht und zu frühes Anreiten des Pferdes, sie sind auch häufig, wie andere Erkrankungen des Bewegungsapparates auch, auf Traumen zurückzuführen. Stürze, Festliegen, Rangeleien und Weideunfälle können ebenso zu Sehnenerkrankungen führen, wie eine reiterliche Überlastung des Pferdes oder auch durch eine genetische Disposition.
Die Faktoren, die wir beeinflussen können, beziehen sich auf eine pferdegerechte Haltung mit viel freier Bewegung und den Arbeitseinsatz des Pferdes. Darüber hinaus gestalten wir die Fütterung des Pferdes, mit der wir den Bewegungsapparat unseres Pferdes optimal unterstützen können. Unter Einbeziehung der Faktoren, die wir beeinflussen können, können wir optimale Bedingungen für unser Pferd zur Vermeidung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie Arthrose, Spat, Kissing Spines, Hufrollenentzündung und Sehnenerkrankungen schaffen.
Das Pferd ist ein Lauftier und ohne uneingeschränkte Bewegungsmöglichkeit unglücklich und hilflos. Vor diesem Hintergrund sollten wir als in der Verantwortung stehende Personen das Bestmögliche zur Vermeidung von Erkrankungen des Bewegungsapparates leisten sowie auch für eine Regulation von Funktionalitätsstörungen des Bewegungsapparates bestmögliche Bedingungen schaffen, um unserem Freizeitpartner Pferd die zum Glücklichsein notwendige schmerzfreie Bewegung wieder zu ermöglichen.
Eine homöopathische Therapie aufgrund der Biofeld-Haaranalyse hat sich in der Praxis in Kombination mit einer problemgerechten Fütterung als sehr hilfreich erwiesen.
Nähere Informationen zur Haaranalyse entnehmen Sie bitte dem Link Haaranalyse.
Auch ein telefonisches Beratungsgespräch konnte schon vielen Pferden bei der Optimierung von Fütterung und Haltung, bestmöglicher huforthopädischer Unterstützung und sinnvollem Arbeitseinsatz helfen; Näheres unter Beratung.

Arthrose?
Nur eine uneingeschränkte Funktionsfähigkeit der Beweglichkeit
lässt ihn glücklich sein:
Ein Vollblut hat bis zu 85 % Alpha-Muskelfasern und diese müssen trainiert bleiben
Ich hatte Cosma gerade im Juli gekauft. Kurz nachdem sie bei uns ankam, hat sie versucht sich umzubringen. Ist bei uns im Stall über eine Mauer (wir haben keine Gitterboxen) geklettert, allerdings auf halber Strecke hängen geblieben. Als wir sie befreit hatten, sah sie aus wie in eine Handgranate geraten. Überall Schrammen, aber weiter keine Anzeichen. Als ich kurze Zeit später aber das erste Mal mit ihr reiten wollte, ging sie lahm. Ich habe sie dann erst mal in den Stall gesperrt, um zu gucken, ob es besser wird. Leider keine Besserung.

Also bin ich in eine Tierklinik gefahren. Dort hieß es, dass sie sich ein Überbein getreten hätte und dieses Überbein entzündet ist und sie vorne links lahm geht. Cosma hat entzündungshemmende Mittel u. einen Verband u. Spritzen ins Überbein bekommen. 2 Wochen Stallruhe. Dann die Kontrolle: Cosma ging eigentlich Taktrein. Ich habe das OK bekommen u. begonnen sie langsam wieder zu reiten. Etwa 2 Tage später ging sie wieder lahm. Diesmal sah es nach vorne rechts aus. Wir sind also wieder in die Tierklinik gefahren u. haben sie erneut untersuchen lassen. Jetzt hieß es, sie muss sich vertreten haben u. hat eine Entzündung im Bein. Wieder entzündungshemmende Mittel bekommen aber lange keine Besserung. Das zog sich etwa 2 Monate so hin. Ich war schon super verzweifelt, gerade ein tolles neues junges Pferd gekauft u. dauernd lahm. Dann hab ich gedacht, ich schicke einfach mal Haare zu Frau Nehls. Dort wurde Cosma u. a. auf Borreliose untersucht, was zum Glück negativ war. Aber es wurde eine Entzündung im Hufgelenk festgestellt. Frau Nehls riet mir zu Nehls Lauf Fit und einigen homöopathischen Mitteln. Ich habe sofort alles bestellt u. gekauft u. man mag es kaum glauben, nach wenigen TAGEN (nicht Monaten wie bei den Tierärzten) ging Cosma lahmfrei, und hat bis heute nichts wieder gehabt. Das heißt, das ganze Geld für die Entzündungshemmer der Tierärzte, die teuren Röntgenrechnungen u. teuren Spritzen für das Überbein (belief sich auf ca. 500,00 Euro, hätte ich mir sparen können, hätte ich mich gleich an Frau Nehls gewandt (hatte ja schließlich gute Erfahrungen mit Dixi). Aber beim nächsten Mal weiß ich, dass ich nicht erst wieder hunderte von Euros in Tierärzte investiere.
Liebe Frau Nehls, ich möchte mich recht herzlich für das ausführliche und kompetente Telefonat mit Ihnen bedanken. Sie haben mir sehr geholfen die richtige Entscheidung zu finden und mir genügend positive Motivation gegeben. Man ist ja doch nach der Diagnose Arthrose erst mal stark verunsichert, weil man nicht genau weiß, was man tun kann, um seinem Vierbeiner zu helfen ohne ihn zu quälen. Nach nunmehr 3 Wochen Fütterung von Nehls Lauf-Fit und der Medikamente kann ich Ihnen erfreulicherweise mitteilen, dass es meiner Stute sehr gut geht. Die Lahmheit hat deutlich nachgelassen (Schritt sauber, im Trab noch leichte Lahmheit erkennbar - jedoch kein Vergleich zu vorher) und sie saust schon wieder recht munter über die Koppeln. Somit hoffe ich ihr gut über die schwierige nasskalte Jahreszeit, ohne große Schmerzen, zu helfen. Inzwischen nochmals herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Hilfe.
Handy wie o.g. 0176 / 21 61 81 71
Mit freundlichem Gruß
Simone Titscher, Titscher Fensterbau GmbH
Zwickauer Straße 34
08485 Lengenfeld
Tel. +49 3 76 06 - 37 28 - 0
Fax. +49 3 76 06 - 37 28 10
http://www.titscher-fensterbau.de
Liebe Frau Nehls !
Ich füttere seit 2 Monaten meinem 20-jährigen Haflinger Ihr Lauf-Fit und seine Sehnenprobleme werden immer weniger. Lahmheit liegt keine mehr vor. Schritt und Trab sind wie immer fleißig, nur Galopp fällt noch schwer. Druckempfindlichkeit besteht noch und das Anheben der Hinterhand schmerzt scheinbar noch. Aber ich lasse ihm Zeit und werde die Kräuter weiter geben.
Guten Abend Fr. Nehls, möchte nur kurz einen Zwischenbericht geben. Am vergangenen Mittwoch habe ich mit Ihrer Kur angefangen (Biol. Hufkur), Rehe-Ex und Lauf-Fit und die Jackie ist schon etwas munterer geworden. Sie geht freiwillig aus Ihrer Box und ich konnte mit ihr schon etwas spazieren gehen. Sie hat auch einen lebhafteren Gesichtsausdruck bekommen. Die hinteren Beine sind auch nicht mehr so dick angelaufen. Sie läuft freiwillig auf dem Paddock und auf der Wiese (habe sie ca. 5 Min. auf die große Wiese gelassen, kaum noch Gras, mehr ein begrünter Auslauf) einige Schritte. Die Kräuter bekommt sie mit ein paar Mohrrüben und einem Apfel und einer handvoll Hafer, da sie die Kräuter pur nicht frisst. Am Abend oder Mittags gibt es eine paar eingeweichte PreAlpin-Cops von St. Hippolyt. Die Hufkur gebe ich mit der Spritze ins Maul, so kann ich sicher sein, dass nichts daneben geht.
Guten Abend Frau Nehls, heute ist der 11. Tag seit wir mit Ihrer Biolog. Hufkur und den Kräutern angefangen haben und die Jackie wird immer munterer und bewegt sich freiwillig immer mehr. Heute ist sie seit langem auf dem "Krankenpaddock" (Paddock ca. 15 x 12 m mit sehr weichen Boden - KEIN GRAS) getrabt und ein paar Sprünge galoppiert, weil sie nicht als erste Mittags zur Futterzeit reingeholt wurde. Jeden Vormittag kommt sie für ca. 3 - 4 Std. mit einer andern älteren Stute (ebenfalls Beinprobleme) auf dieses Paddock. Am Mittag kommt sie dann wieder in ihre Paddock-Box und Abends gehe ich dann mit ihr etwas spazieren, kühle die Hufe und beschäftige sie. Heute beim spazieren gehen war sie auch sehr ausgelassen und wollte schneller vorwärts gehen. Vor ca. 2 Wochen ist sie so schlecht gelaufen, dass ich dachte ich müsse sie einschläfern lassen. Sie bekommt, außer Heu und Stroh, 3x am Tag jeweils eine gute Handvoll Ihrer Kräuter mit etwas Hafer und Mohrrüben gemischt. Am Abend weiche ich dann ein paar PreAlpin-Cobs von St. Hippolyth ein, diesen Brei mag sie ganz besonders. Die Hufkur gebe ich ihr am Abend, am Wochenende vormittags. Habe noch eine Frage bezüglich der Graskoppel. Unsere Graskoppeln sind schon alle sehr abgefressen, es steht nur noch ganz kurzes Gras darauf, ich sage immer begrünte Ausläufe dazu. Ist es für die Stute schädlich, sie am Abend ca. 10 - 15 Min. einmal auf diese Fläche zu lassen???. - (Wenn ich mit ihr aus dem Stall gehe, möchte sie immer in Richtung Koppel laufen). Dies war wieder ein kurzer Zwischenbericht - Nochmals vielen Dank für Ihre super Produkte. - Wünsche noch ein schönes Wochenende, bis bald per E-Mail oder Telefon. Liebe Grüße Bärbel Schneider
Und nach weiteren 3 Tagen:
Bin bei der Biofeld-Analyse schon etwas erschrocken, obwohl ich heute Abend beim Spazieren gehen mit Jackie, wirklich Mühe hatte die Stute am Stallhalfter zu halten, sie hat gebockt und wollte nur vorwärts gehen. (Wir haben wohl kurzzeitig unsere gute Erziehung vergessen, bei Whow stehen zu bleiben). Da Jackie so munter ist, wäre es zu früh, sie im Schritt im Gelände oder in der Halle etwas zu bewegen oder soll die Stute weiterhin geführt werden? Die Stallkollegen sind ganz verblüfft, dass die Stute wieder so munter ist und von selbst wieder läuft, hatten doch die meisten gedacht, sie würde bald nicht mehr leben. Noch einen schönen Tag und vielen Dank für Alles.
Nach 6 Wochen:
Jackie ist sehr munter geworden und wir reiten jeden Tag, wenn das Wetter es erlaubt, im Schritt, ca. 1/2 Std., ins Gelände und sie läuft sehr gut, ist munter und aufgeweckt, dank Ihrer Therapie. Die besten Ergebnisse haben bei Jackie Ihre Kräuter, Ihre Hufkur und Ihre empfohlenen Medikamente gezeigt!!! Natürlich auch die von Ihnen empfohlene Futterumstellung.
Liebe Frau Nehls, wir möchten uns sehr herzlich bei Ihnen bedanken, dass es unseren Pferden durch Ihre Empfehlungen (Hufkur, Kräuter, Futterumstellung) sehr viel besser geht und wollten Ihnen hiermit einen kleinen Erfahrungsbericht schicken: Bei dem 27-jährigen Wallach (Avarus) meiner Freundin wuchsen die Hufe seit längerer Zeit nicht mehr. Mein 7-jähriger Wallach (Kismet) war sehr fühlig auf steinigem Boden. Beide sind barhuf. Durch Zufall gelangten wir auf Ihre Internetseite und fanden das mit der Hufkur sehr interessant. Wir beschlossen, Sie doch einfach mal anzurufen. Tja und wenn wir schon mal dabei waren, dachten wir uns, fragen wir doch mal ein bißchen intensiver nach. Eigentlich ging es uns hauptsächlich um den 27-jährigen, der gerade in der letzten Zeit von einen Problem ins nächste stolperte: Husten trotz ausreichend Bewegung an frischer Luft und nassem Heu, Durchfall, Mauke und Strahlfäule trotz täglich gründlicher Hufpflege und zweimal Misten am Tag, kaum Hufwachstum, schwerfuttrig (sie probierte alle möglichen Müslis, die er dann nach kurzer Zeit nicht mehr mochte) und dann wieder alles von vorn ... Wir hatten ein sehr ausführliches und nettes Telefongespräch darüber. Sie haben eine Futterumstellung auf natürliche Futtermittel empfohlen. Das bisherige Mineralfutter sollte durch Ihre Allround-Kräuter ersetzt werden und auch alle anderen Zusatzmittelchen sollten weggelassen werden. Und er bekam auch die Hufkur verordnet. Eigentlich hatte mein 7-jähriger außer seiner Fühligkeit keine besonderen Probleme. Aber das klang alles so interessant und schlüssig, dass ich dann doch genauer wissen wollte, ob denn mit meiner Fütterung alles in Ordnung wäre. Sie haben mir ebenfalls empfohlen, das Mineralfutter und alles sonstige durch die Allround-Kräuter zu ersetzen und zusätzlich die Hufkur zu geben. Erst waren wir etwas skeptisch. Ob das wohl ausreichend wäre ...? Aber wir entschlossen uns, es zu versuchen. Es dauerte eigentlich nur ca. zwei Wochen und man merkte den beiden Pferden an, dass es ihnen gut tut. Der 27-jährige war weniger steif als üblich, er begann ganz schüchtern zuzunehmen, das Fell glänzte mehr. Bei meinem 7-jährigen stellte ich zuerst ganz verdutzt fest, dass ich längere Ausritte machen konnte und er zügiger lief, weil er nicht mehr ganz so fühlig war. Das vermehrte Hufwachstum setzte dann nach ca. 5 Wochen ziemlich schlagartig ein. Irgendwie waren die Pferde auch ausgeglichener und zufriedener als vorher. Auch bekam meiner eine gute Figur (er neigte ein bißchen zum Dickwerden). Begeistert von unserem Erfolg sprachen wir mit einer Freundin, die ein sehr dickes Pferd (Bandolero, 12 Jahre) hat. Kein Tierarzt, keine Diät, keine Therapie hatte bisher irgendeinen Erfolg gebracht, auch das Umstellen von Stroh auf Späne war erfolglos. Er wurde einfach immer dicker und dicker, obwohl er extrem wenig zu fressen bekam. Auffällig war auch, dass er nie richtig schwitzte. Sie entschloss sich, ebenfalls bei Ihnen Rat zu suchen.
Als erstes wurde eine Haaranalyse gemacht, die ziemlich schlechte Werte aufzeigte. Er bekam Allround-Kräuter, Lauf-Fit und Husta-Mix verordnet, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Auch bei ihm sollten alle weiteren Zusätze wie Mineralfutter etc. weggelassen werden. Zu unserem Erstaunen sollte er sogar von Späne-Einstreu wieder auf Stroh umgestellt werden. Gut wir dachten uns, das ist jetzt aber eine richtige Herausforderung für Sie. Wenn Sie hier auch nur einen geringen Erfolg erzielen, dann aber alle Achtung! Nach ca. 2 Wochen fingen wir an zu überlegen: sag mal, bilden wir uns das ein oder wird er dünner? Nein das kann nicht sein, das ist Einbildung! Oder doch? Und er schwitzt ... Es war keine Einbildung er wird tatsächlich dünner. Mittlerweile, nach ca. 5 Wochen Therapie musste sie sich gestern von mir einen kürzeren Sattelgurt geben lassen. Das hat bisher noch keiner geschafft! Wir sind alle drei begeistert, vielen Dank und liebe Grüße Jutta Heidenreich und Kismet, Petra Schneider und Avarus, Heike Nagel und Bandolero
Ingwer erhalten Sie übrigens hier
Lahmheiten, deren Ursache und ganzheitliche Therapie
Erkrankungen der Sehnen, Sehnenschäden, Arthrose, Hufrollenentzündung, Kissing Spines
(Artikel von Claudia Nehls für den Pferdeanzeiger 2005)
Funktionalitätsstörungen und Lahmheiten des Bewegungsapparates sind bei Pferden eine häufige Ursache für deren Unreitbarkeit und verursachen dem betroffenen Pferd oft große Schmerzen.
Verschiedene Lahmheitsursachen und deren ganzheitliche Therapiemöglichkeit möchte ich in diesem Artikel aufgreifen:
Muskelzerrungen:
Die Muskulatur besteht aus Alpha-Muskelfasern, die eine hohe Aktivität besitzen und schnell kontraktil reagieren (ziehen sich schnell zusammen) und Beta-Muskelfasern, die langsamer kontraktil reagieren. Die Alpha-Muskelfasern werden vermehrt bei hohen Geschwindigkeiten und Höchstleistungen beansprucht, die Beta-Muskelfasern mehr bei der Ausdauerbelastung. Entscheidend ist bei dieser Unterteilung die Durchblutung der Muskelfasern: Bei Höchstgeschwindigkeiten ist ein sehr viel höherer Sauerstoffbedarf zu befriedigen, als bei einem gemächlichen Ausritt oder Spaziergang.
Die Muskulatur des Pferdes wird bei ungewohnter oder/und untrainierter Leistung leicht gezerrt. Es kommt zu partiellen oder punktförmigen Blutungen oder zum Bluterguss. Durch Schädigung, Überdehnung oder Abreißung von feinen, oft peripheren Nerven können Erschlaffungs- und Lähmungserscheinungen entstehen.
Es zeigt sich das Bild einer schmerzhaften Lahmheit.
Therapie:
Das betroffene Pferd muss ruhig gestellt werden, damit verhindert wird, dass die partiellen Zerreißungen zu großen Hämatomen werden. Ruhig stellen wäre umsetzbar durch langsame Bewegung an der Hand, durch eine Box mit kleinem angeschlossenen Paddock; jedoch sollte möglichst keine Boxenhaft in einer zu kleinen Box verhängt werden; da eine völlige Bewegungseinschränkung keinen Heilungseffekt aufweist. Die schmerzhaften Muskelzerrungen sollten gekühlt werden mit Kompressen, Umschlägen und Verbänden oder je nach Lagerung dem Wasserschlauch. Bewährt hat sich die zusätzliche Verwendung von Arnicatinktur in einer Lösung. Auch die innerliche Gabe von Arnika in einer tiefen homöopathischen Potenz ist angezeigt. Arnica wird niemals als Urtinktur innerlich verabreicht, da es hier zu allergischen Reaktionen bis hin zum Schockzustand kommen kann.
Sehnen- und Bänderzerrungen, Verstauchungen und Prellungen:
Diese entstehen durch Traumen, Unfälle, Stoß oder Überdehnung der Bänder und der Sehnen und ziehen vielfach Schädigungen nach sich von der Sehnenentzündung (Tendinitis) bis zur Sehnenruptur oder Sehnendegeneration (Tendinose). Ursache ist meist eine Überdehnung der Sehne, wobei durch Lockerung der Fibrillen und Faszien ein Elastizitätsverlust eintritt, besonders dann, wenn die Muskulatur übermüdet oder untrainiert ist und die Überdehnung der Sehne nicht abfedern kann.
Prädestiniert sind Pferde mit langen, zu weichen und schwachen Fesseln und schwachen dünnen Sehnen. Auch Fehlstellungen der Hufe disponieren Pferde für sämtliche Erkrankungen des Bewegungsapparates. Die homöopathische Behandlung von Sehnen- und Bänderzerrungen setzt nicht nur an einer Beseitigung der Schmerzen an, sondern will zu einer wirklichen Ausheilung führen; welche oftmals sehr langwierig sein kann.
Je nach Schweregrad der Verstauchung oder Prellung, Sehnen- und Bänderzerrung oder Sehnenerkrankung ist das Pferd oft bis zu 12 Monaten nicht reitbar und benötigt in dieser Zeit eine ausgiebige Ruhephase. Falsch wäre es jedoch, dass betroffene Pferd zur Boxenhaft zu verurteilen: eine kontrollierte und langsame Bewegung, zum Beispiel Spaziergänge an der Hand auf hartem Boden, fördert die Regeneration oben genannter Erkrankungen.
Therapie:
Langsame und kontrollierte Bewegung auf hartem geraden Boden an der Hand, Kühlung mit einer Arnicatinkur-Lösung, innerliche Gabe von Arnica und Bryonia in einer tiefen Potenz, sowie auf das jeweilige Erkrankungsbild individuell passender zusätzlicher homöopathischer Mittel.
Mit viel Geduld und entsprechender Therapie kann eine Regulation des Sehnenschadens und der Sehnenentzündung überhaupt nur gelingen
Prellungen im Fesselbereich und/oder Huf:
Am Huf und an der Fessel kommt es in und unter der Hufwand oder der Haut zu Hämatomen oder Defekten am Knochen, besonders an der Knochenhaut, dem Periost. Ursachen hierfür entstehen durch Anstoß, zum Beispiel beim Abwerfen von Hindernissen, bei Tritt gegen ein Hindernis oder auch beispielsweise bei einem Tritt mit dem Huf gegen einen großen Stein.
Therapie:
Auch bei diesem Erkrankungsbild ist eine Kühlung sinnvoll sowie auch die äußerliche und innerliche Verwendung der Arnica. Zudem hat sich Hamamelis bewährt und bei Defekten am Knochen selbst Sympthytum. Der Beinwell gilt in der Naturheilkunde als ?das Knochenmittel?. Darüber hinaus sollte selbstverständlich auch hier eine genau auf das Erkrankungsbild abgestimmte homöopathische Therapie zusätzlich erfolgen.
Bursitis:
Die Schleimbeutelentzündung kommt beim Pferd auch recht häufig vor; Ursachen können Infektionen ebenso wie Fehlstellungen und falsche Belastungssituationen sein.
Auch bei der Schleimbeutelentzündung gilt das oben Gesagte zur Bewegung und Kühlung.
Eine Therapie sollte sich ursächlich zeigen, da diese bei einer infektiösen Bursitis eine völlig andere ist, als beispielsweise bei einer durch Fehlstellung oder falsche Belastung hervorgerufenen Bursitis.
Gallen:
Meist sind Gallen nur ein Schönheitsfehler und die gesundheitliche Auswirkung gering. Eine Beeinträchtigung des Bewegungsapparates findet dann statt, wenn die Galle die mechanische Gelenksfunktion stört. Gallen können durch falsche Fütterung oder auch durch genetische Disposition erworben werden. Bei Entzündungen der Gelenkkapseln bilden sich mit Synovia, der Gelenksflüssigkeit, gefüllte Vergrößerungen, die schnell verhärten und bindegewebig durchwachsen können. Gallen sind schwer behandelbar; jedoch gelingt es meist mit ein wenig Geduld, dass sie sich zumindest verkleinern und so, wenn sie vormals zu Problemen geführt haben, diese nicht mehr verursachen. Die Therapie konzentriert sich vorwiegend auf lokale Maßnahmen, beispielsweise Einreibungen mit Acetat-Campher Mischungen. Eine zusätzliche homöopathische Therapie über einen längeren Zeitraum hat sich ebenfalls sehr bewährt.
Steingallen:
Nennt man Entzündungen im Eckstrebenwinkel der Hufe. Es zeigen sich rötliche Flecken bis hin zu nässenden, eitrigen Entzündungen im betroffenen Bereich. Ursachen hierfür liegen beispielsweise im Eintreten von Steinen, Hufanomalien wie dem Zwanghuf, der für Steingallen prädestiniert ist, aber auch in einer schlechten Hufhornqualität und somit dementsprechender Empfindlichkeit können Gründe liegen.
Bei Steingallen sind feuchte Umschläge bzw. Angussverbände das Mittel der Wahl, nachdem der Hufschmied/Hufpfleger die Eckstreben ausgeschnitten hat, um ggf. noch vorhandenes Entzündungssekret abfließen zu lassen.
Hufabszesse:
Ursache eines Hufabszesses sind Druckstellen; diese können bei sehr empfindlichen Hufen bereits nach Steintritt entstehen oder auch durch einen fehlerhaften Beschlag, der Druck verursacht, oder das Tragen von nicht passenden, Druck verusachenden Hufschuhen entstehen. Im glücklichsten Falle liegt der Abszess so lokalisiert, dass er mit der Hufzange schnell aufgespürt werden kann und nicht so tief gelagert ist, dass eine Öffnung unproblematisch möglich wäre.
Wird ein Hufabszess lokalisiert und geöffnet, so, dass der Eiter abfließen kann, erfährt das Pferd sofort Erleichterung und der Schmerz ist genommen. Die Stelle wird dann noch desinfiziert und das Problem ist in der Regel schnellstmöglich gelöst. Anders sieht es aus, wenn ein Abszess nicht zu lokalisieren ist bzw. an einer so ungünstigen Stelle sitzt, dass das Aufschneiden zum Problem wird bzw. ausgeschlossen ist (beispielsweise am Kronrand). Hier helfen Angussumschläge, z. B. mit Rivanollösung dem Abszess sich zu öffnen und der Eiter kann abfließen. Unterstützend kann man in diesen Fällen das homöopathische Mittel Hepar Sulfuris in einer niedrigen Potenz geben; um den Abfluss zu unterstützen.
In jedem der oben genannten Erkrankungsbilder ist zusätzlich eine individuell und passend ermittelte homöopathische Therapie einzuleiten; um eine Regulierung und Ausheilung zu erreichen. Dies gilt insbesondere bei den Sehnenerkrankungen, welche unbedingt eine langfristige und passende Therapie benötigen, um die Elastizität wieder in vollem Umfange herzustellen. Gelingt dies nicht, wird das erkrankte Pferd immer sensibilisiert bleiben und wird nicht wieder die volle Leistungsfähigkeit erlangen können.
Ein ganz wichtiger Faktor ist auch die Fütterung des erkrankten Pferdes. Diese sollte auf die Probleme eingehen, in dem sie Anpassungen der Menge erfährt.
Da die betroffenen Pferde in Ihrer Bewegung stark eingeschränkt werden, besteht grundsätzlich die Gefahr einer Belastungsrehe, wenn eine Extremität erkrankt ist. Durch den Schmerz und die damit eintretende Entlastungshaltung besteht ein hohes Risiko einer Belastungsrehe, welches man mit stark eingeschränkter Ernährung bzw. Absetzung jeglichen Kraftfutters (hierzu gehört auch Müsli..) stark eindämmt.
Auch sollte überlegt werden, ob der Mineralstoffhaushalt, das Calzium : Phosphor Verhältnis und der Spurenelementhaushalt ausgewogen gestaltet ist. Nicht zuletzt tragen Mängel in der Fütterung des Pferdes zu sämtlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates unmittelbar bei.

Weniger auf Schnelligkeit gezüchtete Rassen haben nur ca. 60 - 65 % Alpha-Muskelfasern

Augen zu und durch
Gedanken zu chronischen Erkrankungen des
Bewegungsapparates unserer Pferde
(Artikel von mir für den Pferdeanzeiger 02/2004)
Immer häufiger ist die Einschränkung der Funktionalität des Bewegungsapparates unserer Pferde in der Praxis anzutreffen.
Chronische degenerative Erkrankungen, wie Podotrochlose (Hufrollenentzündung), Spat, Arthrose, Erkrankungen des Rückens und der Wirbelsäule, Hufrehe und Sehnenschäden nehmen immer weiter zu.
Dies verwundert umso mehr, da die Erkenntnisse einer pferdegerechten Haltung nie so weit fortgeschritten waren wie heute. Früher war die Ständerhaltung noch allgemeine Praxis und die Boxenhaltung geradezu ein Luxus. Heute gehen immer mehr Pferdehalter dazu über, ihre Pferde optimalerweise in einem Offenstall unterzubringen. Licht, Luft und Bewegung sind die Bausteine einer gesunden Pferdehaltung, wie allgemein bekannt. Vergleiche zwischen früher und heute zeigen jedoch deutlich, dass unsere Pferde trotz unserer heutigen Erkenntnisse oftmals bereits im Fohlen- und Jungpferdealter mit Erkrankungen zu kämpfen haben, die in früheren Zeiten erst im Alter durch Verschleiß auftraten.
Ähnlich haben sich die Erkenntnisse einer optimalen Pferdefütterung in den letzten 20 Jahren stark gewandelt: Früher galt die ausschließliche Fütterung von Hafer, Heu, Stroh und Gras als ideale Pferdenahrung, heute wird Heu durch Silage und Stroh durch Alternativeinstreu ersetzt. Mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen sieht es ähnlich aus:
Früher war man der Meinung, dass in der täglichen Ration alles enthalten war, heute geht die moderne Pferdeernährung dazu über für jedes Alter, jede Rasse und jede Disposition zur Erkrankung bzw. Erkrankung selbst ein spezielles Futter herzustellen. Nicht zu vergessen ist, dass wir heute davon ausgehen, dass Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe synthetisch hergestellt die Getreideration ergänzen müssen, da ansonsten ein Mangel entsteht, der wiederum zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen/Erkrankungen führen soll.
Unsere Weiden sind künstlich gedüngt, die Unkrautbekämpfung wird durch Pestizide vorgenommen und Heu mit seinem hohen Rohfasergehalt durch die rohfaserärmere proteinhaltigere Silage ersetzt. Getreide wird durch Düngemittel vermehrt, teilweise auch genmanipuliert.
In den letzten 15 Jahren wurden die Bedarfswerte für Vitamine, Mineralien und Spurenelemente mehr und mehr erhöht, da Pferdehalter der Ansicht waren, je mehr, je besser, umso mehr enthalten, umso mehr bekomme man für's Geld und umso mehr Gutes tut man seinem Pferd.
In den letzten 2 Jahren ist mehr und mehr ein Umdenken zu beobachten:
Bedarfswerte für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden gesenkt und der Trend:
Back to the roots im Kommen!
Natürlich werden Erkrankungen des Bewegungsapparates durch mehrere Faktoren begünstigt. Anfangs steht die Genetik und diesbezügliche Disposition sowie angeborene oder erlangte Stellungsfehler. Doch werden die ersten Fehler bereits kurz nach der Geburt mit dem heute üblichen Fohlenstarter begonnen. Fohlenstarter führt zu schnellem Wachstum sowie Gewichtszunahme, was naturgemäß bedeutend langsamer vonstatten gehen würde. Bereits hier erhält der Bewegungsapparat erste - oft bleibende - Schäden.
Weiterhin werden hoch dosierte synthetische Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zugeführt, die - so neueste wissenschaftliche Erkenntnisse - oftmals überdosiert sowie auch, da synthetisch hergestellt, nicht optimal verwertet werden können.
Man möchte das Beste für sein Pferd und erreicht - leider - das Gegenteil dessen!
Unerlässlich für die uneingeschränkte Funktionalität des Bewegungsapparates ist ein optimales Calzium : Phosphor Verhältnis, welches bei 1,5 - 2,0 : 1 liegt. Dieses zu erreichen ist wegen der zunehmenden Denaturierung des Futters und unserer heutigen Bodenbewirtschaftung wahrlich schwierig. Gutes Pferdeheu verfügt in der Regel über ein Calzium : Phosphor Verhältnis von 1,5 : 1 oder höher. Früher war dieses Verhältnis infolge der geringeren Intensität der Grünlandbewirtschaftung günstiger, denn diese bewirkte einen höheren Anteil an Kräutern. Einerseits erreichen wir bei unserer Pferdefütterung selten das ideale Calzium : Phosphor Verhältnis, andererseits füttern wir immer mehr Protein, was ungünstigen Einfluss auf den Bewegungsapparat hat. Darüber hinaus bestehen weitere Probleme in der Zuführung oftmals viel zu hoch dosierten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die nicht nur auf den Bewegungsapparat, sondern auch insbesondere auf die Entgiftungsorgane Leber und Nieren schädlichen Einfluss ausübt. Protein sowie die übermäßige Zuführung der o. g. Stoffe müssen durch Leber und Nieren wieder ausgeschieden werden, was hier oftmals zur Überlastung und somit weiteren Schäden führt. Weiterhin ist relativ ungeklärt, inwieweit das Verdauungssystem des Pferdes überhaupt synthetisch zugeführte Stoffe verwertet. Beim Mensch beispielsweise existiert der wissenschaftliche Beweis, dass natürlich vorkommende Vitamine etc. bedeutend besser verwertet werden, als synthetisch hergestellte. Da das Pferd ein bedeutend sensibler reagierendes Verdauungssystem als der Mensch besitzt und darüber hinaus auch heute noch viel mehr an die Natur angelehnte Lebensbedingungen zur Gesunderhaltung benötigt, gehe ich davon aus, dass diese Erkenntnisse umso mehr auf das Pferd zutreffen.
Meiner Erfahrung nach wirkt eine weitgehend naturgemäße Pferdeernährung, insbesondere die Fütterung naturbelassener Kräutermischungen positiv auf den physischen und psychischen Zustand unserer Pferde.
Ein weiterer Faktor zur Begünstigung von chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates ist die nicht pferdegemäße Haltung. Trotz weitreichender Erkenntnisse einer optimalen Pferdehaltung ist kaum ein Pferdebesitzer in der Lage, diese praktisch umzusetzen. Vor allem im Winter wird unseren Pferden - selbst bei Offenstallhaltung - ausschließlich ein kleines Paddock zur Bewegung zur Verfügung gestellt. Weiträumige Bewegungsmöglichkeiten sind in der heutigen Zeit kaum noch gegeben. Vor allem in den Ballungsgebieten ist das Problem offenkundig. Zusätzlich problematisch ist, dass der Wechsel zwischen keiner bis kaum Bewegung zur Arbeit unter dem Reiter oft gravierend ist. Als Aufwärmphase wird hier - statt einer halben Stunde - oftmals 5 Minuten angesetzt. Nach der Arbeit ist das Verbringen in die Box, also keinerlei Bewegungsmöglichkeit, leider Realität.
All diese Einflüsse zusammen bewirken die zunehmende Einschränkung der Funktionalität des Bewegungsapparates, demnach die vielen chronischen Erkrankungen, welche - leider - immer weiter zunehmen.
Die beste Prophylaxe - neben einer verantwortungsvollen Zucht - ist meiner Erfahrung nach eine pferdegerechte und vor allem weitgehend naturgemäße Haltung und Fütterung unserer Pferde. Zugegeben ist diese oftmals schwer zu verwirklichen, doch sollte das Bestreben dieser immer im Vordergrund stehen, denn oft sind es die für den Pferdebesitzer kleinen Veränderungen, welche selbst Symptomatiken einer chronischen Lahmheit völlig eindämmen.
Ein Fallbeispiel zur Untermauerung dieser These ist ein vor 3 Monaten bei uns stationär aufgenommener Westfahlenwallach mit Sehnenschaden vorn beidseitig. Die - inzwischen chronische - Entzündung der Sehnen mit Beteiligung beider Gleichbeine und Fesselgelenke - bestand seit über einem Jahr. Allein die Umstellung auf eine optimale Haltung und Fütterung in Verbindung mit einer kompetenten Hufkorrektur (im Austausch zum orthopädischen Rundeisenbeschlag) wirkte hier wahre Wunder in Ergänzung mit lokalen Anwendungen sowie homöopathischen und phytotherapeutischen Mitteln. Nach nur 3 Monaten ist keinerlei Einschränkung der Funktionalität des Bewegungsapparates makroskopisch sichtbar und der Wallach erfreut sich bester Gesundheit:
Oft sind es die kleinen Dinge, welche eine Wiederherstellung des Gesundheitszustandes und die uneingeschränkte Funktionalität des Bewegungsapparates bewirken!
Arthrose, Hufrollenentzündung, Spat, I. Teil
(Artikel von mir für den Pferdeanzeiger 03/08)
Im ersten Teil dieses Artikels beschäftigen wir uns mit den Erkrankungen an sich und deren Symptome bzw. des Erkennens der oben genannten verschiedenen Arten der Arthrose. Die Arthrose ist der Oberbegriff; denn sowohl die Podotrochlose, wie auch der Spat, gehören zu den arthrotischen Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Arthrosen der verschiedenen Gliedmaßen. Die Therapie der unterschiedlichen Arthrosen ist jedoch nur leicht abweichend bei den einzelnen Arthroseformen; Unterschiede liegen beispielsweise in speziellen Hufbeschlägen, welche optimal auf die Erkrankung abgestellt werden.
Im zweiten Teil des Artikels beschäftigen wir uns ausführlich mit der für an Arthrose erkrankte Pferde optimalen Fütterung und Haltung, Bewegungsmöglichkeiten, sowie mit homöopathischen und naturheilkundlichen Therapiemöglichkeiten.
Arthrose:
Kausale Ursachen:
Eine Arthrose entsteht in der Regel aus einer nicht ausgeheilten Arthritis:
Die Ursache der Arthritis ist eine akute Entzündung, welche aus äußeren, inneren, infektiösen oder stoffwechselbedingten Einflüssen (siehe auch Ursachen der Arthrose) entsteht.
Die Arthritis muss frühmöglichst fachgerecht behandelt werden, um nicht in ein chronisches, schwer heilbares Stadium bzw. in die degenerative Form, also die Arthrose, überzugehen. Die Arthritis entwickelt sich stetig zur Arthrose, wenn diese nicht erfolgreich und schnellstmöglich therapiert wird. Es bilden sich unphysiologische Knochenzubildungen, wie zum Beispiel die arthrotische Hufgelenksschale. Der Prozess wird durch Überbelastung, aber auch durch Bewegungsmangel gefördert.
Ursachen der Arthrose sind vermehrte Abnutzungen durch Fehlstellungen, Fehlbelastungen, Überbelastungen, falsche Hufbearbeitung/Hufbeschlag über längere Perioden, sowie Stoffwechselstörungen und das Missverhältnis zwischen Belastbarkeit und tatsächlicher Belastung des Pferdes.
Auch eine zu gut gemeinte Fütterung, vor allem in der Zeit der Entwicklung des Skelettes, fördert spätere arthrotische Veränderungen, ebenso wie ein längerfristiges Ungleichgewicht des Calzium : Phosphor Verhältnisses und des übrigen Mineralstoffhaushaltes, wie auch Bewegungsmangel.
Symptomatik und klinisches Bild:
Die Arthrose zeigt sich in Bewegungsstörungen mit stumpfem, unfreiem, gebundenem Gang und häufigem Wendeschmerz. Oftmals kommt es zu umfangreichem Abbau oder Zerstörung des Gelenkknorpels, im Röntgenbild zeigen sich Veränderungen in der Knochenstruktur mit Randwulstbildungen am Gelenkrand. Auslöser sind oft Fehlstellungen der Gliedmaßen mit bodenweiter, bodenenger, Y-beiniger, O-beiniger, struppierter, vorbiegiger, rückbiegiger, kuhhessiger, fassbeiniger, säbelbeiniger oder stuhlbeiniger Stellung. Dadurch kommt es auf hartem Boden, besonders beim Springen, immer wieder zu Mikrotraumen, zur Überbelastung und Überanstrengung bestimmter Gelenkbereiche und zu Knorpeldefekten. Es kann durch starken Knorpelverlust zur Gelenksversteifung kommen.
Diagnostik:
Je nach Lagerung der Arthrose röntgenologischer Befund, Beugeprobe, Lahmheitsuntersuchung/Gangverhalten, äußerlich sichtbare Knochenzubildungen; weitere siehe unten.
Therapiemöglichkeiten:
Die Therapie der Arthrose sollte zwingend ganzheitlich erfolgen:
Fütterung, Haltung, Bewegung, medikamentöse Therapie und Hufbearbeitung/Hufbeschlag sollten optimal auf das erkrankte Pferd abgestellt werden und sich gegenseitig in der Therapie ergänzen und positiv unterstützen. Nur durch die verschiedenen sich ergänzenden Therapiebausteine kann dem erkrankten Pferd langfristig geholfen werden.
Die ausschließliche Gabe von Schmerzmitteln ist aus verschiedenen Gründen nicht empfehlenswert:
Degenerative Veränderungen verlaufen durch die Schmerzübertünchung ungesehen weiter; die Wirkung von Schmerzmitteln lässt bei Daueranwendung meist nach; die Nebenwirkungen bei einer dauernden Anwendung können oft den positiven Nutzen nicht wettmachen (empfohlene Dauer der Schmerzmittelgabe liegt bei 10 Tagen!).
Insgesamt ist die alleinige Schmerzbekämpfung keine Therapie, sondern allein die Bekämpfung eines Symptoms.
Spat:
Der Spat dient als Sammelbegriff aller schmerzhaften Prozesse im Bereich der straffen Tarsalgelenke. Die kausale Genese liegt in einer chronischen Traumatisierung der drei Gelenkreihen. Im engeren Sinne handelt es sich um die kleinen Tarsalknochen. Die Funktion derer besteht überwiegend in einer Stoßbrechung der auf sie einwirkenden Druck- und Schubkräfte. Weiterhin haben sie Rotationsbewegungen abzufangen. Sie sind stärksten Druckbelastungen entsprechend der ständigen Änderung in der Winkelung des Sprunggelenks ausgesetzt.
Symptomatik:
Die durch Spat ausgelöste Lahmheit tritt nicht in gleichmäßiger Stärke auf, weil Art und Umfang der Bewegungsstörung an Schmerzperioden gebunden sind, die von der Intensität der Belastungen mitbestimmt werden. Symptome sind eine gemischte Lahmheit mit Schrittverkürzung durch mangelhafte Beugung des Sprunggelenks und Vermeiden einer maximalen Streckung, ein verspannter Rücken, Schwierigkeiten beim Tempowechsel, schwungloser Trab und ein vermehrtes Anspringen in den Galopp. Die Symptome sind unmittelbar nach Arbeitsbeginn auffälliger als nach längerer Bewegung. Eine Knochenaufreibung an der medialen Sprunggelenksfläche ist nur gelegentlich zu sehen.
Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung besteht meist keine Lahmheit mehr durch die dann eingetretene Verknöcherung. Spat ist als eine degenerative Erkrankung unheilbar.
Diagnostik:
Zur Diagnose dient neben Röntgenaufnahmen die Beugeprobe sowie Beurteilung des Gangverhaltens bzw. der vorhandenen Lahmheit des Pferdes.
Kausale Ursachen:
Die Entstehung der Krankheit wird durch eine unkorrekte Stellung der Hintergliedmaßen (kuhhessiger und bodenweiter Stand) gefördert, ebenso durch Fehler in der Hufbearbeitung und im Hufbeschlag. Auch eine zu energiereiche und proteinreiche Fütterung, wie auch Ungleichgewichte im Mineralstoffhaushalt, fördern den Spat schon in jugendlichem Alter. Spat kann demnach schon sehr früh entstehen, sofern die Fütterung der Absetzer zu "mastig" gestaltet wird, was einerseits die Energie, andererseits auch ganz besonders den Proteinanteil der Fütterung betrifft. Durch ein Zuviel an Futter können die kleinen Tarsalknochen in ihrer Gestaltung (Form und Größe) sowie in ihrer inneren Statik im Zuge der Skelettreifung ungünstig beeinträchtigt werden. Stellt sich der Spat erst in späteren Jahren ein, so kann er auch auf einem Verschleiß der Gelenkknorpelflächen beruhen.
Therapiemöglichkeiten:
Die Therapie sollte mit einer korrekten Hufbearbeitung bzw. eines auf die Erkrankung abgestellten Hufbeschlages als Grundvoraussetzung begründet werden. Eine weitere Grundvoraussetzung in der Therapie des an Spat erkrankten Pferdes ist eine optimale Fütterung; welche nicht zu gut gemeint werden sollte; das heißt, es sollten keine Überversorgungen mit Protein und Energie stattfinden, das Calzium zu Phosphor Verhältnis und der Gesamtmineralstoffhaushalt sollte möglichst optimal sein.
Das an Spat erkrankte Pferd benötigt eine dauernde freie Bewegungsmöglichkeit; fehl am Platze wäre hier eine Boxenhaltung über viele Stunden. Es bietet sich eine Offenstallhaltung mit Auslauf bzw. eine weiträumige Box mit angeschlossenem (nicht zu kleinem) Paddock als optimale Haltungsform an.
Lokale Maßnahmen wie scharfe durchblutungsfördernde Einreibungen werden empfohlen.
Podotrochlose (= Hufrollenentzündung):
Die Hufrollenerkrankung lässt sich dem Arthrosenkomplex zuordnen und stellt eine häufige Lahmheitsursache der Vorderextremitäten dar, sie ist in der Reitpferdehaltung einer der größten Sorgen.
Die Hufrolle wird aus dem Strahlbein mit seinen Aufhängebändern, dem über den Knochen hinweg ziehenden Anteil der tiefen Beugesehne und der zwischen beiden Gewebsstrukturen liegenden Bursa podotrochlearis gebildet. Bei der Podotrochlose finden wir bindegewebige Verstärkungen des Hufbein-Strahlbeinbandes, die Hufgelenksfacette reagiert mit Formveränderungen, die Ansatzflächen der tiefen Beugesehne und der Bänder mit Knochenzubildungen (Exostosen). Am Hufbein können sich Randwulsterscheinungen bilden und am Strahlbein Absprengungen der Facies flexoria.
Die pathologischen Veränderungen treten am Bandapparat des Strahlbeins, an der tiefen Beugesehne und an der Struktur und Kontur des Strahlbeins auf. Klinische Veränderungen werden oft erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Die Lahmheit kann von sehr wechselnder Intensität sein und betrifft die Vordergliedmaßen.
Kausale Ursachen:
Ursachen der Hufrollenentzündung liegen in Stellungsfehlern, Fehlstellungen, falscher Hufkorrektur und Beschlages, Fehlernährung, Aufzuchts- und Beschlagsschäden, Überbeanspruchung des Pferdes.
Eine genetische Veranlagung gilt als sicher.
Der ständige Wechsel der auf das Strahlbein einwirkenden Zug- und Druckkräfte macht es bei nutzungsbedingter Überbeanspruchung des Pferdes, durch fehlerhaften Hufbeschlag, unregelmäßige Huf- oder Gliedmaßenstellung anfällig für degenerative Umbauvorgänge, die sich in schmerzhaften Reaktionen an den sensibel versorgten Anteilen, insbesondere an dem Hufbein-Strahlbeinband, auswirken.
Symptomatik:
Klinische Erscheinungen zeigen sich sehr unterschiedlich und wechselhaft. Die Erkennung einer deutlichen Lahmheit wird dadurch erschwert, dass unter den betroffenen Pferden mehr als 50 % beiderseits erkranken. Es besteht makroskopisch daher oft eher eine Bewegungsstörung, keine Lahmheit. Die Aktion der Vorderbeine wird eigenartig klamm, flacher und kürzer. Die Gangveränderung ist wenig ausgeprägt. Manchmal besteht deutlicher Wendeschmerz. Beim noch nicht warmgerittenem Pferd ist die Symptomatik deutlicher; während der Bewegung nehmen die Symptome ab. Der Gang bleibt aber wenig raumgreifend und das Pferd zeigt sich zögerlich; insbesondere beim Sprung. Die Krankheit nimmt zwar einen eher schleichenden Verlauf, jedoch kann sich die Lahmheit auch ganz plötzlich zeigen. Ein in der Regel ausnahmslos auftretendes Symptom ist vermehrtes Stolpern. Die Lahmheit tritt in einem geringen bis mittleren Ausmaß auf. In der Ruhe setzt das betroffene Pferd die Vorderhufe abwechselnd weit nach vorn, um das Hufgelenk zu entlasten (bei der Hufrehe werden in der Regel beide Vorderhufe gleichzeitig weit nach vorne gestreckt). Die Fußungslast wird auf den Zehenrand des Hufes verlagert, so dass ein vermehrter Abrieb an der Zehe erfolgt. Beim beschlagenen Huf unterliegen die Schenkelenden des Hufeisens nur einem geringen Abrieb; beim unbeschlagenen Pferd wird die Trachtenwand im Verhältnis zur Zehenwand länger. Die Entlastung des hinteren Hufabschnitts schränkt den Hufmechanismus ein, weshalb der Hornstrahl allmählich verkümmert und ein Trachtenzwanghuf entsteht. Bei überwiegend einseitiger Hufrollenentzündung kann es aufgrund dieser Schonstellung zu Muskelatrophien bzw. zur Hufatrophie kommen. Eine verstärkte Pulsation der Mittelfußarterie ist nur bei einem akuten Schmerzschub (wie auch bei der Hufrehe) zu erfühlen.
Diagnostik:
Klinische Untersuchungen zur Diagnostik sind die Zehengelenksbeugeprobe und die Keilprobe, die Perkussion der Sohle im Bereich der Strahlspitze löst eine Abwehrreaktion aus. Eindeutig ist jedoch erst eine Diagnose aufgrund der Leitungsanästhesie. Das sogenannte Umspringen der Lahmheit nach einer Anästhesie ist als eindeutige Diagnose der Podotrochlose zu werten. Röntgenologisch greifbar sind die Veränderungen des Strahlbeins. Die Podotrochlose gehört zu den deformierenden Osteoarthopathien, ist demnach nicht heilbar; im günstigsten Falle werden die Schmerzen beseitigt und der Prozess zum Stillstand gebracht.
Therapiemöglichkeiten:
Die Therapie setzt bei einem auf die Erkrankung abgestellten Hufbeschlag bzw. einer dementsprechenden Hufkorrektur an; weitere Grundvoraussetzungen sind eine stetige freie Bewegung (wer rastet, der rostet) des Pferdes sowie eine optimale Fütterung im richtigen Verhältnis.
Diskutiert wird auch immer wieder der sogenannte "Nervenschnitt". Hier kommt einmal die Neurektomie sowie die Desmotomie in Betracht. Diese beseitigen nicht die Podotrochlose, sondern schalten nur den Schmerz aus. Aber auch hier ist die Dauer der weiteren Reitbarkeit des operierten Pferdes von der Intensität des zukünftigen Beritts abhängig.
Pferde sind Lauftiere und gerade arthrotische Pferde brauchen entsprechende dauernde freie Bewegung, sonst versteifen die Gelenke sehr schnell. Die Heilungschance bei Arthrosen ist ungünstig. Es ist meist ein fortschreitender Prozess, und es gilt, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, im günstigsten Falle zum Stoppen zu bringen.
Eine Behandlung, die zur Heilung führt, gibt es nicht.
Je schneller und effektiver eine Therapie jedoch umgesetzt wird, desto besser sind die Chancen für das betroffene Pferd, wieder Lebensqualität zu erlangen und diese noch lange Zeit zu erhalten.
Arthrose, Hufrollenentzündung, Spat, II. Teil
(Artikel von mir für den Pferdeanzeiger 04/08)
Im zweiten Teil dieses Artikels beschäftigen wir uns ausführlich mit der optimalen Fütterung und Haltung, Bewegungsmöglichkeiten, sowie mit homöopathischen und naturheilkundlichen Therapiemöglichkeiten für Pferde, welche an Arthrose, Hufrollenentzündung oder Spat erkrankt sind.
Die Arthrose ist der Oberbegriff; denn sowohl die Podotrochlose (degenerative Hufrollenentzündung), wie auch der Spat, gehören zu den arthrotischen Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Arthrosen der verschiedenen Gliedmaßen.
Die Therapie der unterschiedlichen Arthrosen ist jedoch nur leicht abweichend bei den einzelnen Arthroseformen; Unterschiede liegen beispielsweise in speziellen Hufbeschlägen, welche optimal auf die Erkrankung abgestellt werden. Die Haltung, Fütterung, Bewegungsmöglichkeiten sowie auch die naturheilkundlichen Therapieansätze sind nahezu identisch; daher fasse ich diese unter dem Oberbegriff "Arthrose" im nachfolgenden Artikel zusammen.
Haltung:
Das an Einschränkungen der Beweglichkeit leidende Pferd benötigt eine stetige freie Bewegung. Kontra indiziert ist die Unterbringung in einer Box in Normgröße, auch wenn diese Haltungsform nur über Nacht gewählt wird und tagsüber eine Auslaufmöglichkeit besteht. Das an arthrotischen Veränderungen leidende Pferd benötigt eine ständige langsame Bewegung und somit einen entsprechenden Raum- und Platzbedarf. Zur Unterbringung geeignet sind beispielsweise eine Großraumbox in einer Größe von ca. mindestens 8 x 4 Meter, eine Box mit angeschlossenem Paddock/Auslauf bzw. eine Offenstallhaltung. Dass auch nur stundenweise Einsperren bei keiner Bewegungsmöglichkeit führt zu einer Versteifung der arthrotischen Knochen. So kann man beim Herausführen des Pferdes dann erst einmal einen steifen und klammen Gang beobachten, der sich mit zunehmender Bewegung dann langsam normalisiert. Insgesamt schreitet die Erkrankung schneller fort, sofern das Pferd nicht optimal, das heißt mit stetiger langsamer Bewegungsmöglichkeit untergebracht wird. Das Sprichwort "wer rastet, der rostet" trifft auf Pferde mit arthrotischen Veränderungen ganz besonders zu. Der tägliche Auslauf ist keineswegs ausreichend, sofern die Pferde des Nachts in Normboxen eingesperrt werden. Zusätzlich zu der optimalen Unterbringung sollte den Pferden ein ganztätiger und weiträumiger Auslauf auf Paddocks bzw. Weiden eingeräumt werden, um dem Bewegungsbedürfnis nachzukommen. Ein wichtiger Faktor sowohl bei einer praktizierten Offentstallhaltung, wie auch bei einer täglichen Paddock- bzw. Weideauslaufhaltung stellt eine verträgliche und fest eingespielte Herde dar: Keinesfalls sollte unser erkranktes Pferd von anderen Pferden dranglasiert und gejagt werden; da die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ist und unser Pferd somit immer das schwächere Glied in der Herde darstellt. Eine Haltung in einer gut eingespielten möglichst kleinen Herde ist eine weitere Voraussetzung zum Wohlfühlen, denn auch die Psyche muss beachtet werden bei erkrankten Pferden.
Bewegungsmöglichkeiten:
Je nach Schwere der Erkrankung sind Spazierritte im Schritt mit kurzen Trab und Galopppassagen erlaubt, solange das Pferd sich anbietet und freiwillig - ohne Widersetzlichkeit - mitmacht. Auch längere Spaziergänge an der Hand sind eine willkommene Abwechslung. Longieren, Springen sowie das Abverlangen von Hochleistungen sind selbstverständlich tabu. Auch bei der Bewegung unter dem Reiter gilt: Langsame und stetige Bewegung sind erlaubt; alles darüber hinausgehende muss vom Pferd freiwillig angeboten werden; denn dieses wird sich selbst nicht überlasten und somit die Erkrankung verschlechtern.
Selbstverständlich kommt es in erster Linie auf den Grad der Arthrose an, ob ein Pferd überhaupt noch reitbar ist; dies gilt jedoch ebenso insgesamt für die Lebensqualität und auch Weidehaltung. Die Arthrose kennt viele Gesichter und viele Grade der Massivität; so kann die Erkrankung auch dermaßen fortgeschritten sein, dass eine Lebensqualität für das betroffene Pferd nicht mehr gegeben ist und die Erlösung den einzig richtigen Weg darstellt. Von diesen Arthrosen sprechen wir in diesem Artikel nicht, denn wenn das betroffene Pferd unter dauernden massiven Schmerzen leidet und die Arthrose bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Bewegung nur unter erheblichen Anstrengungen möglich wird, dann ist keine Besserung mehr zu erwarten und aus tierschutzrelevanter Sicht sollte man dieses Pferd vom Schmerz erlösen.
Hufbeschlag/Hufkorrektur:
Das Patentrezept gibt es leider - wie immer - nicht. Es gibt sicherlich eine Reihe von orthopädischen Beschlägen und Hufkorrekturen, welche sich bei den entsprechenden Erkrankungsbildern bewährt haben. Jedoch sind auch Faktoren wie Hufstellung, Stellung der Extremitäten, Vorgeschichte etc. zu berücksichtigen, was heißt: Was sich bei vielen Pferden bewährt hat, kann ggf. für das individuell betroffene Pferd genau das Verkehrte sein und die Lahmheit verschlechtern, statt verbessern.
Individuell sollte mit einem kompetenten Hufschmied überlegt werden, wie das betroffene Pferd huftechnisch bestmöglich unterstützt werden kann. Sollte sich jedoch nach einiger Zeit herausstellen, dass die Lahmheit sich verschlechtert, dass das Pferd mit der derzeitigen Hufbearbeitung nicht gut zurecht kommt, sollten schnellstmöglich andere Wege eingeschlagen, und nicht an den bisher bewährten festgehalten werden.
Fütterung:
Die Fütterung sollte natürlich und ausgewogen gestaltet werden, sowie dem Grundumsatz des Pferdes angepasst werden. Ganz besonders wichtig ist ein optimaler Mineralstoff- und Spurenelementhaushalt, der ein ausgewogenes Calcium : Phosphor Verhältnis beinhaltet. Die Knochen benötigen Calcium, um wiederstandsfähig zu bleiben und ihre Funktion aufrechtzuerhalten; sind Mängel im Mineralstoffhaushalt und Unausgewogenheiten zu verzeichnen, so verschlechtern diese das Krankheitsbild. Es sollten weder Überschüsse noch Mangelerscheinungen eintreten; was letztlich nur mit einer naturbelassenen Fütterung umzusetzen ist; da synthetische Zusatzstoffe vom Pferdedarm nicht optimal verstoffwechselt werden können und es somit zu Imbalancen kommen kann. Ein natürliches Mineralfuttermittel gehört auf den Speiseplan des an Arthrose erkrankten Pferdes, ebenso wie auch bei anderen
- gesunden - Pferden.
Der Hauptbestandteil der Fütterung sollte qualitatives Heu sowie gutes Futterstroh zur freien Aufnahme sein. Die Fütterung mit Kraftfutter sollte eher sparsam gestaltet werden, sofern es der Futterzustand erlaubt, da ein Zuviel an Protein sich ebenfalls negativ auf u. a. die Knochen und somit die vorhandene Erkrankung auswirkt. In welcher Menge und welche Futtermittel eingesetzt werden, sollte individuell ermittelt werden unter Einbeziehung der vorhandenen Arthrose.
Eine Unterstützung des Bewegungsapparates im Wege der Fütterung ist durch eine ergänzende Fütterung mit Heilkräutern praktizierbar (beispielsweise Nehls Lauf-Fit). Auch die ergänzende Fütterung von Ingwer ist eine positive Maßnahme, sofern nicht ausschließlich Ingwer (und somit ein natürliches Schmerzmittel) eingesetzt wird; da die Arthrose somit eventuell unbemerkt vom Pferdebesitzer weiter voranschreiten könnte. Ingwer ist empfehlenswert bezüglich der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften; sollte jedoch durch eine entsprechende Heilkräutermischung sowie auch ergänzende Fütterung mit Grünlippmuschel 100 % DAB ergänzt werden, um das Erkrankungsbild insgesamt positiv zu beeinflussen und nicht ausschließlich Schmerz und Entzündung zu bekämpfen. So besagen verschiedene Versuche, dass die Grünlippmuschel noch vorhandene Knorpelmasse erhalten und ggf. bis zu einem gewissen Grad wieder aufbauen kann, was gerade bei arthrotischen Veränderungen wünschenswert ist. Eine Heilkräutermischung für den Bewegungsapparat hat eine tiefgreifende und umfassende Wirkung, welche sich bei langfristigem Einsatz insgesamt sehr positiv auf vorhandene Schwächen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates auswirkt.
Im Wege der Fütterung können wir dem an Arthrose erkrankten Pferd auf einfachste Weise eine sehr positive Unterstützung und Hilfe zukommen lassen, welche positiven Einfluss auf das gesamte Erkrankungsbild mit sämtlichen Symptomatiken nimmt.
Homöoopathische/Naturheilkundliche Therapieansätze:
Arthrotische Erkrankungen gehören zu den degenerativen und fortschreitenden Erkrankungen, was im Umkehrschluss bedeutet:
Alleine mit Schmerz- und Entzündungsmitteln ist keine langfristige Verbesserung zu erzielen, sondern lediglich eine Hilfe im akuten Krankheitsfalle gegeben. Schmerzmittel sollten insgesamt nicht länger als ca. 10 Tage eingesetzt werden, was eine Dauermedikation ebenfalls ausschließt. Andererseits benötigen degenerative und fortschreitende Erkrankungen eine dauernde Medikation, eine langfristige Unterstützung und insgesamt annähernd optimale Bedingungen, um die Lebensqualität des Pferdes zu erhalten bzw. wieder zu beleben.
Hier bietet die Naturheilkunde eine sehr gute Alternative mit vielen Einzel- und Komplexmitteln, welche im Zuge einer ganzheitlichen Therapie eine Hilfe bieten.
Sämtliche oben genannten Faktoren sollten jedoch bestmöglich umgesetzt werden, es wäre ein Trugschluss zu denken, man gibt das ein oder andere homöopathische Mittel und hätte die Erkrankung "im Griff". Dem ist nicht so, eine echte Chance erfahren betroffene Pferde nur, wenn auch die anderen oben genannten Faktoren miteinbezogen werden.
Eine homöopathische Therapie bei Arthrose sollte möglichst individuell auf das Erkrankungsbild des betroffenen Pferdes abgestimmt werden (beispielsweise im Wege der Biofeld-Haaranalyse, welche wir durchführen). Es gibt in der Homöopathie und Phytotherapie verschiedene bewährte Mittel, wie beispielsweise Beinwell, Arnika, Teufelskralle, Weidenrinde, Ginkgo; zusätzlich stehen noch zahlreiche Komplexmittel, Organpräparate, Nosoden und isopathische Mittel zur Verfügung. Möchte man sich nicht auf das Zufallsprinzip verlassen und herumexperimentieren, sollte ein entsprechender Therapieplan ausgearbeitet und umgesetzt werden; welcher dann auch die größtmögliche Chance zum Erfolg bietet.
Kissing Spines - Rückenprobleme Pferd - Rückenkrankheit Pferd - Rückenbeschwerden Pferd - Rücken Pferd
Artikel von Claudia Nehls für verschiedene Fachzeitschriften
Rückenbeschwerden stellen eine häufige orthopädische Erkrankung unserer Pferde dar. Selten kommen angeborene Missbildungen vor; meist äußern sich Rückenerkrankungen in Weichteilschäden der Bänder, der Muskulatur und der Haut sowie Veränderungen an den Wirbeln. Die Subluxation des Kreuz-Darmbein-Gelenks sowie Läsionen des Kreuzbeins und der Kruppenmuskulatur werden ebenfalls den Rückenbeschwerden zugeordnet. Pathogene Veränderungen des Rückens können einzeln oder in Kombination mit anderen Erscheinungsformen auftreten.
Ursachen:
Ursachen liegen beispielsweise in einem Trauma (Sturz, Verrenkungen, Unfällen), andererseits in Reiter- und Ausbildungsfehlern, Gliedmaßenerkrankungen und Satteldruck. Die Veränderungen an den Wirbeln entwickeln sich, wenn kein Trauma zugrunde liegt, sehr langsam über Monate und Jahre, wobei die Pferde über einen langen Zeitraum weiterhin beschwerdefrei sein können. Häufig finden sich die Veränderungen zwischen dem 10. Brust- und dem 4. Lendenwirbel, dem Abschnitt mit der größten dorsoventralen und lateralen Beweglichkeit. Muskelverspannungen und Bänderzerrungen finden sich vermehrt im Bereich der vorderen Sattellage und der Lendenwirbelsäule. Pferde jeden Alters können erkranken, am häufigsten treten Rückenprobleme jedoch zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr auf.
Symptome:
Die Symptome sind zahlreich: Verlust des Temperamentes, Sattel- und/oder Gurtzwang, Empfindlichkeit beim Abtasten und Putzen, Durchdrücken des Rückens beim Aufsitzen und Anreiten, Leistungsminderung, Steifheit, kurzer, gebundener, schwungloser Gang, abstehender oder eingeklemmter Schweif, Schiefschweifhaltung, "Katzenbuckel", häufige Taktfehler im Trab, fehlender Vorwärtsdrang, Umspringen in den Kreuzgalopp, Widersetzlichkeit, Steigen, panikartiges Wegrennen und/oder Stöhnen bei bestimmen Lektionen, Schwellungen im Bereich des Rückens und Rückenwegdrücken sowie Probleme beim Aufsatteln und Aufsteigen. Die Pferde sind laufunwillig oder laufen panikartig davon, zeigen einen steifen und gebundenen nicht schwingenden Gang und die Schweifrübe wird steif und fast waagerecht getragen. Nicht alle der oben genannten Symptome treffen im Einzelfall zu; die Pferde zeigen bei Rückenbeschwerden jedoch einige der oben genannten Anzeichen.
Die klinischen Symptome sind ausgesprochen vielfältig und treten unterschiedlich in Erscheinung; auch kommen ähnliche Symptome bei anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates vor. Die erhobenen pathologischen Befunde am Rücken (Druckempfindlichkeit u. a.) gehen nicht zwingend mit einer klinisch manifesten Erkrankung der Wirbelsäule einher. Dies gilt insbesondere für die röntgenologischen Befunde und die Palpationsbefunde (Abdrücken des Rückens, Druckempfindlichkeit beim Abtasten). Die Veränderungen, welche beim Röntgen ersichtlich sind, betreffen meist die Dornfortsätze (Verengungen der Abstände, Berührungen oder Überlappungen einzelner oder mehrerer Dornfortsätze = Kissing Spines). Überlappungen der Dornfortsätze können infolge einer Spondylose auftreten. Auch zeigt das Röntgenbild oft eine Randsklerosierung, eine Pseudoarthrosenbildung und Insertionsexotosen. Im Alter von 3 - 4 Jahren unterliegen die Dornfortsätze jedoch an den kaudalen Brust- und Lendenwirbeln erheblichen Formveränderungen mit zunehmender Variabilität der Dornfortsätze. Dies erklärt, warum auch schon bei jungen Pferden pathologische Veränderungen an den Dornfortsätzen im Röntgenbild gefunden werden können.
Im Zuge der Diagnose muss bei der Adspektion auf Verformungen der Wirbelsäule und auf Asymmetrien und Schwellungen der Muskulatur geachtet werden. Unterschiedlich starker Druckschmerz (Wegdrücken des Rückens, Ausweichen zur Seite, In-die-Knie-Gehen) kann sowohl bei Palpation der Dornfortsätze als auch der den Wirbeln benachbarten Muskeln ausgelöst werden. Er kann punktuell oder über einen größeren Bereich des Rückens bestehen. Um sicherzugehen, dass es sich nicht um ein hautsensibles Pferd handelt, muss der Palpationsschmerz auch nach längerem Abtasten des Rückens wieder ausgelöst werden können. Pferde mit Rückenbeschwerden vermeiden bei der Palpation eine seitliche Verbiegung ihrer Wirbelsäule. Die Diagnose einer Rückenerkrankung basiert auf den Befunden einer klinischen Untersuchung. Um eine Beteiligung der Brust- und Lendenwirbel am Krankheitsgeschehen nachzuweisen, ist die röntgenologische Untersuchung von Nöten. Am stehenden Pferd lassen sich jedoch nur bestimmte Abschnitte der Brust- und Lendenwirbelsäule röntgenologisch darstellen. Hierdurch lässt sich lediglich ein grober Überblick in die Skelettveränderungen erzielen. Um einen Gesamtüberblick über alle Anteile der Wirbelsäule zu erhalten, muss die röntgenologische Untersuchung in Narkose durchgeführt werden. Hierzu sind leistungsstarke Röntgengeräte und die Benutzung von Rasterkassetten oder -brücken erforderlich. Allerdings sind allein die röntgenologischen Befunde für die Diagnose wenig aussagekräftig. Bei vielen Pferden mit röntgenologisch pathologischen Befunden bestehen keine oder nur geringe Beschwerden. Daher wird heute vielfach das Röntgen der Brust- und Lendenwirbelsäule mit der Szintigraphie kombiniert. Der Vorteil der Knochenszintigraphie liegt darin, dass sowohl Veränderungen am Skelett, die im Röntgenbild noch nicht sichtbar sind, dargestellt als auch pathologische Befunde der röntgenologischen Untersuchung im Hinblick auf ihre tatsächliche Beteiligung am akuten Geschehen (Entzündung) diagnostiziert werden können. Auch die Sonographie wird zur Darstellung von Muskel- und Bänderläsionen bei rückenkranken Pferden eingesetzt. Der positive Ausfall einer lokalen Infiltrationsanästhesie zwischen und um die veränderten Dornfortsätze sichert die Diagnose weiter ab (der negative Ausfall der Anästhesie beweist umgekehrt nicht, dass keine Rückenerkrankung vorliegt). Die Bestimmung der Muskelenzymwerte (CK, LDH) sollte routinemäßig vor und nach Belastung durchgeführt werden. Erhöhte Werte geben Hinweise auf eine Muskelerkrankung. Bei chronischen Rückenbeschwerden zeigen sich zumeist keine Abweichungen von der Norm.
Achtung:
Der CK und LDH-Wert sind auch bei anderen Erkrankungen und Problemen des Bewegungsapparates erhöht. Eine Erhöhung der Muskelenzymwerte sieht man sehr häufig bei Blutanalysen, da bereits eine geringe "Schmerz-Schonhaltung" eine Erhöhung der o. g. Werte auslöst. Differentialdiagnose: Aufgrund der häufig unspezifischen Symptomatik müssen eine Vielzahl von Differentialdiagnosen berücksichtigt werden: Lahmheiten der Becken-, aber auch der Schultergliedmaßen; Untugenden des Pferdes, Erkrankungen des Kreuzbeins, der Kruppenmuskulatur und des Beckens, Subluxation des Iliosakralgelenks, Erkrankungen der Zähne und der Mundhöhle, Erkrankungen der Halswirbelsäule (inklusive geringgradiger Ataxien); Ausbildungs- und Reiterfehler, organische Erkrankungen der Leber und Nieren.
Die veterinärmedizinische Therapie:
Basiert in erster Linie auf lokale oder systemische Applikation entzündungshemmender und muskelrelaxierender Medikamente. Auch Vitamin E, Selen- und Magnesium Gaben werden häufig verordnet. Bezüglich des Spurenelements Selen sollte vor der Gabe zwingend abgeklärt werden, ob überhaupt ein Mangel besteht. Bei einem Überschuss können weitreichende negative Wirkungen auftreten. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass die Normwerte Selen in den letzten 10 Jahren verdoppelt wurden. Vor ca. 10 Jahren zeigte ein Wert über 100 bereits einen Überschuss/eine Überversorgung mit Selen (sprich eine Vergiftung) an; heutzutage wird als Normwert der Wert von 100 - 200 Einheiten angegeben. Ich halte diesen Wert für viel zu hoch bemessen; da meine eigenen Pferde vor 11 Jahren an einer Selenvergiftung mit erkennbaren Symptomen (massive Kronrandentzündung, steifer stacksiger Gang, glanzloses struppiges Fell) litten. Der Wert bei meinen Pferden lag damals bei 105, 110 und 120; was zum damaligen Zeitpunkt dem Begriff "Selenvergiftung" zugeordnet wurde.
Darüber hinaus werden lokale Wärmebehandlungen in Form von Solarien und Fangopackungen, Physiotherapie, Massagen, Bewegungstherapien, Akupunktur und Pressur, Ultraschallbehandlungen, Neuraltherapien, chiropraktische Therapien und Elektrostimulationen verordnet. Als Grundvoraussetzung einer Therapie wird auch in der Veterinärmedizin eine längere Ruheperiode in Form von Weidegang angesehen. In einigen Fällen, die jedoch streng selektiert werden müssen, besteht die Möglichkeit der chirurgischen Behandlung durch Teilresektion erkrankter Dornfortsätze.
Die homöopathische ganzheitliche Therapie:
Die Tierheilpraktikerin bezieht als Grundvoraussetzung der Therapie auch die Haltung und Pferdefütterung mit ein.
Haltung:
Bezogen auf die Haltung würde ich eine ständige freie Bewegung des Pferdes als unabdingbar ansehen: Zur Auswahl steht eine Box mit angeschlossenem Paddock/Auslauf oder eine Offenstallhaltung in kleiner und verträglicher Herde. Der Wechsel zwischen Stillstand und Bewegung (= nachts Standardbox, tagsüber Auslauf/Weidegang) ist kontraproduktiv und steht einer Regulation somit im Wege. Sichergestellt muss jedoch selbstverständlich sein, dass das erkrankte Pferd nicht von anderen Pferden dranglasiert wird, wie dieses beispielsweise bei einer Offenstall- und verbundenen Auslauf- bzw. Weidehaltung der Fall sein könnte. Empfehlenswert wäre beispielsweise eine 24-Stunden-Weidehaltung oder ein Wechsel zwischen Box mit Auslauf/Paddock/Offenstallhaltung und täglichem Weidegang. Sichergestellt sollte jedoch unbedingt sein, dass das erkrankte Pferd keinem Regen ausgesetzt wird; da Nässe und Zugluft Rückenprobleme in aller Regel weiter verschlimmern. Das erkrankte Pferd benötigt eine ständige und freie Bewegung in einem ruhigen Umfeld.
Fütterung:
Die Fütterung muss selbstverständlich dem Futterzustand angepasst werden; daher kann es hier keine allgemeinen Empfehlungen geben. Wichtige Kriterien sind ein "normaler" Futterzustand, ein ausgewogenes Energie : Proteinverhältnis sowie ein optimales Mineralstoffverhältnis (wichtigster Faktor Calzium : Phosphor). Bei den Mineralstoffen und Spurenelementen sollte weder ein Überschuss noch ein Mangel oder Ungleichgewicht eintreten. Eine individuelle Empfehlung wird im Zuge der Adspektion erläutert. Betroffene Pferde sollten nicht gearbeitet werden, sondern freie Bewegungsmöglichkeiten erhalten. Ergänzend zur freien Bewegung wird ein individueller Bewegungsplan aufgestellt, um die Rückenmuskulatur zu entspannen und zu stärken bzw. aufzubauen. Lokale Maßnahmen wie Akupunktur, Pressur, Wärme- oder Kälteanwendungen und Massagen werden zusätzlich verordnet. Selbstverständlich sollte vor Arbeitsaufnahme eingehend der Sattel sowie auch das Zubehör, wie Satteldecken, Gurt, Zäumung usw. überprüft werden. Auf diesem Grundkonzept aufbauend wird eine speziell auf die Erkrankung abgestimmte homöopathische Therapie verordnet. Die homöopathische Therapie kann aus verschiedenen Einzel- oder Komplexmitteln bzw. eine Kombination beider bestehen. Darüber hinaus setzt die Tierheilpraktikerin Claudia Nehls Heilkräuter ein, deren Gabe sich als sehr effektiv gezeigt hat.
Empfehlenswert als natürliche Mineralstoffquelle wäre beispielsweise Horse Allround Kräuter-Fit in Verbindung mit dem problembezogenen Ergänzungsfuttermittel Lauf-Fit.
Auch bei Rückenproblemen therapiert die Tierheilpraktikerin Claudia Nehls überregional im Wege der Biofeld-Haaranalyse.